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FRONT LINE ASSEMBLY : Juni 1992

 

”Front Line Assembly - das bestgehüteste geheimnis, seit es Techno gibt!” So beschrieb ein US-Journalist, in gänzlicher Unkenntnis einer ähnlich klingenden deutschen Schokoladenwerbung Front Line Assemby. Die zarteste Versuchung, seit es Techno gibt, sind die Kanadier nachwievor nicht, aber ihre neue CD “Tactical Neural Impact” ist wesentlich ruhiger und technisch ausgefallener als “Caustic Grip”. Einen Vorgeschmack auf das neue Material liefert die Maxi “Mindphaser”, in Deutschland vermutlich ab Anfang April erhältlich, während der Langplayer Anfang Mai das Licht der Plattenläden erblicken dürfte. Bill Leeb und Rhys Fulber stecken zur Zeit bis zur Halskrause in Arbeit : neben Videodreharbeiten in Vancouver steht auch die Vorbereitung einer US/Europatour an. Doch schon vor der Promotiontour konnte New Life mit Front Line Assembly sprechen. Hier sind die Neuigkeiten.

 

Bettina von Stockfleth / New Life : “Das neue Album klingt wesentlich anders als sämtliche Vorgänger. Wie kam es zu diesem krassen Stilwechsel?”

Bill Leeb / Front Line Assembly : “Tja, man wir halt älter und gesetzter ... !”

Rhys Fulber / Front Line Assembly : “Jedes unserer Alben ist anders als die vorangegangenen. Wir suchen ständig nach neuen Sounds.”

 

 

Bill Leeb / Front Line Assembly : “Diesmal wollten wir bewußt sehr langsame Songs konstruieren. Ich denke dass “Tactical Neural Impact” zugänglicher ist als “Caustic Grip”. “Caustic Grip” lässt sich nur dann wirklich geniessen, wenn man in der richtigen Stimmung dafür ist, sich abreagieren will. Unsere neue CD ist etwas, was man auch mal nachts in einer ruhigen Stimmung hören kann.”

Rhys Fulber / Front Line Assembly : “Von der ganzen Stimmung her wollten wir weg von Dancefloortracks, die gerade aktuell sind. “Industrial” ist auch so abgenutzt ... .”

Bill Leeb / Front Line Assembly : “Ich kann keine Platten mehr hören, die sich etwa so anhören : “Grrrck - pfff - schhhh - grrrck etc”. Cevin (Key) und ich haben solches Material zusammen produziert, in unserer Anfangsphase - das war vor elf Jahren. Und irgendwann hängt es einem sozusagen aus den Ohren heraus, dann muss sich etwas ändern. Vielleicht verlieren wir einige Fans durch den Stilwechsel, aber es kommen bestimmt auch neue dazu. Ich kenne diverse Bands, die machen sechs Platten, und wenn man die ersten drei gekauft hat, braucht man sich um den Rest nicht mehr kümmern, weil es eh immer dasselbe ist. Wenn man unsere ersten beiden Platten hört und dagegen das neue Material ... . Es ist nicht einmal dieselbe Besetzung, sondern etwas völlig anderes, und das ist wichtig.”

Rhys Fulber / Front Line Assembly : “Unsere neue Platte spiegelt ein viel größeres Spektrum an Emotionen wieder als die anderen Produktionen.”

Bill Leeb / Front Line Assembly : “Es ist schwieriger, etwas gefühlvolles zu produzieren als eine harte, krachige Platte. Man muss sich mehr öffnen und wird plötzlich viel verletzlicher. Es ist einfacher, eine verzerrte Stimme gross aufzublasen und sich die Seele aus dem Leib zu schreien über Tod, Hass und “das interessiert mich einen Scheissdreck”: Früher brauchte ich das als Selbstschutz - ich konnte mich gut dahinter verstecken.”

Rhys Fulber / Front Line Assembly : “Alles das, wofür “Industrial” einmal stand, hat sich abgenutzt. Mit unserer Musik hat das nichts mehr zu tun. Es schockiert auch niemanden mehr, es ist nur noch langweilig.”

Bill Leeb / Front Line Assembly : “”Techno” ist ein heikler Begriff. Ich meine, was heisst das schon? Jeder benutzt Technik im Studio, selbst Bruce Springsteen. Ich denke allerdings, dass wir mehr Spaß daran haben, da wir alle Instrumente selber spielen können.”

Rhys Fulber / Front Line Assembly : “Wissen wir noch nicht ... .”

Bill Leeb / Front Line Assembly : “Es gibt einfach keinen Grund dafür. Wenn wir wie R.E.M. klingen wollten, ergäbe es vielleicht Sinn, aber so ... nein. Für eine Crossover-Geschichte würden wir eine völlig neue Band ins Leben rufen.”

Bettina von Stockfleth / New Life : “Wie wird eure Musik in Kanada aufgenommen im Vergleich zu den USA und Europa?”

Bill Leeb / Front Line Assembly : “In Kanada ührt sich kaum etwas, es gibt einfach zu wenig Menschen in diesem Land. Montreal und Toronto sind nicht übel, was das Publikum betrifft. Amerika und Europa sind etwa auf dem selben Level, was das Publikum betrifft. Das US-Publikum ist allerdings wesentlich wilder als das europäische. In Europa sind die Leute ausgesprochen reserviert, teilweise entsetzlich ernst.”

Rhys Fulber / Front Line Assembly : “In London können die Leute ziemlich ausflippen. Wenn man das Glück hat, die Hip-Band des Monats zu sein, gibt es kein Halten mehr. Man muss sich nur auf die Bühne stellen, man braucht nichts zu tun. Das Publikum findet es auf jeden Fall toll.”

Bill Leeb / Front Line Assembly : “Die Jahreszeit ist aber auch sehr wichtig ... .”

Rhys Fulber / Front Line Assembly : “Dänemark ist sehr merkwürdig, ebenso Deutschland. Jeder ist darauf bedacht, die richtige Attituede hervrzuheben und gut gestylt zu sein.”

Bill Leeb / Front Line Assembly : “Andererseits ist auch das ganz lustig zu den USA, wo nichts ohne Drogen geht in der Musikszene. In Skandinavien und Deutschland scheinen die Kids so gut wie keine Drogen zu konsumieren. Cevin (Key) erzählte mir, dass er in Schweden einen KOnzertbesucher nach einem Joint fragte, und er wurde ungläubig angestaunt.”

Bettina von Stockfleth / New Life : “Gerade Vancouver hat den Ruf, einer der größten Drogenumschlagplätze Nordamerikas zu sein. Spielen Drogen für euch eine Rolle?”

Bill Leeb / Front Line Assembly : “Seit fünf Jahren nicht mehr. Ich rauche ab und zu mal eine Zigarette oder trinke mal ein Bier, aber sonst - kein Interesse.”

Rhys Fulber / Front Line Assembly : “Es ist ganz interessant, mit Hilfe von Chemikalien Teile des Gehirns kennenzulernen, von dem man ohne Drogen nie etwas erfahren würde. Aber wenn man herausgefunden hat, dass es sie gibt, sollte man sich lieber um das Potential kümmern, das sozusagen naturgegeben vorhanden ist.”

Bill Leeb / Front Line Assembly : “Apropos ... wo wir gerade von den USA sprachen ... (Bill wühlt in einem Zeitschriftenstapel und gräbt nach längerem Suchen eine Faxnachricht aus.) ... das hat uns eine amerikanische Zeitschrift geschickt. Trent Reznor ist in einem Nine Inch Nails-Interview über uns hergezogen, und jetzt schicken sie uns eine Entschuldigung.”

Rhys Fulber / Front Line Assembly : “Warum tut er so etwas? Wir kennen Reznor nicht einmal persönlich.”

Bettina von Stockfleth / New Life : “Tja, dafür habe ich leider auch keine Erklärung. Aber wo wir gerade in der Abteilung “Lästern” sind : Was haltet ihr von den ganzen Technohouse-Eintagsfliegen, die derzeit den Markt überschwemmen und nach wenigen Wochen gänzlich von der Bildfläche verschwunden sind?”

Bill Leeb / Front Line Assembly : “Das berührt uns wenig. Grundsätzlich ist es schade, dass dadurch die ganze Musikrichtung so abgewertet wird. Die großen Plattenfirmen schneiden sich halt ein gewaltiges Stück vom Kuchen ab, und es ist schon ärgerlich, wenn man mitbekommt, wie eine Gruppe ein Stück ruck-zuck zusammenzimmert und damit auch noch einen Hit landet. Wir arbeiten wirklich sehr lange und feilen solange daran, bis wir wirklich zufrieden sind. Ach, wir sind überhaupt das bestgehüteste Geheimnis, seit es Techno gibt! - Das hat allerdings ein US-Journalist behauptet, das stammt nicht von uns.”

Rhys Fulber / Front Line Assembly : “Wenn man eine Weile im Geschäft ist, sein eigenes Ding macht und auch noch Spaß dabei hat, ist es ziemlich egal, was sonst noch auf dem Markt läuft. Auf jeden Fall hat man seinen sicheren Platz dort.”

Bill Leeb / Front Line Assembly : “Ich glaube, hier zeigt sich, wie wichtig der Gesang für eine Gruppe ist. Wenn man von einer Madonna-Platte den Gesang löschen würde, klänge sie wie eine x-beliebige Rave-Platte, die derzeit in Europa auf dem Markt ist. Jede Plattenfirma wird der Theorie beipflichten, dass der Gesang das wichtigste Element ist. Die Musik ist zweitrangig. Jeder Hit hat eine Hook-Line, die im Gedächtnis haften bleibt. Wenn man eine ganze Nacht nur Rave- und House-Musik hört, erinnert man sich doch an keine einzigen speziellen Titel. Die Bands, die einen markannten Gesang haben, bleiben dagegen präsent. Man assoziiert automatisch ein Gesicht damit.”

Rhys Fulber / Front Line Assembly : “Erst wenn es eine technische Möglichkeit gibt, das künstlerisch zu reproduzieren, sind wir wirklich in Schwierigkeiten.”

 

 

Lest hier auch ein weiteres Front Line Assembly Interview : [ November 1988 - Heft 38 ]

 

 

12" : Iceolate

12" LP : Gashes, Senses ...

12" LP : Caustic Grip

12" LP : Tactical Neural ...

 

 

 

 

Alle signierten Front Line Asembly Vinyl-Cover : [ HIER ]

 

 

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New Life - 13 Years Of Electronic Lust


01. Laibach - Geburt einer Nation 4:20
02. Front 242 - Quite Unusual 4:57
03. Chris & Cosey - Driving Blind 5:50
04. Moev - Wanting 6:22
05. Skinny Puppy - The Choke 5:00
06. Click Click - I Rage, I Melt 6:27
07. Die Krupps - Machineries Of Joy 6:31
08. Mussolini Headkick - Your God Is Dead 3:52
09. Numb - Hanging Key 6:15
10. Psyche - Brain Collapse 4:08
11. The Klinik - Cold As Ice 6:11
12. Front Line Assembly - Landslide 4:45
13. Cassandra Complex - One Millionth Happy Customer (EBM-Mix 1994) 6:00
14. Nitzer Ebb - Let Beauty Loose 2:23
15. Severed Heads - New Life 4:07

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