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VISAGE : Mai 1985 - Heft 11

 

In der Londoner Nachtclub-Szene hat er sich in kürzester Frist einen Namen geschaffen und auch die Presse wurde auf den eigenartige (= strange) Typ, der sein Geld als Türsteher in den Clubs “Billy´s” und “Blitz” verdiente, aufmerksam. Der Kerl in der rosa Glitzerlivree, dem Rokoko-Rüschenhemd und den toupierten Haaren, der so gestrengt alles abwies, die er für zu langweilig befand, galt bald als Beherrscher der Clubszene.

Zu dieser Zeit begab es sich, dass sich die Gruppe “The Rich Kids” (Ex-Sex Pistols-Mann Glen Matlack + Gitarrist Steve New - Ex-Silkheart Sänger Midge Ure - Schlagzeuger Rusty Egan) auflöste. Egan und Ure, beide mit einer Vorliebe für deutsche Elektronikklänge (Kraftwerk, ...), nahmen sich vor, weiterhin gemeinsame Wege zu gehen, allerdings auf völlig neuen Pfaden. Sie heuerten ihren gemeinsamen Freund, Steven Strange, den sie aus der Zeit des Punk kannten, an. So gingen sie zu dritt in ein Studio und machten nichts, hatten aber gleich eine ganze Menge Ideen für Platten die sie in ihren Stammclubs spielen wollten, da ihen das musikalische Angebot zu dürftig erschien. In diesen Clubs machte Steve dann auch die Bekanntschaft mit anderen Musikern, die er allesamt für das Projekt “Visage” begeistern konnte. Da waren Billy Currie, Tastenmann der re-formierten Ultravox, John McGeogh, ein unbeschriebenes Blatt, dann Dave Formula und Barry Adamson, Keyboarder und Bassgitarrist der fantastischen, aber bis heute leider nie richtig zu Erfolg gekommenen Gruppe Magazine. Midge Ure war unterdessen zum Sänger der neuen Ultravox avanciert. Die andersweitigen musikalischen Aktivitäten der meisten Mitglieder hatten natürlich vertragliche Bindungen mit Plattenfirmen zur Konsequenz, was wiederum bedeutete, dass sich die Veröffentlichung der ersten Visage Platte bis ins späte 1980 verzögerte. Das Warten hat sich aber gelohnt. Die Single “Fade To Grey” rauschte in Windeseile in die obersten zehn der englischen Hitparade. Auch die beiden Nachfolger “Mind Of A Toy” und “Visage” waren vielbeklatschte Chartbreakers. Das erste Album “Visage”, auf dem alle bisherigen Singles enthalten sind, erreichte einen Top-Ten Platz in der britischen LP-Bestsellerliste.

 

Unterdessen ware “Fade To grey” No. 1 in good old Germany. Die Erfolge aren natürlich auch finanzieller Art. So konnte Steve sein Image als Paradiesvogel und ungekrönter Nachtclubkönig von London mit viel Liebe zum Detail pflegen. Aber auch auf eine Art manifestierte sich der Umstand dass Visage nun Geld zur Verfügung stand : Die Fernsehanstalten brauchten nicht mehr, wie bisher, bei der Ausstrahlung eines Songs einer Gruppe, die betreffende Gruppe verlegen oder übertrieben locker und gelöst im Bild zu zeigen, wie sie ihr Lied erzeugt, sondern konnte zu den Stücken “Fade To grey” und “Mind Of A Toy” ein kleines, von der Gruppe produziertes Filmchen abspielen, welches mit der Musik eine harmonische Einheit bildet : Die Geburtsstunde des Videos. Das Video hatte zudem den Vorteil, dass die einzelnen Mitglieder der Band in der Anonymität verweilen konnten, ausser Steve natürlich, dem publicityträchtigen Frontmann, der die Öffentlichkeit andauernd in neuen Masken verblüffte. Im Film “Pommi Stern” liess er zu “Fade To grey” seine Freundin Perry Lister und drei andere Tänzerinnen sich an nicht vorhandenen Fäden wie Marionetten bewegen. Eine Sequenz, welche die Fangemeinde auf baldige Liveauftritte hoffen liess. Doch daraus wurde nichts, Visage blieb weiterhin die mysteriöse, geheimnisumwitterte Studioband.

Man musste sich mit Gerüchten uns Spekulationen begnügen.

 

Die Musik jedoch sprach für sich und zog dann auch einen immensen Rattenschwanz von Nachahmern hinter sich her - “The Human League”, “Spandau Ballet”, “Depeche Mode”, “Duran Duran”, “Soft Cell”, usw.. Alle setzten setzten sie auf die KOmbination aus Funk und Electro-Pop.

1982 legte die Gruppe ihr zweites, härteres Album “The Anvil” vor, das an einer Modenschau von Steve in Paris zur Uraufführung gelangte. Die Auskopplungen “The Damned Don´t Cry” und “Night Train” mit den dazugehörigen Videos setzten die Erfolgsserie von Visage fort. Den Nachäffern zum Trotz hat sich der Stil geändert, die neue Romantik war vorbei. Dann geschah, was in etwa 90 % aller Gruppen geschieht : Ein Gründungsmitglied (in diesem Fall Midge Ure) gibt auf und die Gruppe wird von vorschnellen Kritikern totgesagt. Um den Gegenbeweis anzutreten, wurde nachdem die Verbliebenen Bandmitglieder den Fortgang Midges verkraftet hatten, die nächste Single “Pleasure Boys” herausgegeben. Ein Beweis auch dafür, dass Visage mehr ist als nur die Summe der einzelnen Mitglieder. Der Tenor der Single ist noch stärker als bei “The Anvil”. Die zartfarbene Romantik der ersten Stunden war weg, “Pleasure Boys” ist ein Lobgesang auf das “Hasenfussrennen” im James Dean-Film “Denn sie wissen nicht was sie tun” bei dem ja bekanntlich Buzz, der Anführer der Halbstarkengruppe “Jets” im Auto über die Klippe fährt und ums Leben kommt.

Danach wurde es still um Visage. Probleme mit dem Management und andersweitige Projekte liessen die Gruppe zwangspausieren. Polydor veröffentlichte zwar in der Zwischenzeit “Fade To Grey - The Singles Collection”, worauf aber ausschliesslich älteres Material zu hören ist und wozu sich die Band nicht mal ins Studio bemühen musste. Eine “Wie können wir aus dieser Gruppe noch etwas mehr Geld herausziehen”-Platte, der Plattenfirma also. Neues von Visage kam erst zwei Jahre nach “The Anvil”, nämlich die phantastische Single “Love Glove”, in der Tat etwas vom Allerfeinsten, das je auf der britischen Insel erschaffen wurde. Leider kann man dies von der nächsten Single “Beat Boy” und der gleichnamige LP nicht mehr uneingeschränkt behaupten; die harte Welle hat sich bei Visage durchgesetzt. Das Fehlen des romantischen Elementes Midge Ure ist deutlich spürbar. Auch wenn Steven Strange für die Platten-Cover-Aufnahmen noch einmal seine alten Kostüme hervorgeholt und sich Make-Up aufgelegt hat, “Beat Boy” war sowohl musikalisch als auch kommeriell ein Leerlauf.

Anlässlich des Mode-Spektakels “MAGMA ´85” in Zürich ist Steve Strange in die Schweiz gekommen. Natürlich die Gelegenheit für New Life, den Meister der Maske zu befragen. Das Interview fand statt im Hilton Airport, dem Nobelhotel der Region Zürich. Steve kam in abgeschabten, zerlumpten Jeans-Outfit, mit, von einem schwarzen Filzhut verdeckten blonden Kurzhaarschnitt, schwarzen Augenbrauen und Dreit-Tage-Stoppeln. Er passte in die gediegene Atmosphäre des Hilton wie die Faust aufs Auge und benahm sich auch dementsprechend. Das Gespräch führten wir in der Hotel-Bar, umgeben von abgebrühten Managern, denen bei Steves Anblick das Maul offen stehen blieb. Hier das Gespräch in nur leicht gekürzter Fassung und im Original-Wortlaut :

Steven Strange / Visage : “Ich habe meine Papiere in London vergessen. So wurde ich am Flughafen 3 Stunden von der Polizei festgehalten. In einem winzigen Zimmer. Schliesslich kam ich mit Hilfe des britischen Konsulates wieder frei.”

Thomas Speich / New Life : “Ein schlechter Empfang ... .”

Steven Strange / Visage : “... aber hoffentlich kein schlechtes Omen.”

Thomas Speich / New Life : “Warum bist Du nach Zürich gekommen? Wirst Du singen oder eigene Kleider präsentieren?”

Steven Strange / Visage : “Ich werde “Beat Boy” und “Love Glove” singen.”

Thomas Speich / New Life : “Fein”, denke ich, “dann kann ich ja jetzt alle Fragen der eiligst zusammengestellten Liste durchgehen.” Denke ich. Aber nichts da, Steve bricht los und wirft damit meine gesamten Interview-Pläne über den Haufen.

Steven Strange / Visage : “Weisst Du, wir haben eigentlich zwei Jahre verloren. Wir waren ständig am arbeiten, hatten aber Probleme mit dem Management. Da war so ein Vertrag, der uns daran hinderte, weitere Platten zu produzieren. Und wir benötigten die zwei Jahre um da wieder rauszukommen - für “Beat Boy”, das Album, bekamen wir von der Platten-Firma auch nicht den “push”, den wir uns erhpfften; die standen einfach nicht völlig hinter uns. Die LP ist in England ja auch total durchgefallen ... naja, “Love Glove” erreichte immerhin Platz 14., was nach zweijähriger Absenz nicht schlecht ist. Aber der ganze Ärger mit der Plattenfirma veranlasste mich, ein Soloprojekt zu starten, was nicht heisst, ich werde nichts mehr mit Visage machen. Zuerst kommt jetzt allerdings meine Soloplatte, ein 60er-Jahre-Stück mit dem Namen “The Beat Goes On”, also eine Cover-Version von “Sonny & Chess”, allerdings stark mit Einflüssen der 80er Jahre durchsetzt. Es wird völlig anders als Visage, mehr Big-Band-Sound, mit Trompeten undnTrombonen.”

Thomas Speich / New Life : “Hast Du nicht einmal Kleider designt?”

Steven Strange / Visage : “Früher einmal. Zu Beginn von Visage entwarf ich sämtliche Kleider für Fernsehauftritte und Videos, aber mit der Zeit wurde das zuviel. Ich hätte für morgen gerne etwas entworfen; Nina Hagen zeigt ja auch eine eigene Kollektion. Also nicht weil Nina Hagen auch ... .”

Kellner : “Wollen Sie noch etwas Cola in Ihren Burbon?”

Steven Strange / Visage : “Ja ... aber ich war einfach zu beschäftigt, mit der Gründung meines eigenen Labels und so. Vielleicht komme ich eines Tages wieder dazu. An der Kunstschule habe ich einmal eine zeitlose Kollektion kreiert, richtig klassisch. Die könnte ich eigentlich zu jeder Zeit veröffentlichen.”

Thomas Speich / New Life : “Etwas anderes : Ich habe so viel Klatsch über Dich und den “Camden Palace” (Discothek in London) gehört. Ma hiess es, der Club gehöre dir, dann wieder nicht, dann sie hätten Dich da rausgeschmissen ... ?”

Steven Strange / Visage : “Weisst Du, die Leute glaubten nur, wir besässen den “Palace”. Wir hatten ihn lediglich “erobert”. Das heisst, wir konnten bestimmen, was wann und wie läuft, und die Leute kamen, um uns zu sehen. Aber Geld hatten wir, Rusty und ich, keins reingesteckt. In letzter Zeit sind da aber zuviel Leute aufgetaucht, die uns nicht passen; darum haben wir das “Palace” verlassen. Jetzt “haben” wir einen neuen Club, den “Playground”.”

Thomas Speich / New Life : “Du bist also nicht Clubbesitzer, nicht Designer, sondern in erster Linie Musiker?” (Ich wollte geschickt wieder zu Visage überleiten, clever häh?)

Steven Strange / Visage : “Nein! Weisst Du, ich habe viele Ambitionen. Ich besitze sogar eine Agentur “The Creative Workforce”, wo Fotografen, Stylisten, Hairdresser, Choreographen und und und beschäftigt sind, um Videos herzustellen. Aber Musik kommt zuerst. Visage macht zur Zeit lediglich eine Pause, eben auch durch die Probleme mit dem Management bedingt. Ich glaube aber, dass jeder einzelne der Band eine Pause benötigt. Nach der Enttäuschung mit “Beat Boy”. Wir schreiben allerdings an neuem Material, das hoffentlich auch besser sein wird. Wir brauchen etwas Gutes, um wieder hochzukommen.”

Thomas Speich / New Life : “Welches hältst Du für das beste Visage-Album?”

Steven Strange / Visage : “”Beat Boy” mag ich am liebsten.” (Pause) “Äh, “The Anvil” “is a very confused album”, aber es enthält einige meiner Lieblingssongs, zum Beispiel “The Anvil” und “Night Train”. “The Anvil” war auch der Punkt, an dem Midge, Rusty und ich beschlossen, unsere Karrieren zu trennen. Schon als wir die Songs schrieben, zeigten sich Differenzen : Midge wollte weiterhin Hits wie “Fade To Grey” schreiben, während Rusty und ich eine musikalische Weiterentwicklung suchten. Es war traurig, als Midge uns verliess, aber wir mussten das in Kauf nehmen. Auf der ersten LP war alles wunderbar und rosig und lief wie geschmiert, aber ich würde es trotzdem nicht als mein “favourite album” bezeichnen. Ich glaube, ich würde von jedem einen Teil nehmen.”

Thomas Speich / New Life : “So etwas ähnliches hast Du ja auf der “Single-Collection” gemacht!?”

Steven Strange / Visage : “Tja, “The Single Collection” hat überhaupt nichts mit uns zu tun. Das war eine Idee unseres Managements. Ich war vielmehr der Ansicht, dass es für eine “Single Collection” noch zu früh sei.”

Thomas Speich / New Life : “Glaubst Du, Visage hatte - oder hat - grossen Einfluss auf die aktuelle Musikszene?”

Steven Strange / Visage : (Pause) “Ich glaube, wir haben vielen Leuten eine Tür geöffnet, z.B. Hazy Fantaysee, Boy George, Marilyn und all sowas und auch Gruppen wie Depeche Mode, die im Schlepptau von Visage erste Erfolge feiern konnten.” (Wieder Pause) “Ja, ich glaube auch, dass wir auf dem Gebiet des Videos grossen Einfluss ausübten. Wir waren die allerersten, die mit “Fade To Grey” oder “Mind Of A Toy” richtig gute, künstlerische Videos schufen. In diesem Sinne beeinflussen wir viele, ja.”

Thomas Speich / New Life : “Du hasst also Leute wie Boy George nicht?”

Steven Strange / Visage : “No, No you can´t. Ich beachte ihn gar nicht richtig.” (Er erzählt mir irgendeine Geschichte, dass Boy George mal für ihn gearbeitet hat oder so, aber mein klägliches Englisch reicht nicht aus um das zu verstehen).

Thomas Speich / New Life : “Durch wen bist Du beeinflusst worden? David Bowie? Peter Gabriel? David Sylvian?”

Steven Strange / Visage : “Nein, eigentlich nicht. Ich würde sagen, durch jedermann. Es gibt niemanden, von dem ich denke, ich möchte so spielen wie er oder so aussehen wie sie (!!) oder so.  Als wir das erste Visage-Album schufen, sagten wir uns nicht “So, wir hocken uns jetzt hin und machen eine Van Morrison-Platte.” Die Leute sagen zwar, die erste LP sei stark von Ultravox beeinflusst, die zweite Ultravox die Midge Ure-Ultravox, waren damals noch gar nicht formiert. Aber das gehört eigentlich noch nicht mehr zu Deiner Frage.”

Thomas Speich / New Life : “Welche Musik hörst Du gerne ausser Visage?”

Steven Strange / Visage : “Äh ... öh ...” (Längere Pause) “... das ist sehr unterschiedlich. Von Frank Sinatra und Shirley Bassey bis Sweet und Slade, von Roxy Music und David Bowie bis Donna Summer. Auch neuere Musik : ich mag Killing Joke ... .”

Thomas Speich / New Life : “Die spielen nächstes Wochenende hier in Zürich.”

Steven Strange / Visage : “Ja? Sie sind grossartig. Vor allem ihre neue Single “Love Like Blood”.”

Thomas Speich / New Life : “Was war der Grund für Dich Musik zu machen? Es ist eigentlich eine blöde Frage. Jedermann steht doch im Primarschulalter einmal mit dem Federballschläger vor dem Spiegel und spielt darauf Gitarre ... .”

Steven Strange / Visage : “Das ist gar keine blöde Frage” (lacht) “Als ich in dem Alter war, habe ich immer gegen eine Wand gesungen mit allen erdenklichen Gegenständen als Mikrofone. In der Schule interessierte ich mich vor allem für “Art” und später ging ich ja an eine Kunstschule. Der Grund, weshalb wir Visage gründeten, war der, dass wir in unseren Night-Clubs nicht genug gute Platten hatten. So machten wir die Platten für die Clubs selbst.”

Thomas Speich / New Life : “Ist es wahr, dass Du einmal von der Schule geflogen bist, wegen rosaroten Haaren?”

Steven Strange / Visage : “Orange!”

Thomas Speich / New Life : “Was war denn das für eine Schule?”

Steven Strange / Visage : “Eine Grammatikschule. Mit einem sehr strengem Rektor.”

Thomas Speich / New Life : “Was ist Dein Traum?”

Steven Strange / Visage : “Mein Traum?”

Thomas Speich / New Life : “Ja, wenn Du Millionen zur Verfügung hättest, was würdest Du damit tun?”

Steven Strange / Visage : (lacht) “Ich weiss nicht. Ich habe auch nie daran gedacht. Weisst Du, mein Leben ist ungefähr auf sechs Monate verplant durch Projekte und Verträge mit der Plattenfirma. Ich mag noch nicht weiter sehen. Ich nehme die Tage, wie sie kommen. Man sollte jedoch nie den Sinn für die Realität verlieren. An und für sich ist es ja lustig, dass ich hier im Hilton bin, aber eigentlich sollte ich schauen, wieviel die Milch oder eine Busfahrt kostet, denn ich kann ja nicht wissen, wie lange ich noch “oben” bin. Deshalb will ich mich auch nicht Illusionen oder Träumen hingeben. Ich bin kein Millionär.”

Thomas Speich / New Life : “Hast Du mit Visage nicht viel verdient?”

Steven Strange / Visage : “Doch, wir haben sogar sehr viel verdient, aber alles wieder angelegt, z.B. in einem eigenen Studio. Visage war allerdings nicht gedacht, um Geld zu machen, sondern um zu unterhalten ... Oh Gott, ich habe eine entsetzlich verstopfte Nase.”

Thomas Speich / New Life : “In einer deutschen Musikzeitschrift habe ich einmal gelesen, du wolltest, das Männer und Frauen gleich aussehen, so wie auf dem Cover von “The Damned Don´t Cry”!? (Das hat nämlich in der Bravo gestanden, jawollja!!)”

Steven Strange / Visage : “Neinneinneinnein!! Das ist eine falsche Interpretation. Die Idee von “The Damned Don´t Cry” war ... also das Bild hat Helmut Newton gemacht. Wir wollten, dass die Girls zu Boys werden und ... das liegt auch an der deutsch-grafischen Art, in der Helmut die Fotos macht. Ich dachte nie, dass Männer und Frauen gleich aussehen sollen. Ich glaube eher, jeder soll seine eigene Identität haben.”

Thomas Speich / New Life : “Wird man in ein paar Jahren noch von Visage sprechen? Ist es ein Stück Rock-/Popgeschichte?”

Steven Strange / Visage : “Ja, ich glaube es ist ein Stück Geschichte. Vor allem die frühen Videos.”

Thomas Speich / New Life : “Willst Du nicht einmal ein Video herstellen, das mehr als nur optische Begleitung zu einem Song ist?”

Steven Strange / Visage : “Oh ja! Wir machen gerade eines. Es ist ein “History Of Visage”-Video. Es zeigt uns zu Beginn im Ballroom “Blitz” und später in Amerika und Kairo, sowie einige Clips. Eineinhalb Stunden lang.”

Thomas Speich / New Life : “Wolltest Du nie Schauspieler werden?”

Steven Strange / Visage : “Mir sind schon viele Rollen angeboten worden ... .”

Thomas Speich / New Life : “Ich habe Dich einmal im Film “Pommi Stern” gesehen (Steve spielte einen neurotisch eifersüchtigen Begleiter des aufsteigenden Talents Pommi Stern oder so was in die Richtung. So genau weiss ich das nicht mehr.)”

Steven Strange / Visage : “Mmmmmmmmh. That was terrible! That was a mistake!” (lacht) “Jeder macht einmal Fehler. Das war meiner. Die einzige Rolle, die ich gerne gesielt hätte, wa die des Dorian grey, aber das würde mir durch den vertrag des Managements verboten. Vielleicht werde ich dieses Jahr etwas spielen. But we wait and see ... .”

Thomas Speich / New Life : “Was tust Du gewöhnlich an einem Wochenende?”

Steven Strange / Visage : “Samstags nehme ich den neuen Club “Playground” in Besitz und sonntags dopple ich.” (lacht)

Thomas Speich / New Life : “Ist ein Konzert geplant?”

Steven Strange / Visage : “Mit Visage?”

Thomas Speich / New Life : “Ja.”

Steven Strange / Visage : “Nein, alle Visage-Projekte sind vorläufig auf Eis gelegt, bis ich mein Soloding fertiggestellt habe, welches ja auch helfen soll, Visage wieder hochzubringen.”

Thomas Speich / New Life : “Glaubst Du nicht, dass ein Konzert dazu beitragen könnte?”

Steven Strange / Visage : “Doch, es würde schon helfen, aber es fehlt uns an Geld zu dem, war wir tun wollten.”

Thomas Speich / New Life : “In den ersten Monaten von Visage ging einmal ein Foto um mit Dir und Kim Wilde drauf, was zu vielen Spekulationen Anlass bot. Was war da tatsächlich los?”

Steven Strange / Visage : “Just good friends.”

Thomas Speich / New Life : “Just good friends?”

Steven Strange / Visage : (Zeigt auf seine Begleiterin Sophie) “Sieht sie aus wie Kim Wilde?” (lacht)

Thomas Speich / New Life : “Eigentlich nicht.” (Die sieht aus wie Goldie Hawn. Dies bemerkte jedenfalls Noddie, Begleitmusiker von Nina Hagen. Recht hat er.)

Steven Strange / Visage : “Kim und ich sind immer noch gute Freunde. Es war einfach so, dass wir solche Geschichten brauchten, wegen all den Gerüchten, wir seien schwul und so. Alles absolut unwahr, alles Lügen. Kim geht jetzt mit meinem Saxophonisten Gary.”

Thomas Speich / New Life : “Du hast viele Freunde in der Musikszene, nicht wahr?”

Steven Strange / Visage : “Habe ich viele Freunde?”

Thomas Speich / New Life : “Ja, ich glaube schon. Ich denke vor allem an die Fotos, die im “Camden Palace” an der Wand hängen und Dich mit diversen Leuten zeigen.”

Steven Strange / Visage : (Mit Grabesstimme, als wärs das schlimmste Verbrechen) “Du warst im “Palace”?”

Thomas Speich / New Life : “Ja, aber nur einmal.”

Steven Strange / Visage : “Doch wenn du im Musikgeschäft engagiert bist, ist es Dein Beruf, Freunde zu gewinnen. Da tritt man auch schon mal in der gleichen TV-Show wie Duran Duran oder Spandau Ballet auf. Dann kommt man ans deutsche Fernsehen und da sind wieder dieselben Gruppen. Da ist doch ganz klar, dass sich mit der Zeit eine gewisse Freundschaft entwickelte.”

Thomas Speich / New Life : “Als ich Dich nach Deinem Lieblingsalbum von Visage fragte, vergass ich den Lieblingssong ... .”

Steven Strange / Visage : “Ich vermute “Fade To Grey” müsste mein Lieblingssong sein, weil alles damit begann. Mein tatsächlicher Favourit ist “The Anvil”. Das ist die Richtung Musik, die ich machen wollte ... .”

Thomas Speich / New Life : “Gab es nicht einmal eine deutsche Version davon?”

Steven Strange / Visage : “Ja, “Der Amboss”, das war eigentlich nur für den Fan-Club erschienen. Es gibt aber auch eine 12” davon, weil wir etwas für unsere deutschen Fans tun wollten. Aber da gab es etliche Probleme mit dem Vertieb.”

Thomas Speich / New Life : “Magst Du die Jazz-Szene? Sade und Konsorten?”

Steven Strange / Visage : “Nicht schlecht, Aber das ist ja kein richtiger Jazz mehr. Das ist auch nicht etwas, das ich spielen möchte.”

Thomas Speich / New Life : “Kennst Du deutsche Gruppen?”

Steven Strange / Visage : “Nina Hagen.” (lacht)

Thomas Speich / New Life : “Magst Du sie?”

Steven Strange / Visage : “Ich habe ihre neuen Songs noch nicht gehört. Ich bin gespannt, was sie morgen bringt.”

Thomas Speich / New Life : “Sie sucht noch einen Babysitter für ihre Tochter.”

Steven Strange / Visage : (lacht) “Hat sie das gesagt?”

Thomas Speich / New Life : “Ja, sie velangt 14 Leute zur Auswahl, um dann den Richtigen erwählen zu können.”

Steven Strange / Visage : (kichert) “Ich brauche sechs Jungs.”

Thomas Speich / New Life : “Wofür?”

Steve und Sophie lachen lang und ausgiebig und laut. ich verstehe die Welt nicht mehr. Erst viel, viel später realisiere ich, dass das eine feine (eine ganz feine!) Anspielung von mir auf sein Schwulen-Image war.

Steven Strange / Visage : “Wenn ich “Beat Boy” singe, stehen sie auf der Bühne und ich tanze um sie herum : Sechs Muskelmänner in Pose.”

Thomas Speich / New Life : “Sechs kleine Schwarzenegger!” (Fauler Witz, aber Sophie windet sich vor lachen.)

Steven Strange / Visage : (Steve erblickt seinen Betreuer und schreit durch die Hotelhalle :) “Wilfried!” (Alle sind schockiert, nur wir finden´s köstlich.)

Thomas Speich / New Life : “Wirst Du Make-Up tragen?”

Steven Strange / Visage : “Nein.”

Thomas Speich / New Life : (erschüttert) “Nein?” (Sophie lacht schon wieder. Warum denn nur?) “Wirst Du jemals wieder Make-Up tragen?”

Steven Strange / Visage : “Im Moment nicht. Aber Dinge und Ideen ändern sich. Vielleicht werde ich wieder inmal.” (Zu Wilfried :) “Hast Du meine Jungs?”

Wilfried : “Ja.”

Steven Strange / Visage : “Wirklich? Wann kann ich sie sehen?”

Der Rest ist unwichtig! Ist er? ...

 

 

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New Life - 13 Years Of Electronic Lust


01. Laibach - Geburt einer Nation 4:20
02. Front 242 - Quite Unusual 4:57
03. Chris & Cosey - Driving Blind 5:50
04. Moev - Wanting 6:22
05. Skinny Puppy - The Choke 5:00
06. Click Click - I Rage, I Melt 6:27
07. Die Krupps - Machineries Of Joy 6:31
08. Mussolini Headkick - Your God Is Dead 3:52
09. Numb - Hanging Key 6:15
10. Psyche - Brain Collapse 4:08
11. The Klinik - Cold As Ice 6:11
12. Front Line Assembly - Landslide 4:45
13. Cassandra Complex - One Millionth Happy Customer (EBM-Mix 1994) 6:00
14. Nitzer Ebb - Let Beauty Loose 2:23
15. Severed Heads - New Life 4:07

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