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FAMILIENTREFFEN / SANDERSLEBEN : Januar 2019.

 

Es ist bestimmt schon 7 oder 8 Jahre her dass ich zum ersten Mal vom Famiientreffen erfuhr. Ich war schockiert dass so ein Festival irgendwie an mir vorüber ging und so war ich entzückt dort gute Musik mit zusammen 400-500 Besuchern zu sehen und zu hören. Erfreulich war auch dass man dort keine Tekknopolka-Vögel sah, d.h. ein Festival ohne Cybertech, Aggrotech, TBM und ähnlicher Tekknopolka Bands. Prima!

Jährlich konnte man sich auf das Festival Anfang Juli freuen, auf den alljährlich stattfindenen Kornlauf als Nebenerscheinung des Festivals, das legendäre Fußballspiel, ... .

Aber irgendwie sind im Laufe der Jahre regelrechte Degenerationserscheinungen zu verzeichnen, die die Vorfreude auf dieses Festival, auf denen es unzählige gute Bands zu entdecken gibt, nicht wegzuleugnen sind und bei einigen Leuten soweit gehen, dass sie sich auf diese Pilgerfahrt ins gelobte EBM Land gar nicht mehr aufmachen.

Wir haben auf die auf der Homepage des Familientreffens veröffentlichte e-Mail eine Interviewanfrage mit dem Veranstalter des Familientreffens gestellt, zwei Mal sogar, aber (wie erwartet) hat man sich noch nichtmal die Mühe gemacht, persönlich zumindest eine Absage als Antwort zurückzuschicken.

Auf dem ersten Konzert von Tommi Stumpf nach 2 Jahrzehnten Pause in Hettstädt war ich selber Zeuge, wie an den Veranstalterb des Familientreffens eine Band herangetreten ist, die - so wie ich es verstanden habe - vergeblich versucht hat irgendweine Kontaktmöglichkeit mit dem Veranstalter zu bekommen um ihm ihr Demomaterial zukommen zu lassen. Die höflich gestartete Kontaktaufnahme wurde von ihm mit unfreundlichen Worten "Wir brauchen keine Bewerbungen, wir suchen uns unsere Bands selber aus!" beendet, was bei denen, die nicht zu seiner Klicke gehörten und es mitbekamen nur ungläubiges Kopfschütteln hervorrief. Mit diesem Hintergrund kann man wohl verstehen man sich auf die Interviewanfrage unsererseits noch nicht einmal zu einer Antwort herabliess.

Egal, kommen wir zurück zu dem Festival. Wie gesagt, irgendwie wurde nach und nach gefühlte Degeneration im Festival festgestellt, obwohl sich z.B. die Festivaltage im Vergleich noch vor ein paar Jahren verdoppelt haben, schlichen sich auch plötzlich unverständliche Sachen ein, die man mit gesundem Menschenverstand nicht im geringsten erklären kann.

Plötzlich hielt man es seitens des Veranstalters in einem Jahr nicht einmal nötig überhaupt die Bands zu veröffentlichen, die spielen sollten, in einem anderen Jahr funktionierte noch nicht einmal die Homepage, wiederrum in einem anderen Jahr konnte man auf den geposteten Links gar keine Karten kaufen. Die Krönung des ganzen war, wenn geneigte Festivalbesucher auf der Facebook-Seite mal nach den Bands fragten und wann wer spielt, diese auf ungeheuerste Weise von wohl dem Veranstalter nahen Personen regelrecht beschimpft worden oder mit Hohlphrasen verhöhnt worden "was man denn wolle, man könne ja auch wegbleiben" (das war noch die “netteste”) oder von einem der von der ersten Sekunde des Festivals bis zur letzten Sekunde bestimmt 4 Promille aufweist und sich eh an nichts mehr erinnert Aussagen hören muss wie "ist doch scheissegal, Hauptsache dabei!". Das ist vielleicht nicht wichtig wenn man aus Sandersleben kommt und auf das Festival hintorkeln kann, aber wenn man sich Monate vorher um die Unterbringung von Kindern kümmern muss, Urlaub nehmen muss und sich auch um ein Hotelzimmer kümmern muss, Kosten von hunderten Kilometer Sprit hat, ... ist dieses dann eben NICHT mehr egal.

Ein Festival zu organisieren und dann keine Bands anzugeben grenzt schon fast an Geschäftsuntüchtigkeit.

Man konnte sich Jahre lang auf einen Vinylstand freuen, ebenso auf diesen kleinen VW Bulli, in dem u.A. T-Shirt Druck angeboten wurde. Plötzlich gab es beide nicht mehr. Leider sah man es auch nicht für nötig seitens des Veranstalters diese Lücke zu schliessen. Die Möglichkeit sein Geld auszugeben ist damit leider ziemlich eingebrochen. Wer kauft heutzutage schon noch soviel CDs wie vor noch 10 Jahren? Der vor ein paar Jahren wieder aufkommende Vinylhype ist auf diesem Festival leider (fast) nicht vorhanden, was gerade auf einem Festival, auf dem auch Bands aus dem Ende der 80er und zu Beginn der 90er Jahre auftreten und die damals durchaus auch noch selbst oder durch ihre Labels Vinyl veröffentlicht haben, kaum nachzuvollziehen ist. Vielleicht ist man ja allergisch gegen das schwarze Gold ... ! Da ist es doch besser einige - zugegeben gute - Bands gefühlt jedes Jahr dort spielen zu lassen (Ironie!!!). Es gibt eben Prioritäten in Sandersleben! (Noch mehr Ironie!!!!).

Dafür bewirbt man dann in einem Jahr das FT mit dem Motto "Wie ein Sommer in Belgien 1981". "Wow", denkt man sich "geil, das wird wimmeln vor belgischen Bands." Von wegen. Ich glaube es war nur eine! Ich zitiere jetzt mal einen Festivalzuschauer, der in der Radiosendung auf dem "EBM Radio" nach diesem FT wohl eine recht lange Kritik geschrieben hatte : "Genauso hätte das Motto "Wie ein Sommer in Mosambique 1468" heissen können!". Ja genau : das grenzte schon an Einlassbetrug!

Aber es gibt natürlich auch positives zu berichten. Besonders Eindrucksvoll war der Auftritt von And One, die aber nur als die Band "Deutschmaschine" angekündigt wurde. Das hat man wohl deshalb gemacht, dass keine Planlosen auf das Festival kommen, die nichts sonst mit dem FT zu tun haben. Obwohl .... zum Thema Planlosigkeit gibt es sicher noch einiges zu erwähnen :

Da hat das Familientreffen doch tatsächlich zehn Jahre gebraucht um das EBM Urgestein Leaether Strip dort spielen zu lassen, aber dann nicht wie erwartet als Hauptact, nein nein, sondern als vorletzte Band. Jeder dachte sich "Was kann jetzt noch kommen? Nitzer Ebb, Front 242, ..." ... und dann der Schock : diese nervige Force To Mode Band, die sich für fremde Sounds feiern lässt und wohl denken, sie wären Depeche Mode selbst. Was soll DAS  - wenn ich mich recht erinnere zum zweiten Mal - auf dem EBM Familientreffen?

Dass man auf dem Höhepunkt des Festivals leider eher von negativen als positiven "Überraschungsbands/Secret Acts" geschockt wird, gehört auf dem EBM Familientreffen in Sandersleben wohl zum guten Ton. Regelmässig kommen dann vollkommen deplazierte Bands als "Überraschungsbands/Secret Act" wie Welle:Erdball oder Das Ich. Nichts gegen diese Bands, aber auf einem Festival, welches sich dem EBM verschrieben hat soetwas und dann auch noch als Überraschungsbands zu präsentieren ist schon frech. Im Fall von Welle:Erdball sind viele Leute sofort gegangen. Das muss auch der Veranstalter gesehen haben. Aber anscheinend ist auch das nicht so wichtig. Was muss man in Zukunft als Überraschungsband erwarten? Eine dreistündige chinesische Oper, 2 Live Crew, ne Harfensänger Combo, Obertonsänger, Jodler, ... ? Zumindest wären sie genauso unpassend auf einem EBM Festival wie Das Ich oder Welle:Erdball.

Sieht man von solchen wirklich dilletantischen Dingen ab, bleibt es trotzdem ein gutes Festival, welches aber mächtig Konkurrenz aus Belgien bekommen hat. Das "W-Festival", was immer im August stattfindet ist eben so klug schon ein Jahr vorher alle Bands benennen zu können - und es sind viele EBM Bands vertreten - so dass man z.B. als Eltern, ein Jahr Zeit hat sich um die Unterbringung der Kinder, das Einreichen des Urlaubes, die Hotelbuchung usw. kümmern kann. Dort wird auch die Homepage gepflegt und bei Fragen auf der Facebook Seite muss man keine Angst haben, dass irgendwelche Vögel der EBM Division Entenhausen, EBM Division Unter-Ankton oder EBM Division Köln-Kalk einen gleich fertigmachen wollen. Selbst bei Fragen antworten sie zeitnah per e-Mail.

Man bekommt auf dem Familientreffen auch viele alte Bands aus dem EBM Sektor präsentiert - auch wenn es wie im Fall von Leaether Strip 10 Jahre dauert - und auch eine Haufen neuer Bands aus diesem Musikbereich, bzw. zumindest das was "der Veranstalter kennt". Zelten kann man auch, der Eintritt ist günstig. Ob es für die Zukunft reicht ... mal sehen ... Belgien ist ja auch keine Weltreise weg. Dort findet man ja auch bekannte Gesichter von Familientreffen-Besuchern, die da mal waren oder ab und an noch heute sind. Man kennt sich uns spricht miteinander. Die Summe aller Meinungen aus diesen persönlichen Gesprächen heraus sind übrigens in diesem Artikel berücksichtigt worden.

Fazit : Gutes Festival um für 3-4 Tage durchzusaufen, täglich im eigenen Erbrochenen aufzuwachen und sich mit 3,5 Promille über Offensichtliches nicht mehr ärgern müssen und nebenbei noch gute Bands zu hören (wenn sie denn mal bekanntgegeben werden - haha). Für die, die mehr erwarten steht oben alles was sie unerfreuliches erwarten kann.

Trotzdem : Supportet es! Es hat es definitiv verdient, auch wenn man über manches nur den Kopf schütteln muss. Aber das weiß man ja jetzt im Vorfeld und muss sich nicht vor Ort ärgern. Wem das egal ist, wird ein tolles Festival haben, EBMler aus der ganzen Welt treffen und mal vier Tage lang einfach nur geile Musik genießen können.

EBM forever!

 

 

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New Life - 13 Years Of Electronic Lust


01. Laibach - Geburt einer Nation 4:20
02. Front 242 - Quite Unusual 4:57
03. Chris & Cosey - Driving Blind 5:50
04. Moev - Wanting 6:22
05. Skinny Puppy - The Choke 5:00
06. Click Click - I Rage, I Melt 6:27
07. Die Krupps - Machineries Of Joy 6:31
08. Mussolini Headkick - Your God Is Dead 3:52
09. Numb - Hanging Key 6:15
10. Psyche - Brain Collapse 4:08
11. The Klinik - Cold As Ice 6:11
12. Front Line Assembly - Landslide 4:45
13. Cassandra Complex - One Millionth Happy Customer (EBM-Mix 1994) 6:00
14. Nitzer Ebb - Let Beauty Loose 2:23
15. Severed Heads - New Life 4:07

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