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THE WEATHERMEN : September 1988 - Heft 37

 

Bisher zeichneten sich “The Weathermen” durch eine sagenumwogene Anonymität aus. Dies sollte erklärterweise dem zweck dienen, die Aufmerksamkeit der Medien sowie der Käufer allgemein, auf ihre Musik zu lenken.

Gesagt, getan ... Weathermen´s “Poison” wurde 1987 zum Electronic-Hit schlechthin erklärt.

Chuck B. und Joe Shark lieferten uns Hand in Hand mit ihrem “Black Album” eines ihrer ersten Interviews überhaupt ... .

 

Evelyn Sopka / New Life : “Wie sah euer Einstieg in die Electronic Music aus?”

Chuck B. / The Weathermen : “Es ist schon eine Weile her, als ich angefangen habe Electronic Music zu machen, aber das spielte sich auf einer anderen Ebene ab, als wir das heute tun. Es war mehr die experimentellere Seite, die uns anfänglich interessierte, in der Anfangszeit auch in engem Zusammenhang mit Theater und Film.”

Evelyn Sopka / New Life : “Wo liegen die Beweggründe für den Einsatz der Sampling Technologie?”

Chuck B. / The Weathermen : “Erst mal ist zu sagen, dass wir die Samplings auf dem “Black Album” zum ersten mal anwenden.”

 

Joe Shark / The Weathermen : “Wir sind Kinder der heutigen Area! Wenn wir in den 50ern Musik gemacht hätten, so hätten wir mit Bestimmtheit Instrumente benutzt, die in der damaligen Zeit “neu” waren, also z.B. die E-Gitarre. In den 80ern sind es Computer und die Sample-Methoden, die die interessantesten Sounds versprechen.”

Chuck B. / The Weathermen : “Die technologischen Möglichkeiten machen einen für vielerlei Dinge offen. Die Idee des Samplings ist ganz klar die Revolution der heutigen Area, weshalb sie auf uns so eine grosse Faszination ausübt. Wir sehen es als neuen Weg, über Musik nachzudenken. Durch den Sampleprozess hat sich das Gesicht der populären Musik verändert, und diese Entwicklung wird sich noch in einem nicht absehbaren Ausmass verstärken.”

Evelyn Sopka / New Life : “Welche Dinge möchtet IHR mit EURER Musik ausdrücken?”

Chuck B. / The Weathermen : “Ich glaube die Ironie des Lebens schlechthin ... .”

Evelyn Sopka / New Life : “Warum der Name “The Weathermen”?”

Chuck B. / The Weathermen : “Es war der Name einer radikalen Underground-Organisation in den späten 60er Jahren, die ihren Sitz in den USA hatte.”

Evelyn Sopka / New Life : “Bezeichnet ihr euch gerne als politisch?”

Joe Shark / The Weathermen : “In gewisser Weise ... Wir haben unsere eigenen politischen Ansichten, die nicht unbedingt mit der betriebenen Politik übereinstimmen müssen. Wir wollen unsere Ansichten gar nicht mit anderen teilen. Wir versuchen aber zumindestunseren Zuhörern unsere Gefühle oder unseren Glauben zu vermitteln. Unser erstes Album war wesentlich mehr von der Politik beeinflusst, z.B. Songs über den Krieg. “The Black Album” ist mehr von der Politik der Beziehungen, auch sexueller Beziehungen, beeinflusst. Nicht aber durch Dinge wie : “Die Welt wird in die Luft fliegen, wenn Präsident Reagen regiert”.”

Evelyn Sopka / New Life : “Viele handeln euch aus Unkenntnis als typisch-belgische Technoband ... .”

Chuck B. / The Weathermen : “In Belgien ist lediglich unsere Plattenfirma beheimatet und in Brüssel haben wir “The Black Album” aufgenommen. Zur Zeit leben wir in Frankreich, wollen aber möglichst bald wieder zurück in die Staaten.”

Evelyn Sopka / New Life : “Zieht ihr es vor, in den USA zu leben?”

Chuck B. / The Weathermen : “Nicht unbedingt! Wir nögen beide Seiten des Ozeans. Manche Dinge sind drüben besser, manche jedoch in Europa.”

Evelyn Sopka / New Life : “Und Deutschland?”

Chuck B. / The Weathermen : “Wir haben Deutschland erstmals auf unserer letztjährigen Tour gesehen - es ist ein komisches Land, sehr groß. Soweit ich das beurteilen kann, gibt es in Deutschland eine Menge verschiedener Mentalitäten. Ich denke es existiert hier ein ganz anderes “Feeling” als beispielsweise in Frankreich. Auch das Publikum unterscheidet sich entschieden. Das ist wirklich das einzige, was man von Deutschland mitkriegt auf Tour; ausser den Städten an sich. Ich glaube dass der Deutsche besser zuhört. Vielleicht hat es auch etwas mit der Musik zu tun, die wir machen. Vielleicht auch mit der deutschen Plattenfirma, da sie es verstehen, uns gut zu verkaufen.

Evelyn Sopka / New Life : “Wie sieht es mit den Touren aus? Akzeptiert ihr das als eine Tätigkeit, die die Musik einfach mit sich bringt?”

Joe Shark / The Weathermen : “Ich mag es wirklich! Es ist anders als Interviews oder Promotion zu machen. Diese Dinge füllen dich weiss Gott nicht aus. Das Touren dagegen ist ein Erlebnis. Es strengt zwar an und geht mitunter an die Nerven, aber es ist etwas, was einem Erfüllung bringen kann. Man gibt viel von sich selbst Preis, bekommt aber als Ausgleich vieles vom Publikum zurück.
Unsere Tour letztes Jahr war sehr witzig. Keiner kannte uns. “Poison” war den Leuten zwar schon ein Begriff, aber weiter kannten sie nichts. Das Publikum war aber sichtlich überrascht - positiv überrascht, wie wir empfanden. Wir jedoch waren nicht gerade überwältigt. Bruce und ich konnten uns zwar vorstellen, dass nicht gerade 10.000 Leute vor den Hallen warten würden, doch hatten wir mehr erhofft. Wir spielten in Deutschland glaub ich in 6 Städten!”

Evelyn Sopka / New Life : “Der Album-Titel “The Black Album According To The Weathermen” ist ja wohl eindeutig auszulegen, so dass die Ironie gleich vorweg nehmen darf, oder? Prince - Terence Trent D´Arby ... .”

Joe Shark / The Weathermen : “Wer ist Prince? Nein, eigentlich hat es etwas mit dem White Album von den Beatles zu tun, haha! Mal im Ernst : Die Musikszene ist doch alles in allem ziemlich langweilig geworden, heutzutage. Wir dachten es ist grossartig, dass durch dieses Hin- und Her das “Black Album” von Prince bereits zu einer Legende geworden ist. Das soetwas überhaupt noch möglich sein kann, hat uns getröstet. Es hat dem Musikgeschehen wieder eine gewisse Spannung zurückgebracht. Du musst die Sache mit einem Zwinkern im Auge betrachten : Die Sache, dass wir unser Album “The Black Album According To Terence Trent D´Arby” benannt haben, aber auch mit einem Zwinkern an Trent D´Arby, der ja wirklich sooooo gerne Prince sein möchte. Hör dir seine Platte an, der absolute Kopierversuch.”

Evelyn Sopka / New Life : “Ihr klaut nirgends? Wo bekommt ihr eure Songideen her?”

Chuck B. / The Weathermen : “Die meistenSachen haben etwas mit persönlichen Dingen oder Erlebnissen zu tun, sind aber auch durch äussere Einflüsse wie Filme beeinflusst worden. Es ist wie das Samplen von Emotionen oder Umgebungen. Wir hören beide “black American Disco Music”: Gerade das macht unsere Musik interessant. Wir mischen, da wir Electronic Music machen, beides miteinander ab - danach erhält unser Sound seinen Charakter, seinen seltsamen “Groove”.”

Evelyn Sopka / New Life : “Ihr hört nicht wie viele Kollegen ausschließlich Electronic Music?”

Joe Shark / The Weathermen : “Nein, überhaupt nicht! Das einzige, was ich wirklich oft höre ist Kraftwerk. Ich finde sie einfach brilliant. Jedes Mal, wenn ein neues Album rauskommt, höre ich für 2 Wochen von morgens bis abends nur Kraftwerk, dann ist erstmal Schluss.
Nicht dass ich die Musik dann nicht mehr hören könnte; es ist viemmehr so, als ob ich sie vorerst geschluckt hätte.”

Chuck B. / The Weathermen : “Wenn ich zwischen einer Electronic Body Band und Kraftwerk oder Yello wählen müsste, würde ich auf alle Fälle Kraftwerk und Yello auflegen.”

Evelyn Sopka / New Life : “Seid ihr einverstanden, wenn man eure Musik als Electronic Body Music einstuft?”

Chuck B. / The Weathermen : “Wir haben einen eigenen Namen für unseren Sound gefunden. Wir nennen ihn Positronic. Es setzt ich aus “Positiv” und “Electronic” zusammen. Das soll nicht heissen, dass wir etwas gegen die sogenannte Electronic Body Music-Bands haben.”

Evelyn Sopka / New Life : “Gibt es in den USA gute Electronic Bands? Man hört immer nur von US-Bands, wenn sie nach Europa kommen und das geschieht selten genug!”

Chuck B. / The Weathermen : “Es gibt schon einige gute Bands, aber es ist schwer für sie, in den Staaten Platten zu veröffentlichen. Die Differenzierung zwischen “Underground” und “Overground” ist wesentlick krasser, als hierzulande. In den Staaten ist es problematischer für eine Underground-Band Platten zu verkaufen als in Europa. Wir werden in den USA von Wax Records vertrieben, die so ziemlich als einzige diese Art von Sound in den Staaten zu verkaufen in der Lage ist.”

Evelyn Sopka / New Life : “Wie seid ihr auf Play It Gain Sam Records gestossen?”

Joe Shark / The Weathermen : “Es war eine tolle Sache. Wir haben Play It Gain Sam Records einfach per Post ein Tape geschickt und fragten, ob sie dafür bezahlen und es veröffentlichen wollten. Sie sagten spontan zu ohne zu wissen, wer wir eigentlich sind.”

Evelyn Sopka / New Life : “Warum sind die Texte für euer “Black Album” nicht abgedruckt?”

Chuck B. / The Weathermen : “Das fragen wir uns allerdings auch. Es ist eine Schande! Wir wollten sie nämlich abgedruckt haben, hatten auch schon alles fristgerecht abgeliefert, sodass es gedruckt werden konnte. Vorgesehen war, dass ein Extrablatt mit allen Texten dem Innencover beiliegen würde. Wir können nur noch einmal sagen, dass es wirklich nicht unsere Schuld ist.”

Joe Shark / The Weathermen : “Die Texte sind sehr wichtig für uns und für das Verständnis der Songs, aber für bestimmte Titel sind die Texte sogar wichtiger als die Musik an sich.”

Evelyn Sopka / New Life : “Ihr spielt live lediglich zu zweit auf der Bühne .... .”

Chuck B. / The Weathermen : “So war es auf der letzten Tour, doch für unsere nächste Tournee im Oktober wird noch ein Live-Drummer dabei sein.”

Evelyn Sopka / New Life : “Also kein Drumcomputer mehr?”

Chuck B. / The Weathermen : “Es werden natürlich einige Drumsquenzen auf tape mit dabei sein.”

Evelyn Sopka / New Life : “Arbeitet ihr auch noch mit anderen Musikern zusammen?”

Joe Shark / The Weathermen : “In The Weathermen? Nein, wir sehen kein Nutzen darin. Es zahlt sich nur mit uns beiden gut aus. Wir arbeiten schneller und wir kommen gut voran mit unserer Arbeit. Es ist sehr hart, wenn du in einer Band bist. Du musst die Entscheidungen mit jedem einzelnen treffen, auf alle Bandmitglieder Rücksicht nehmen. Als Duo sind wir da ungebundener. Obwohl ... Es ist nicht gut, wenn man ein immenses Ego hat! Ich persönlich habe eins, haha!”

Evelyn Sopka / New Life : “Es ist selten genug, dass ihr Interviews gebt. Gibt es vielleicht noch eine Message, die ihr gerne loswerden möchtet?”

Chuck B. / The Weathermen : “Ich glaube nicht, es ist alles was wir zu sagen haben auf den “Black Album” zu finden ... grins!”

Evelyn Sopka / New Life : “Etwas vielleicht noch : Wir sind vor dem Interview mit dir aus einer Diskussion mit der Plattenfirma gekommen. Wir haben über Dinge wie : “Was wird die nächste Single?”, Marketing etc. gesprochen. Um ehrlich zu sein - uns steht das alles bis hier oben!!! Sprüche wie : “In der Absatzpolitik braucht man eine Single um das Album zu promoten!”
Ich denke nicht, dass wir das brauchen, weil ein starkes, kräftiges Album mit einer Aussage dahinter ist. Es ist voller Gefühle. “The Black Album” ist keine Platte, die Du kaufst und sofort wieder vergisst!”

 

 

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05. Skinny Puppy - The Choke 5:00
06. Click Click - I Rage, I Melt 6:27
07. Die Krupps - Machineries Of Joy 6:31
08. Mussolini Headkick - Your God Is Dead 3:52
09. Numb - Hanging Key 6:15
10. Psyche - Brain Collapse 4:08
11. The Klinik - Cold As Ice 6:11
12. Front Line Assembly - Landslide 4:45
13. Cassandra Complex - One Millionth Happy Customer (EBM-Mix 1994) 6:00
14. Nitzer Ebb - Let Beauty Loose 2:23
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