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NITZER EBB : November 1988 - Heft 38

 

Nitzer Ebb, eine weitere junge, frische Band aus den östlichen Suburbs von London, gehören längst zur Crème de la Crème der englischen Techno-Dance-Szene und sind nicht erst seit ihrer Unterzeichnung bei Mute Records und der Tour mit Depeche Mode auch bei den Kontinental Europäern zu einem Begriff für gradlinigen, kompromisslos-harten Industrial-Sound geworden.

Die Band die seit 1983 auf ihrem eigenen Kleinstlabel “Power Of Voice Communications” Platten veröffentlichte, kann heute besonders die West-Coast in USA, Skandinavien und Deutschland zu Hochburgen der Nitzer Ebb-Fans zählen. In den USA, wo die Band ebenfalls als Support Depeche Mode´s auftreten sollte - was dann allerdings wegen Visa-Problemen nicht klappte - zählt Nitzer Ebb noch vor bei uns erfolgreichen Bands wie Front 242 oder à;GRUMH... zu den tonangebenden Vorreitern der neueren, härteren Technowelle. Ihr Sound wird gleichermassen von Schwarzen und Weissem Publikum geschätzt ihre Platten erreichern, wenngleich oft noch durch Import Kanäle, Verkaufsziffern, die in England oder Deutschland (noch) nicht erreicht werden.

 

Ihr Image - wenn man davon sprechen will - glich bis vor kurzem noch der einer geheimnisumwitterten Band, die Intervies und öffentliche Zurschaustellung ebenso ablehnte, wie grossartig beworbene Plattenveröffentlichungen und Konzerte.

Inzwischen haben sie ihre Verhaltensweisen in mancher Hinsicht deradikalisiert. Offen und scheinbar bereitwillig lassen sie mit sich reden und sich ohne Widerspruch ablichten.

Die bevorstehende Veröffentlichung ihrer neuen LP “Believe” im Oktober schien uns aber Anlass genug, ein kurzes Gespräch mit der Band zu suchen, um die ein oder andere Frage anzuschneiden, die vielleicht bei unserem ersten Interview im Heft 33 zu wenig beleuchtet wurde.

 

Hakan Ehrnst / New Life : “Was gilt für Dich als Zeitpunkt der Gründung von Nitzer Ebb?”

Nitzer Ebb : “Ich würde sagen 1983, damals war ich 17 Jahre alt und ich begann erstmals, einigermassen verwendbare Soundstrukturen zu komponieren.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Wie seid ihr dann an Mute Records herangetreten?”

Nitzer Ebb : “Es war eigentlich umgekehrt : Wir hatten auf unserem eigenen Label P.O.V.C. bereits 4 Platten veröffentlicht, zusammen mit Phil Harding, der ja wiederholt für Mute Records tätig war und ist. 1984 veröffentlichten wir damals unsere erste Maxi. Mute Records kontaktierte uns dann und sagte, ihnen gefiele unser Material und ob wir an einer Zusammenarbeit interessiert wären. Wir waren natürlich sofort Feuer und Flamme; Mute Records hat den besten Ruf in England, den man sich vorstellen kann. Ausserdem wussten wir natürlich, dass Mute Bands wie DAF oder Liaisons Dangereuses in England bekannt gemacht hatte und wir fanden, wir würden sehr gut in dieses Umfeld passen. Unsere erste Maxi, vorerst noch in loser Zusammenarbeit mit Mute Records, war dann “Murderous”, die im Jahr 1986 erschienen ist, seither auch nochmals neu aufgelegt wurde.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Als ihr dann endgültig zu Mute gewechselt habt, habt ihr euer altes Label aber weiter bestehen lassen?”

Nitzer Ebb : “Nur für eine kurze Weile. Jetzt da wir definitiv bei Mute Recods sind, lassen wir unser altes Projekt auslaufen. Wir behalten uns aber vor, jederzeit wieder etwas auf unserem eigenen Label zu veröffentlichen. Das ist auch der riesige Vorteil bei Mute Records : Du bist nicht auf Jahre hinaus an Verträge gebunden, sondern kannst ziemlich frei agieren.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Vor einer Weile habt ihr euch von David, eurem Drummer getrennt ... .”

Nitzer Ebb : “ Ja, das hatte verschiedene Gründe. David war mit uns zusammen, seit früher Schulzeit. Als dann Nitzer Ebb grösser und grösser wurde, zeigte es sich, dass David immer grössere Probleme bekam, Zeit für die Arbeit bei uns aufzubringen. Ausserdem herrschte längere Zeit eine uns belastende Ungewissheit, ob David zur Armee gehen wollte oder nicht. Da er uns keine Garantie geben konnte, ob er durch die Armee für uns längere Zeit nicht mehr zur Verfügung stand, kamen wir überein, uns von ihm zu trennen, So waren wir frei und er ebenso.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Spieltet ihr vor Nitzer Ebb in anderen Gruppen?”

Nitzer Ebb : “Eigentlich nicht. Auch wenn der Name Nitzer Ebb vielleicht noch nicht bestand, spielten wir schon seit wir denken zusammen, haha! Am Anfang waren wir musikalisch gesehen mehr streunende Hunde. Wir probierten alles aus, was es an neuen musikalischen Wegen und Ideen gab. Wir spielten mit Werkzeugen und Metallstäben, wir hatten Gitarren - kurz, wir brauchten eine ganze Weile, bis wir einen eigenen Stil fanden.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Wie kamt ihr dazu, als Vorgruppe von Depeche Mode zu spielen? Hing das nur mit dem Umstand zusammen, dass ihr eine Mute Band seid, oder ... ?”

Nitzer Ebb : “Nein, gar nicht. Es waren Depeche Mode, die uns wollten. Wir kannten Depeche Mode schon lange vorher, da wir aus der gleiche Ecke, östlich London´s stammen.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Ihr spielt hier in Malmö auf einem Festival, das eigentlich von Euch abgesehen nur gestandene Rock-Bands - Marke Mainstream/Hardrock - enthält. Glaubt Ihr, hier überhaupt am richtigen Platz aufzutreten?”

Nitzer Ebb : “Ich denke ja. Die Leute auf diesem Festival sind glaube ich nicht gekommen um eine bestimmte Art von Sound zu hören, sondern weil sie lauten, heavy Sound hören wollen. Ich glaube wir unterscheiden uns extrem von anderen Hard-Electronic-Bands, gerade was unsere Auftritte anbelangt. Ich glaube dieses Festival ist auch eine gute Gelegenheit für Leute, die elektronische Musik nicht mögen oder Vorurteile dagegen besitzen, sich eines besseren belehren zu lassen.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Habt ihr das Gefühl, viele Depeche Mode Fans auf der Tour für Nitzer Ebb gewonnen zu haben?”

Nitzer Ebb : “Eine schwierige Frage. Vielleicht haben wir das gar nicht im Sinn gehabt. Ich glaube, es ist einfach wichtig, möglichst vielen Leuten klarzumachen dass es die unterschiedlichsten Auffassungen von zeitgemässer, progressiver Musik gibt und ich denke, gerade Depeche Mode-Fans sollten sehr empfänglich für neue Sounds sein. Depeche Mode ist wohl eine der innovativsten Bands und die Leute, die ihre Musk hören, gehören eben zu den Menschen, die neuen Sounds gegenüber offen stehen. Wir glauben auch, dass - je älter du wirst - desto weniger wirst du dich einer Band verbunden fühlen. Der musikalische Horizont beginnt sich zu weiten und plötzlich entdeckst du, dass du etwas verpasst, wenn du nur immer eine Band hörst. Das gilt übrigens auch für unsere Arbeit. ich meine, es wäre sehr langweilig auch für uns selbst, jahrelang ewig den gleichen harten, treibenden Sound zu produzieren. Auch wir müssen uns verändern, um unser Publikum - und was noch viel wichtiger ist - uns selbst nicht zu langweilen. Unsere erste LP war sehr “strong”, hart und heavy. Unser nächstes Album wird ohne Zweifel mehr neue Stimmungen und Farbnuancen enthalten.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Softere?”

Nitzer Ebb : “Ja, in gewisser Hinsicht bestimmt. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns selbst verkaufen oder verraten, es stellt vielmehr eine ganz natürliche Entwicklung dar. Viele der Songs aus unserem letzten Album, stammen in ihren Grundzügen noch aus der Zeit, als wir 14 oder 15 Jahre alt waren. Wir stehen nachwievor zu den Songs und dem Album, aber mit der Zeit wirst du älter, lernst neue Dinge und neue Sounds kennen, und dein eigener Geschmack beginnt sich unweigerlich zu verändern. Es gibt Bands, die jahrelang Erfolg mit einem bestimmten Soundmuster haben und allein schon aus Image- und Verkaufsgründen niemals wagen würden, ihren Sound zu verändern. Wir sagen : Das ist wahrer Verrat an der eigenen Musik. Wenn du dich jahrelang selbst kopierst, nur um bestimmten Erwartungen deines Publikums zu entsprechen, obwohl man unterdessen am liebsten ganz anderen Sound machen wollte. Diese Bands sind zu bemitleiden. Nach wenigen Jahren werden sie sich kaputtkopiert haben, dass weder das Publikum noch sie selbst ihren Sound mehr hören können. Das versuchen wir zu vermeiden, indem wir völlig unbeeinflusst von Strömungen und Meinungen unseren Sound derart entwickeln, dass wir auch gefühlsmässig jederzeit voll dahinter stehen können.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Keine Gefühlskonflikte, wenn ihr plötzlich kommerzielleren Sound macht? Wenn Ihr Eure Musik macht, berücksichtigt Ihr da auch bewusst, kommerzielle Aspekte?”

Nitzer Ebb : “Grundsätzlich hängt es davon ab, ob eine Band von Seiten der Plattenfirma aus unter Druck gesetzt wird, eine kommerzielle Platte zu machen. Aber man kann nicht unterscheiden in Musik, die man machen will und Musik, die kommerziell ist. Wichtig ist vielmehr, dass sämtliche Musik, die du machst, einer ehrlichen Überzeugung entspringt. Musik, zu der du jederzeit stehen kannst, Songs an die du glaubst. Ich meine : was ist falsch an einem kommerziellen Song? Wenn du an einen Song glaubst, dann spielt es keine Rolle, ob er kommerziell ist oder nicht. Auch wir haben schon sehr früh sehr kommerzielle Songs geschrieben. Die B-Seite unserer zweiten Maxi “So Bright, So Strong” ist ein Popsong, und man kann sagen, dass wir schon von unserer zweiten Maxi an kommerzielle Musik gespielt haben, immer zusammen mit auch härterer Ware. Wobei : Auch härterer Sound muss nicht zwingend unkommerziell sein!
Es kann auch durchaus ein faszinierendes Unterfangen sein, eine Platte zu machen, die auf der einen Seite wirklich unkommerziellen Sound enthält, und auf der anderen Seite eine Art “Perfecto Pop”. Bei uns gibt es keinen Pop, der einfach Scheisse wäre oder zu intellektuell klingen würde. Sehr wenigen Leuten ist es jeh gelungen, den perfekten Popsong zu schreiben, einigen Leuten gelang es, nahe dran zu kommen. Aber auch dieser Versuch, sogenannten perfekten Pop zu schreiben, kann durchaus fazinierend sein und hat nichts mit Verrat am eigenen Sound zu tun.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Wie beurteilt ihr die Entwicklung der Band in der Zukunft?”

Nitzer Ebb : “Es kommt darauf an, wie wir in der Zukunft fühlen werden. Weil ... die Band und ihr Output basiert stark auf unseren Feelings. Wenn wir uns damit nicht mehr wohl fühlen, wie sich die Band entwickelt, dann würden wir sofort aufhören. Aber im Moment fühlen wir uns erstklassig und ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das in den nächsten 2 bis 3 Jahren ändern wird. Also werden wir so weiterfahren, wie wir bisher gearbeitet haben, mehr kann ich auch nicht dazu sagen.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Was für Reaktionen erhieltet ihr in England auf eure allerersten Veröffentlichungen?”

Nitzer Ebb : “Da waren fast überhaupt keine Reaktionen. Es war damals eine ziemlich schlimme Zeit. Niemand wollte unsere Musik, oder überhaupt neue Strömungen in der Musik verstehen, wie z.B. Hip Hop oder neue Arten der Tanzmusik wie unsere. Die ganze Zeit war eigentlich musikalisch gesehen völlig ereignislos. Die ganze Szene trat auf der Stelle, war sehr regressiv. Ich denke erst heute beginnen die Leute in England unsere Art von Musik überhaupt langsam zu verstehen.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Gab es für euch einen bestimmten Zeitpunkt, wo ihr fandet euren Durchbruch erreicht zu haben?”

Nitzer Ebb : “Nein, ich denke wir haben ihn immer noch nicht erreicht. Wir hatten in der Vergangenheit mehrmals die Möglichkeit, ein bestimmtes Produkt in einzelnen Ländern wirklich gross herauszubringen, zu pushen und das selbe Problem mit der Presse hatte auch Front 242. Mit uns in England sehen wir das so : Die englische Musikpresse braucht zwingendermassen immer eine Band, die man hassen kann. Und für die letzten 5 Jahre waren wir diese Band, haha!
Jetzt allerdings, wo gerade auch unsere älteren Platten in allen englischen Clubs ununterbrochen gespielt werden, wo Nitzer Ebb als “trendy” gilt, da kommen die gleichen Journalisten, die jahrelang vernichtend über uns berichtet haben plötzlich an und wollen diese Entwicklung schon lange vorausgesehen haben. Es kommt vor, dass derselbe Journalist uns in einer Woche völlig runter macht und in der nächsten Ausgabe seines Blattes findet er uns schlicht genial und will uns schon seit Jahren bewundert haben. Das ist mit ein Grund, weshalb uns England mittlerweile völlig egal und unwichtig geworden ist. Wir fühlen uns einfach völlig verarscht - deshalb konzentrieren wir uns viel lieber auf Europa und Amerika und damit vielleicht einen grossen Treffer zu landen. Aber wir entwickeln uns lieber auf natürliche Weise; langsam und konsequent. Man muss auch dem Publikum Zeit lassen, sich mit einer Band oder einer bestimmten Musik “mitzuentwickeln”. Ich denke wir sind auch jetzt noch nicht bereit dazu, den ganz grossen Erfolg heimzuholen. Ich meine : Wenn wir sehr schnell sehr grossen Erfolg gehabt hätten, dann hätten wir wohl gefühls- und entwicklungsmässig zwangsläufig nicht mithalten können und der Band wäre unter Umständen grosser Schaden zugestoßen.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Eure Band und insbesondere euer Auftreten auf der Bühne gilt als sehr hart und extrem. Schon anderen Gruppen und eben auch euch wurde deshalb vorgeworfen, ihr würdet faschistisches Gebaren verherrlichen ... :”

Nitzer Ebb : “Wir können diese unverbeserlichen Kritiker einfach nicht mehr ernst nehmen - mittlerweile berührt es uns auch gar nicht mehr, wenn Leute das von uns denken. Wir haben schon so oft unseren Standpunkt dargelegt, aber die Leute wollen einfach nicht zuhören, sie wollen einfach die Politik unserer Band nicht verstehen respektive missverstehen. Unsere Art aufzutreten soll endlich als das akzeptiert werden, was es ist : Eine ganz bestimmte Art des Ausdruckes. Man kann es auch als starkes Image bezeichnen und wir sehen nicht, warum wir das ändern sollten.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Habt ihr eine Idee davon, welches spezifisches Publikum ihr in England ansprecht?”

Nitzer Ebb : “Nun, ich glaube es entspricht etwa dem Publikum hier in Schweden oder andererorts. Früher sprachen wir fast ausschliesslich junge, vor allem männliche Jugendliche an, die die Schnauze voll hatten von Clichee beladener Muikwie Rock´n´Roll etc. Leute einfach, die endlich mal was Neues, klar verständliches hören und sehen wollten. Heute ist es mehr eine Mischung aus diesen Leuten aber auch den sogenannten “normalen” Discobesuchern, die auf Acid House oder Lyric Beats stehen; momentan die Sache in der englischen Szene. Viele mögen uns einfach, weil wir in diese Rubrik einfach reinpassen. Ich weiss nicht, wie lange wir dazugerechnet werden, Tatsache ist aber, dass wir in solchen Kreisen gut ankommen.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Wo nehmt ihr Eure Inspiration her?”

Nitzer Ebb : “Nun, von überall. Aus sehr poppigen Platten, Funk, amerikanischen Einflüsse - die Palette reicht weit. Es gibt auch keine bevorzugte Bands von Nitzer Ebb. Wir hören alle unterschiedlichste Sounds. Ich persönlich mag Nick Cave sehr gut.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Woran - meinst du - liegt es, dass es heute immer mehr dieser Front 242 Gruppen gibt, Technobands?”

Nitzer Ebb : “Ich glaube, es hängt unter anderem auch damit zusammen, dass viele versuchen, ständig ihre Vorbilder zu kopieren. Viele verspüren mehr das Bedürfnis, individuelles zu produzieren. Es gibt nun mal viele Bands heutzutage, die Sampler, Sequenzer und Synthies benutzen, um ihre Gefühle, ihre musikalischen Ideen auszudrücken. Und leider gleichen sich allzuoft die einzelnen Bands untereinander stark. Ich denke, die ganze Entwicklung im Technosektor befindet sich ziemlich am Anfang. Wirklich neue musikalische Wege in diesem immer noch neuen Sektor der Musik, beginnen sich erst jetzt richtig zu entwickeln. Wir befinden uns immer noch in einer experimentellen Anfangsphase und völlig neue Ebenen in den Möglichkeiten der neuen technischen Hilfsmittel, müssen erst noch erschlossen werden. Trotzdem finde ich, dass es eigentlich keine wirklich schlechten Technobands gibt.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Wo denkt ihr kommt euer Sound im Moment am besten an?”

Nitzer Ebb : “Das ist nicht schwer zu erraten. Auf unserer Tour mit Depeche Mode, wo wir in wirklich grossen Hallen spielten, war der Empfang und die Reaktion des skandinavischen Publikums eindeutig ein Höhepunkt der Tour. Aber es hängt nicht mal unbedingt davon ab, ob ein Volk besonders empfänglich für unsere Musik ist oder nicht. Es kommt vielmehr darauf an, wie leicht die Leute in einem Land allgemein zu begeistern sind. Ich denke Völker wie Spanier oder die Franzosen sind weitaus leichter zu begeistern als zum Beispiel Deutsche oder Engländer. Jedenfalls freuen wir uns auf unsere erste ausgedehnte eigene Tour, die wir nach der Veröffentlichung unserer neuen LP kurz vor Weihnachten starten werden.”

Hakan Ehrnst / New Life : “Erhebt ihr den Anspruch, den Leuten mit eurer Musik eine bestimmte “Message” vermitteln zu wollen?”

Nitzer Ebb : “Ich denke in gewisser Hinsicht schon. Wir finden einfach, die Leute sollten mehr positiv denken und mehr nach ihrem Gefühl handeln, statt auf die Umgebung zu achten. Wir vertreten den Standpunkt, dass es nicht so wichtig ist, überall Erfolg und Anerkennung dafür zu ernten, was man tut. Wichtiger ist es daran zu glauben und dahinterstehen zu können, was man tut. Auch wenn man scheitert : Die Absicht ist wichtig, nicht Erfolg oder Misserfolg!
Bei Live-Auftritten sieht das etwas anders aus : Unser Ziel ist es, den Leuten Freude zu bereiten, sie zum tanzen und ausflippen zu animieren. Wir erwarten keineswegs, dass Leute still dastehen, unser Gehabe auf der Bühne beobachten und sich dabei vielleicht sogar noch Gedanken machen, was wir damit ausdrücken wollen. Das ist auch der Grund, warum wir Platten veröffentlichen. Die Leute sollen sich die Platten zuhause anhören und sich in Ruhe zuhause in ihrem Zimmer Gedanken zu machen - OK! - aber live bringen wir wirklich unser ganzes Können und unsere ganze Kraft ein, das Publikum zu unterhalten, die Leute zu einem Teil unserer Show werden zu lassen. Wir arbeiten so hart wie wir nur können auf der Bühne und wir erwarten eigentlich dasselbe von unserem Publikum drunten auf der “Tanzfläche”.”



Nitzer Ebb Interview vom Mai 1989 aus dem New Life, Heft 42 : [
HIER LESEN ].

 

 

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New Life - 13 Years Of Electronic Lust


01. Laibach - Geburt einer Nation 4:20
02. Front 242 - Quite Unusual 4:57
03. Chris & Cosey - Driving Blind 5:50
04. Moev - Wanting 6:22
05. Skinny Puppy - The Choke 5:00
06. Click Click - I Rage, I Melt 6:27
07. Die Krupps - Machineries Of Joy 6:31
08. Mussolini Headkick - Your God Is Dead 3:52
09. Numb - Hanging Key 6:15
10. Psyche - Brain Collapse 4:08
11. The Klinik - Cold As Ice 6:11
12. Front Line Assembly - Landslide 4:45
13. Cassandra Complex - One Millionth Happy Customer (EBM-Mix 1994) 6:00
14. Nitzer Ebb - Let Beauty Loose 2:23
15. Severed Heads - New Life 4:07

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