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DIE GESCHICHTE DER ELECTRONIC BODY MUSIC :

 

PHASE I. : VOM BEGINN BIS 1993 :

Leider ist die Geschichte der Electronic Body Music eine Geschichte voller dummer Eigeninterpretationen, persönlicher Unwissenheit und biergetränktem romantisierenden Halbwissen Einzelner, die sich dann in diesem Geiste dann aufmachen ihre Sicht der Dinge zu predigen. Sofern sie nicht auf jemend treffen, der damals dabei war oder einfach Ahnung von der Materie hat, treffen ihre Holhphrasen oft auf Nährboden, aber wenn das der Fall ist, dann kann man einfach nur den Kopf schütteln und die Person wegen der sinnlos verbrauchten Atemluft bedauern.

Ereiferungen, seit wann es EBM gab, werden oft verwechselt mit mythischen Aussagen einzelner Bands den Begriff mal für die Bezeichnung ihrer Musik verwendet zu haben (z.B. von Ralf Hütter/Kraftwerk in einem Interview von 1978; Daniel Bressanutti (Front 242) über ihr eigenes Label “Another Mask Music” als Bezeichnung für IHRE Musik; Gabi Delgado bezeichnete seine Musik in einem Interview als “Körpermusik” (engl. “Body Music”). Auch wenn das zutrifft : EIN Schaf auf der Weide ergibt noch keine Herde! D.h. wenn eine Band mal im Laufe der frühen 80ern diesen Begriff z.B. in einem Interview für die Beschreibung ihrer Musik verwendet hat, so kann das NICHT als der ultimative Beweis für die Bezeichnung einer Musikrichtung gesehen werden. Erst wenn aus dem einzelnen musikalischen Schaf einer Herde wird, die sich unter diesem Begriff sammelt, dann - und nur dann - ist diese Bezeichnung relevant, denn das ist dann der Beginn einer Musikrichtung. Diesen Sammelbegriff gab es definitiv erst mit der Veröffentlichung des Samplers "This is Electronic Body Music" von Play It Again Sam/SPV. Die darauf vertretenden Bands sind aber Jahre vorher, sowohl auch einige Jahre noch diesem Sampler einfach als "Techno" bezeichnet worden (das kann man auch in den hier auf der Homepage veröffentlichten Interviews aus den 80er Jahren nachlesen).

Dazu Talla 2XLC : "Anfang der 80er habe ich nach meiner Lehrzeit in einem Schallplattengeschäft gearbeitet, im Frankfurter Hauptbahnhof - das ist "City Music" - und damals war ich schon mit dem elektronischen Virus infiziert und ich habe mir dan gedacht, alle elektronischen Platten unter einem Term zusammenzufügen und da kam mir der Begriff "Techno" sehr gelegen - technologisch erzeugte Musik - und deswegen habe ich die alle in einem Fach eingeordnet : New Order, Depeche Mode, Kraftwerk, ganz früher englische Sachen wie Heaven 17 oder dann später Front 242. Alles das hatte ich unter "Techno" eingeordnet. Die Leute fanden das sehr sehr gut, kamen in den Laden und wussten sofort, wo sie elektronische Musik zu finden haben."

Der Begriff "Techno" wurde später dann im "Techno Club" weiter verwendet. Sven Väth (OFF) : "Technoclub kam damals vom Talla! Wir haben unsere Musik als Techno begriffen, selbst "Electrica Salsa" war für mich Techno!"

Um diesem "Techno" eine Plattform zu bieten, organisierte Talla in der Disco "No Name" den ersten Technoclub. Das Konzept nur elektronische Musik zu spielen war neu. 1987 zog der Technoclub in das "Dorian Gray" um und wurde dort zum wichtigsten Club für die elektronische Szene auch weit über die Grenzen Frankfurts bekannt. Talla war übrigens der Erste, der das "Club im Club" Prinzip in Deutschland einführte. Alex Azary (Technoclub) : "Der Technoclub war in kürzestes Zeit überregional sehr bekannt, und da kamen Leute von überall her, egal ob es auch Front 242, Kraftwerk oder Calos Peron waren."

In einem Bericht des Hessischen Rundfunks, genauer gesagt in der Fernsehsendung "Mainline" wurde über den Technoclub berichtet. Darin kamen auch Besucher des Technoclubs zu Wort. Auf die Frage "Welche Musik hört ein Technofan?" sagt ein offensichtlicher EBMler : "Skinny Puppy, Klinik, A Split-Second, Ministry!". Da Talla im Hintergrund gerade Umo Detic´s "Fahrenheit" spielt, ist diese Frage dann ja (mindestens) 1989 gestellt gewesen, da die Maxi ja erst in diesem Jahr erschienen ist. Auch hier sieht man, dass der Begriff "Techno" nicht nur vor dem Erscheinen des "This is Electronic Body Music" Samplers benutzt wurde, sondern auch noch danach, genauer gesagt bis zur Spaltung des Frontpage Magazines.

 

 

 

 

 

 

Das clubeigene "Frontpage" Magazin erschien erstmals im Mai 1989, zunächst als Magazin zur Technoclub-Veranstaltungsreihe in der Frankfurter Flughafendiskothek Dorian Gray und umfasste 8 Seiten in Schwarz-Weiß mit einer Auflage von 5000 Exemplaren.

Gegründet wurde die Zeitschrift von Jürgen Laarmann (JL) und Stefan Weil. Während von Jürgen Laarmann der Name und von Stefan Weil das Logo entwickelt wurden, verfasste der DJ und Produzent Andreas Tomalla, bekannt unter dem Pseudonym Talla 2XLC, die ersten Artikel. Im Juli 1989 wurde Armin „Jeff“ Johnert Chefredakteur und die Auflage im November des gleichen Jahres, im Rahmen der Jubiläumsfeier des fünfjährigen Bestehens des Technoclub, auf 10.000 verdoppelt. Zwischen Februar und August 1990 erscheint die Zeitschrift sowohl als Beilage der Musikzeitschrift Network Press als auch in einer Sonderausgabe für den Technoclub. Jürgen Laarmann wurde im August 1990 gleichberechtigter Chefredakteur neben Armin "Jeff" Johnert.

Darauf folgten redaktionelle Kontroversen zwischen JL, der den Fokus auf die Berliner Techno- und Houseszene setzte und den Initiatoren des Technoclub sowie Armin Johnert, die nicht von dem ursprünglichen Konzept abweichen wollten, das den Schwerpunkt auf Electronic Body Music, Synthie Pop und Electro Wave legte. Aufgrund dessen gab der Technoclub das Magazin ab April 1992 nicht mehr heraus und reanimierte als Ersatz das New Life Soundmagazine.

Der Begriff "Techno" wurde von Laarmann nun für die Berliner Techno- und Houseszene verwendet (später auch als "Tekkno" bekannt). Um sich davon zu distanzieren verwendete man nun wieder verstärkt den Begriff "Electronic Body Music".

Schlägt man z.B. das Zillomagazin in den frühen 90er Jahren auf, so sieht man dass dort die EBM Bands wie Paranoid, Orange Sector, Pouppée Fabrikk usw. verächtlich als "Knüppel EBM" bezeichnet wurden. Dieser Ausdruck hat zum Glück niemals in der EBM Szene Fuß gefasst. Rückblickend ist wohl das gemeint gewesen, was heute als "Anhalt EBM" bezeichnet wird, aber dazu später mehr.

Kommen wir nochmals nun zu dem 1988 veröffentlichten "This is Electronic Body Music" Sampler.

 

THIS IS ELECTRONIC BODY MUSIC :

01. Front 242 - Body To Body 4:15, 02. The Neon Judgement - Chinese Black 3:38, 03. Click Click - Sweet Stuff 4:37, 04. à;GRUMH... - Ha People 4:15, 05. Parade Ground - Strange World 3:22, 06. The Cassandra Complex - One Millionth Happy Customer 6:15, 07. A Split - Second - On Command 4:43, 08. Chris & Cosey - Exotica 6:15, 09. Borghesia - No Hope, No Fear 4:29, 10. The Weathermen - Poison 3:19, 11. Skinny Puppy - Assimilate 6:55


Der Sampler entstand einer Idee von Manfred Schütz, um vor allem elektronische Bands aus Belgien und England bekannter zu machen.

 

Manfred Schütz, SPV GmbH : „Es war 1986. Es ging darum, all die belgischen Elektronik-Bands zu pushen. Meine Idee war es schließlich, einen Sampler zu machen, für wenig Geld, mit viel Musik und mit fettem Booklet, für jede Band eine Seite. Was noch fehlte, war ein Name für den Sampler…“

Und dieser wurde bald darauf gefunden. Zwei Jahre später erschien die Compilation This Is Electronic Body Music in Zusammenarbeit mit der belgischen Plattenfirma Play It Again Sam. Das ebenfalls in Belgien beheimatete Label Antler Records (später Antler-Subway) führte dieses Konzept mit einer dreiteiligen Sampler-Reihe unter dem Namen “World of Electronic Body Music” beziehungsweise “Another World – Electronic Body Music” bis 1991 fort.

Betrachtet man den Sampler rein von den eigentlichen Musikstilen der darauf vertretenden Bands muss man feststellen, dass der Sampler KEIN Genresampler ist, denn dieses Genre gab es noch nicht, bzw hieß "Techno". Niemand kann abstreiten, dass sich z.B. The Neon Judgement selbst als Electronic Rock Band, Chris & Cosey als Synth Pop Band, The Weathermens Song als Sequencer basierender Hip-Hop Song herausstellt und Click Click und Parade Ground sich niemals selber zum EBM zählten.

Im Interview mit Rodney Orpheus aus dem New Life vom
Mai 1989 - Heft 42 kann man lesen :

New Life : “Zählt ihr euch eigentlich mit zu den “Electronic Body Music”-Bands?”

Rodney Orpheus / The Cassandra Complex : “Das ist eine wirkliche Standardfrage aber eine gute Idee, weil ... Ich las kürzlich in einem Interview von Click Click und sie sagten : “Oh nein, nein. Wir gehören überhaupt nicht zu dieser Art von Bands ...!”. Nun, ähm, wie es scheint, versuchen mittlerweile restlos alle Bands, die auf diesem “E.B.M.”-Sampler (SPV) sich verzweifelt loszusagen : “Nein, nein, wir gehören nicht dazu ...”, was ich gerade z.B. im Falle von Click Click wirklich witzig finde, denn Click Click waren völlig scharf darauf, auf diesem Sampler mit drauf zu sein, denn ... nun ja, seien wir mal ehrlich : Wer zum Teufel kannte denn diese Click Click vor der Veröffentlichung dieses Sampers? Ich muss vielleicht doch noch einige Erläuterungen zu der LP von SPV geben. SPV riefen mich eines Tages an und fragten, ob ich gerne ein Stück für den Sampler geben würde. ich sagte sofort : “Na klar, das ist eine brilliante Idee”, weil ich selbst regelmässig billige Sampler kaufe, und dadurch wirklich schon jede Menge neuer, interessanter Bands kennengelernt habe. Also sagte ich : “Fantastisch. Ich geb euch einen Song, aber wirklich nur unter der Voraussetzung, dass der Sampler auch spottbillig verkauft wird, dass also kein Profitdenken dahintersteckt. Unter dieser Voraussetzung verzichtete ich auch auf alle Abgaben, Rechte und finanzielle Entschädigungen für den einen Song um die Kosten für den Käufer der LP möglichst tief zu halten. Danach gingen sie zu all den anderen Bands und die gaben alle ihre größten Hits für die LP. natürlich wollte die SPV auch von uns einen Hit. Da stellte ich mich aber quer und gab ihnen einen Remix von “One Million Happy Customer” - einen wirklich verrückten Remix. Für mich wäre es zu simpel gewesen, einfach die bekannte Version draufzupacken. Alles in allem hat der Sampler wohl vor allem den Bands genützt, die noch nicht so bekannt waren wie wir, wie z.B. Borghesia. Für solche Bands ist es unglaublich schwierig neue Fans zu gewinnen und auf diese Art und Weise war es bestimmt einfach. Der andere Aspekt ist, dass man durch diese LP jetzt immer wieder versucht, uns in einen Topf zu werfen. Wenn dann Leute am Ende eines Konzertes zu uns kommen und sagen : “Ihr seid ja ganz schön von Front 242 beeinflusst” dann nervt das schon langweilig. Ich meine, wir haben schon 2 bis 3 Jahre unsere Musik gemacht, bis wir erstmals von Front 242 hörten. Das ist halt ein Nebeneffekt dieser LP. Viele Leuten denken, Bands wie The Cassandra Complex, Borghesia oder The Weathermen hätten nichts anderes zu tun als in Brüssel herumzuhängen und sich von Front 242 inspirieren zu lassen. Das ist natürlich völlig falsch und unsinnig. Die Journalisten übernehmen gerne Begriffe wie “EBM”, weil es eigentlich unmöglich ist, den Klang von Musik zu beschreiben. Musik zu beschreiben ist, als tanze man nach Architektur!”

New Life : “Also hast du den “One Million Happy Customer”-Remix auch gewählt, um dich von den anderen Bands abzuheben?”

Rodney Orpheus / The Cassandra Complex : “Ja, definitiv! Ich meine alle anderen Songs auf dem Album gehen so ab : “dakadakadakdakadakakdaka”, discosequenzer Zeugs, also ging ich hin und nahm wohl einen der einzigen Songs von CC, der keine Sequenzerläufe beinhaltet.”

Es ist nun mal so dass es EBM Bands gibt, die man komplett als EBM Bands bezeichen kann, andere waren nur zeitweise in ihrer musikalischen Karriere diesem Genre zugewandt und wiederrum andere - vonehmlich kanadische Bands - bekamen diesen Musikstil einfach angeheftet und wussten selber nicht dass sie diesen Musikstil machen. Besstes Beispiel sind Skinny Puppy oder auch Front Line Assembly. Ihnen war die Zuordnung zu der Musikrichtung EBM vollkommen unbekannt, da sie sich ja selber als Industrial Bands sahen. Liest man aber Interviews aus jenen Tagen, in denen sie zu “Techno” gefragt werden, können sie mit diesem Begriff aber durchaus etwas anfangen.

Selbst noch im Jahr 1991 wurde der Begriff “Techno” für EBM Bands aber auch für Aggrepo/Sound of Frankfurt Bands genutzt - mittlerweile drei Jahre nach dem Erscheinen des “This is Electronic Body Music” Samplers.

In diesem Jahr erschien der erste Teil des “The World Of Techno” Samnplers, herausgegeben von Blow Up Label.

Wer kann darauf die offensichtlichen EBM Bands abstreiten?

 

THE WORLD OF TECHNO :

01. Bigod 20 - The Bog 5:28, 02. Scope - Die Zukunft 6:01, 03. Blind Vision - Don't Look At Me 5:48, 04. Master Program - Hallo 5:03, 05. Metropolis - Time Of War 3:35, 06. Armageddon Dildos - Never Mind 4:05, 07. Umo Detic - Carpe Diem II 5:35, 08. Leaetherstrip - Torment Me 5:16, 09. Konzept - Last Night (Spectral Mix) 4:31, 10. Art Academy - Energie 5:04, 11. Nautilus - Innocence Of Death 4:23, 12. X Marks The Pedwalk - Repression 5:20, 13. U-Tek - Tic Tac Toe 4:01


 

 

All diese darauf vertretenden Bands stammen von den drei Labeln Talla 2XLC´s, der diesen Sampler auch zusammengestellt hat : Zoth Ommog, New Zone und Suck Me Plasma.

Ein Jahr später erschien bereits der zweite Teil. Dieses mal aber schon etwas mehr mit Songs der Berliner “Techno” Interpretation von Jürgen Laarmann und Sven Väth, aber immer noch mit genügend traditionellem “Techno” (EBM) Bands.

 

THE WORLD OF TECHNO 2 :

01. Negrosex - Tekno La Droga (V.1.4) 5:52, 02. Komakino - Frogs In Space 5:10, 03. Sound To Light - He Butcher 6:02, 04. Armageddon Dildos - Frontline Of Violence 5:07, 05. X Marks The Pedwalk - Never Dare To Ask 3:54, 06. Turntable Hoschis - The Reflow 5:27, 07. Pornotanz - Cy-Sex (Gate Edit) 4:09, 08 Dance 2 Trance - Where Is Dag? 6:10, 09. U-Tek - Der Animator 6:18, 10. Cool 'n Cat - All The Stars On LSD 5:14, 11. Y Decibel - Plasmo ID (Remix) 6:43, 12. Shift - Electrofixx 3:17, 13. Leaether Strip - Nosecandy 4:42


 

 

Bis zur Entkopllung der Berliner Techno- und Houseszene unter Führung von Jürgen Laarmann vom traditionellen Techno aus Frankfurt (EBM,) erschienen noch einige Sampler, die diese Zwischenphase bezeugen. Hier nur einige Beispiel :

 

Technopolis 1

Technopolis 2

Erschienen : 1989
Label : New Zone
Tracklist bei [
Discogs ].

Erschienen : 1990
Label : New Zone
Tracklist bei [
Discogs ].

Erschienen : 1990
Label : New Zone
Tracklist bei [
Discogs ].

Erschienen : 1991
Label : New Zone
Tracklist bei [
Discogs ].

 

 

 

 

Technopolis 3

Techno Trax

Technopolis 4

 

Erschienen : 1991
Label : New Zone
Tracklist bei [
Discogs ].

Erschienen : 1991
Label : ZYX Records
Tracklist bei [
Discogs ].

Erschienen : 1992
Label : New Zone
Tracklist bei [
Discogs ]

 

 

 

 

 


 

PHASE II. : NEUE HARDWARE UND GITARRENDOMINANZ FÜHRTEN ZUM KOMA DER ELECTRONIC BODY MUSIC :

 

So wie es Anfang der 80er bedingt durch die damals neuen Synthesizer, Drummaschines, ... überhaut erst möglich war EBM zu kreieren, kamen bereits mit dem Auftreten der EBM Unterart New Beat plötzlich auf dem Markt erhältliche neue Hardware Geräte in Einsatz, bzw. wurden für den New Beat erst dafür entdeckt, wie im Falle der Roland TB 303, die bereits 1982 auf den Markt kam. Einen ähnlichen Sprung gab es zu Anfang der 90er. Neue Hardware brachte neue Möglichkeiten. Die alte, bewährte war nicht mehr Zeitgemäß. Traditionelle EBM Bands wurden vom Virus des Experimentierens erfasst - manche Zeitgenossen meinen eher "verseucht" - und plötzlich war das, was sie erfolgreich gemacht hat nicht mehr gut genug. Neue Wege wurden gesucht und leider oft auch gefunden.

Es zeichnete sich bereits 1991 ab : Veränderungen, die in der damaligen Sicht der Beteiligten Fans als super innovative Neuerungen angenommen wurden und schleichend das zeitweise Koma der Electronic Body Music einleuten sollten. 1991 erschien z.B. das Album >Tyranny For You< von Front 242. EBMler waren begeistert! Doch schon 1996 dann der Schock : mit "Happiness" verliessen Front 242 dann endgültig dann den EBM und wurden nicht nur optisch eine Techno Band im berliner "Techno" Sinne von Jürgen Laarmann. Die Urväter der EBM versetzten ihr selber einen Todesstoß und die EBM verviel bis zum Jahr 2000 in ein künstliches Koma, aus dem sie dann vom legendären Electric Tremor Label in Dessau wieder reanimiert wurde, speziell mit der deutschen EBM Unterart "Anhalt EBM".

Die zweite von drei plözlichen Richtungswechseln innerhalb von ehemaligen EBM Bands ging in eine Synth Pop Richtung. So veröffentlichte z.B. die vom Zillo Magazin als "Knüppel EBM" verschrieene Band Orange Sector 1997 ein Synth Pop Album namens "Love It!".

Etwa 1993 vorerst das Feld geräumt, ebnete die EBM den Pfad für Spielarten wie Dark Electro und Electro-Industrial und legte somit den Grundstein für die Elektro-Szene der 1990er-Jahre. Der enorme Stilwandel führender Projekte wie Front 242 und Nitzer Ebb, der sich durch den verstärkten Einsatz von Rock-Gitarren, Metal-Riffs und Breakbeat-Elementen äußerte, signalisierte zugleich das Ende für den Kern der EBM-Kultur.

Waren Nitzer Ebb bis zur "Showtime" aus dem Jahr 1990 eine reine EBM Band, vollzog sich bereits ein Jahr später die Wandlung mit dem Album "Ebbhead" und dem 1994 erschienen Album "Big Hit" vollkommen. Keine Spur mehr vom Sound der 80er! Es war wie ein Zwang jener Tage : überall mussten die lästigen Gitarren rein! Hört man sich das das erste gleichnamige Album von Oomph! an war das zweite bereits etwas vollkommen anderes und ein schlag ins Gesicht für jeden EBMler. Die Krupps fingen unverständlicher Weise an, lästige Gitarren in ihre zwischen 1992 und 2993 erschienenen Alben "I", "A Tribute To Metallica" und "II - The Final Option" einzubauen. Zoth Ommog Urgesteine Armageddon Dildos mussten plötzlich einen Gitarristen in die Band nehmen. Manche Bands wie z.B. Funker Vogt hatten zwar z.B. auf ihrem Album "Thanks For Nothing" (1996 erschienen) keine hörbaren Gitarren, mussten aber - warum auch immer - live immer einen lästigen Saitenzupfer dabei haben (das verstand kein EBMler). Auch wenn Front Line Assemlby sich selber nie als EBM Band sahen, wurden sie aber vor allem von den deutschen Fans zu dieser Musikrichtung gezählt. Diese Fans schockierten sie sie dann bereits ab der “Millenium” und besonders mit der “Hard Wired” indem sie von dem sie sich von dem gewohnten Sound verabschiedeten und lästige E-Gitarren in ihre Musik integrierten. Gerade in dem Fall von FLA sind gerade die Fans, die zu dieser Zeit gerade in die Szene kamen, der Meinung sie wären eine Electro-Industrial Band, da sich die meissten nicht mit ihren älteren Veröffentlichungen befassen, und wenn, dann sind diese total konfus was ihre vermeintlichen “Electro-Industrial”-Helden denn davor für Musik gemacht haben. Bands wie Front Line Assembly, Die Krupps, Oomph, Armageddon Dildos, ... waren mit der Integrierung von dominanten E-Gitarren für den Komazustand der Electronic Body Music, bzw. wie oben beschrieben, des “Techno” verantwortlich zu machen, alles nur um auf dem amerikanischen Markt vermutlich recht viel Geld verdienen zu können, für das wie nachfolgend beschrieben ein amerikanisches Label verantwortlich ist.

ACHTUNG : Nachfolgendes wurde mir von einer mehr als bekannten EBM Band erzählt. Zu ihrem Schutz bleibt ihr Name unbenannt. Der Name des großen Labels bleibt ebenfalls unbenannt, auch die der anderen Band!

"Ich erhielt von einem sehr großen amerikanischen Label zu Anfang der 90er Jahre eine Einladung, da sie an meinem Projekt interessiert waren. Ich flog also über den Teich, traf dann da auch Madonna die dort ebenfalls unter Vertrag war, musste aber warten da sich gerade noch eine andere Band im Zimmer des Labelchefs befand. Ich nahm also Platz auf der Ledercouch im Vorraum und wartete. Als sich die Tür öffnete war ich sehr überrascht, dass aus dem Zimmer zwei mir bekannte Herren herauskamen - total bleich im Gesicht, die bis vor kurzem noch meine Labelkollegen waren! Ich wurde also hereingebeten und er (der Labelchef) legte sofort los. Er bot mir einen Vertrag mit seinem großen Label an wenn ich meine Musik soweit ändere, dass ich dominante E-Gitarren in meinen Sound nach dem Vorbild von Ministry oder Nine Inch Nails einbaue, damit der große US Markt erobert werden könne. Das war seine erste Bedingung. Seine zweite äußerte er so, dass er aufstand und seine Hose aufknöpfte und mich aufforderte in die Knie zu gehen. Ich lehnte beides ab und ging. Später sah ich dass meine ehemaligen Bandkollegen bei diesem Label veröffentlicht haben und auch einen Gitarristen in ihre Musik integrierten!"

Tja, auch solche Sachen gab es!

Luc van Acker, Revolting Cocks, Spex. Musik zur Zeit, 1990 : „Die amerikanischen Kids, die ca. 15–18 Jahre alt sind, stehen auf Heavy Metal und Hardcore, weil sie damit den ganzen Tag vollgestopft werden. Diejenigen, die etwas informierter sind, interessieren sich vielleicht für Metal-Crossover-Sachen, wie Ministry, die Cocks usw. Mit dem reinen Electrostoff können die Amis sich wenig identifizieren. Gitarren sind das Wichtigste in Amerika. Jeder will Rockstar sein. Mit einer Gitarre kann man viel besser rumposen als mit einem Computer. […] Sieh Dir die belgische und deutsche Electroszene an. Die sitzen meist unter Neonlicht im Keller und programmieren ihre Computer. Die meisten Projekte bestehen aus ein oder zwei Personen. Hinter vielen Gruppen steht eine tieftraurige Industrial-Ideologie. In Amerika ist das anders.“

All dieses führte mehr und mehr dazu, dass sich EBM als Musikrichtung selbst auflöste, nicht so sehr wegen mangelnder Fans, sondern wegen der unnötigen Neuausrichtung der Bands. Feierten dieses z.B. die Amerikaner, schauten z.B.die deutschen EBMler, die traditionsgemäss diese Art von E-Gitarren ablehnen, ziemlich in die Röhre.

Namhafte Plattenfirmen, wie Animalized, Antler-Subway, Body Records, Parade Amoureuse und Techno Drome International, stellten ihre Aktivitäten ein oder widmeten sich gänzlich neuen Musiksparten. Zoth Ommog und KK Records, die wenige Zeit später mit denselben Problemen konfrontiert wurden, entschieden sich zunächst gegen die Einstellung ihrer Label-Arbeiten. Beide blieben, mit jeweils unterschiedlicher musikalischer Neuausrichtung, bis ins Jahr 2000 aktiv.

Zwar gelangten vor allem in Deutschland auch weiterhin vereinzelt EBM-Produktionen auf den Markt (Mastertune, ... ), doch sei die „massive Nachfrage wie zu Beginn des Jahrzehnts längst nicht mehr vorhanden“.

Man kann es nicht anders sagen als wie es tatsächlich war : die EBM verfiel bereits ab 1995 ins Koma!



 

PHASE III. : TOTGESAGTE LEBEN LÄNGER!

 

In Ostdeutschland erlangte EBM ab dem Ende der 1980er einige Bekanntheit. Infolge des zunehmenden Drucks seitens der westdeutschen Konkurrenz (vgl. SFB, RIAS u. a.) erfolgte im März 1986 eine Modernisierung des DDR-Rundfunks. Der 1964 etablierte Sender Jugendradio DT64 diente hierbei als Plattform neuartiger Nischenformate wie Parocktikum und Electronics.

Ein erster Front-242-Titel (Agressiva Due) wurde im Mai 1987 in der Hörfunksendung Parocktikum ausgestrahlt.[168] Weitere Interpreten, wie The Klinik, Tommi Stumpff, Die Krupps, à;GRUMH..., Cat Rapes Dog, 2nd Communication, Tilt!, VF Decoder, The Invincible Spirit, Pankow, Borghesia, Front Line Assembly, Mussolini Headkick oder In Sotto Voce, gehörten auch in den nachfolgenden Jahren – bis zur Übernahme DT64s durch den ORB – zum Repertoire der Sendung. Das Format Electronics, das sich vermehrt mit Elektronik-Künstlern aus dem Krautrock-Umfeld und der Berliner Schule auseinandersetzte, berichtete ab etwa 1988 über Bands wie Front 242 und die belgische EBM-Szene.

Jörg ‚Niggels‘ Uhlenbruch, DJ und Musikjournalist, Zone Musikmagazin, 1991 : „‚Electronic Body Music‘ ist manchen schon seit einigen Jahren ein Begriff, wurde aber lediglich mit Front 242 in Verbindung gebracht. Die Ost-Medien schwiegen sich aber über dieses Thema weitestgehend aus. Lediglich im Jugendradio DT64 wurde […], neben anderer Indie-Musik, auch mal EBM gespielt.“

Mit der Grenzöffnung im Jahre 1989 formierten sich regionale Veranstalter-Teams, die EBM in den ostdeutschen Metropolen durch regelmäßige Diskothekenveranstaltungen und Live-Auftritte populär machten, darunter Total.Body.Control in Dresden und Rose Bowl ’88 in Neubrandenburg. Diese waren meist aus früheren Depeche-Mode-Fanclubs hervorgegangen.Dank der bereits bestehenden Depeche-Mode-Fan-Gemeinde trafen auch Gruppen wie Front 242 und Nitzer Ebb rasch auf positive Resonanz; Themenpartys fanden immer größeren Zuspruch. So erlebte der Musikstil in Ostdeutschland eine zweite Blütezeit, während die Szene im Westen der Republik zu stagnieren drohte. Junge Bands wie Armageddon Dildos, Paranoid, Syntec und Orange Sector, aber auch Protagonisten wie Die Krupps, Vomito Negro und Tommi Stumpff, konnten von diesem Aufschwung profitieren.

Jörg ‚Niggels‘ Uhlenbruch, DJ und Musikjournalist, Zone Musikmagazin, 1991 : „Nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten schickt die ehemalige DDR sich an, die Entwicklung, die die Musikszene des Westens in den letzten Jahrzehnten durchlaufen hat, nachzuholen. Neben der Hauptstadt Berlin scheint vor allem der Süden mit den Städten Dresden, Leipzig und Chemnitz besonders rege zu sein. […] In Dresden z. B. kam Ende '90/Anfang '91 der große Front-242-Boom […], aber auch Skinny Puppy, Front Line Assembly, Klinik, […] Pankow und Tommi Stumpff werden immer bekannter. Die Szene erinnert an alte Zeiten im Westen anno 1988/89.“

1995 galt die EBM-Kultur größtenteils als erloschen. Nach dem schnellen Niedergang der Musik ging ein Teil der Hörerschaft nahtlos in die des Rave und Techno über. Aus weiteren Teilen entwickelte sich die Elektro-Szene der 1990er-Jahre, während ein geringer Rest sich anderen Bereichen wie Crossover, Hardcore und Industrial Metal zuwandte.

Nach der Jahrtausendwende nahm das Interesse an EBM wieder stark zu. Als Initiatoren des Aufschwungs gelten die Bands der dritten Generation, wie Ionic Vision, Dupont und Spetsnaz. Schon bald formierte sich eine Anzahl weiterer Künstler direkt aus der heranwachsenden Szene heraus. Besonders der Osten Deutschlands mit seinen sozialen Missständen bildete dabei den Nährboden für einen erneuten Auftrieb. Zugleich verkörperte dieses Revival einen Widerstreit gegen technoid geprägte Stile der Tekknopolka wie Aggrotech, Cybertech, T.B.M, ..  oder Future Pop, die seit Ende der 1990er-Jahre das Club-Geschehen bestimmen.

Bedeutsame Zentren waren Berlin (BodyBeats) und Dessau (Electric Tremor), aber auch Städte wie Köln (EBM Music Club), Aachen (EBM back to NEP), Oberhausen (Dimanche Noir/EBM Music Club), Frankfurt am Main (Return to the Classixx) oder Wiesbaden (Reanimation Club) erfreuten sich eine geraume Zeit lang EBM-spezifischer Veranstaltungen.

Für die Wiederkehr der EBM zeichnete sich auch wesentlich das Familientreffen in Sandersleben aus, ein Festival speziell für Freunde der Electronic Body Music aus. Den Artikel zum Familientreffen könnt ihr [
HIER ] lesen.



 

UNTERARTEN DER ELECTRONIC BODY MUSIC :

 

Die Electronic Body Music hat diverse Musikrichtungen entweder beeinflusst, oder es haben sich direkt Musikrichtungen aus ihr entwickelt :



1. New Beat :

Der Legende nach wurde New Beat von Carlos Perón und angeblich vom belgischen DJ Marc Grouls erfunden, als er versehentlich die bereits 1986 aufgenommene Single „Flesh“ der belgischen Synth-Rock- und EBM-Formation A Split Second mit 33 statt 45 RPM abgespielte. Jedoch war Carlos Peróns Album Nothing is true; everything is permitted von 1983 zu der Zeit in den Geschwindigkeiten von 45 RPM und 33 RPM über Milan Disques/Polygram erhältlich. Die DJs in Belgien spielten es permanent auf 33 RPM ab, was schlussendlich in den Clubs zum New Beat führte. Des Weiteren war der Yello-Gründer seiner Zeit voraus. Das bewusst langsamere Abspielen von 45er-Singles und Maxi-Singles verbreitete sich schnell in der belgischen Club-Szene und der schwerfällige New Beat wurde so zu einem Gegentrend zur damals bereits populären Acid-House-Welle, welche sich jedoch dann schnell überlebte.

Nach Aussage damaliger Protagonisten war New Beat ausdrücklich nicht beeinflusst vom amerikanischen Detroit Techno oder Chicago House. New Beat traf vielmehr den Geschmack der belgischen Underground-Clubszene, in der Musikprojekte wie Front 242 und The Neon Judgement schon seit geraumer Zeit erfolgreich waren. Im Jahre 1987 erschien in der November-Ausgabe der Zeitschrift Spex ein erster deutscher Artikel über die belgische EBM- und New-Beat-Szene.

Die Stilrichtung beeinflusste die Techno- und House-Szene Anfang der 1990er Jahre in Europa. Der Eurodance, aber auch der Hardcore Techno haben ihre Wurzeln in den verschiedenen Ausprägungen des New Beat. Einige New-Beat-Produzenten integrierten Rap-Passagen in ihre Tracks (wobei die Grenzen zwischen New Beat und Hip House stark verwischten), andere nutzten hart und aggressiv klingende Synthesizer-Sounds.



2. Aggrepo / Frankfurt Techno / The Sound Of Frankfurt

Der Sound of Frankfurt, kurz SoF, bezeichnet verschiedene musikalische Ausprägungen der elektronischen Tanzmusik, die in den 1980er und 1990er Jahren im Raum Frankfurt am Main, im Rhein-Main-Gebiet und anschließend auch international populär waren. Etabliert wurde die Bezeichnung Sound of Frankfurt durch die 1987 auf dem Label ZYX Records veröffentlichte Compilation „The New Sound of Frankfurt“.

Zunächst bezog sich die Bezeichnung Sound of Frankfurt auf eine durch Hi-NRG und Italo Disco geprägte musikalische Strömung, die ca. 1984 mit Formationen wie Two of China (Telk Mee), Axodry (You), Moskwa TV (Tekno Talk) und MCL (Communicate), alles Projekte von Ralf Henrich (Ra/Hen) und Andreas Tomalla (Talla 2XLC), im Raum Frankfurt am Main ihren Ausgangspunkt nahm. Moskwa TVs „Tekno Talk“ zählte zu den erfolgreichsten Veröffentlichungen im Jahr 1985. Sie verkaufte sich nachfolgend etwa 30.000-mal. Ein Remix des Titeltracks enterte die US-amerikanischen Billboard Dance Charts und ebnete dem „Sound of Frankfurt“ den Weg für zahlreiche nachkommende Erfolge auf internationaler Ebene.

Der Sound of Frankfurt wurde unter anderem vorangetrieben durch die populäre hr3-Radiosendung Sounds vom Synthesizer des aus Frankfurt am Main stammenden Journalisten und Musikers Rainer Sauer, die von 1983 bis 1986 zu einer Kult-Sendung und zum familiären Fixpunkt der sich noch in den Kinderschuhen befindlichen Rhein-Main-Techno-Szene und des Sound of Frankfurt wurde. Im Sounds vom Synthesizer-Archiv finden sich heute noch Tapes von Protagonisten wie Couleur Trois, Okay!, Michael Münzing und Talla 2XLC.

1986 folgten Produzenten wie Rainer Streubel, der auf seinem Label Clockwork die Projekte Beat-A-Max (Liaison II) und C.C.C.P. (American-Soviets) zum internationalen Erfolg führte. Fast zeitgleich startete das Produzenten-Team Michael Münzing und Luca Anzilotti mit ihrem Label Logic Records und mit der Gruppe 16 Bit (Where Are You), in die auch Sven Väth involviert war. Münzing, Anzilotti und Väth leiteten zudem das Projekt OFF, das mit dem Hit Electrica Salsa seinen größten Erfolg feierte.
ZYX Records bündelte 1987 einen Teil dieser Künstler auf dem Sampler „The New Sound of Frankfurt“. Eine Label-Info im Booklet erläutert :

„A new sound is created: The Sound of Frankfurt. In 1986, young DJ’s started to produce and arrange a new generation of Synthi Pop products. Names like Talla, Münzing or Staab stand for this group of enthusiastic men, mainly coming from the City of Frankfurt. In 1987, the first top hits in Europe followed by OFF and 16 Bit. But this is not the end. It’s just the beginning of a new age of music. Enjoy this album and move your feet.“

Daran anschließend entwickelte sich etwa 1988/89 der frühe Frankfurter Techno-Sound, der unter dem Etikett „Sound of Frankfurt“ vermarktet wurde. Insbesondere die 1978 eröffnete Diskothek Dorian Gray sowie das Omen haben nachhaltig diesen Stilmix aus Aggrepo, New Beat und Acid House geprägt.

Talla 2XLC erfand die Bezeichnung "Aggrepo" (= aggressive Pop) für die typische frankfurter Mischung aus New Beat und des Sound Of Frankfurt und veröffentlichte diese Musikrichtung dann auf dem eigenen Label "New Zone". Namhafte Künstler dieser Ära waren Umo Detic, Pornotanz, Nostromo Dept., Konzept, Negrosex und Master Program (alle auf dem Label New Zone), Time Modem (Boy Records) und Robotiko Rejekto (Techno Drome International) sowie Pluuto und Force Legato (ZYX Music). Weitere Anerkennung erfuhren Klangwerk bzw. LDC mit ihren Hit-Maxis „Die Kybernauten“ und „Die Schwarze Zone“, beide produziert von Peter Zweier, Alexander Abraham und Torsten Fenslau.



3. Anhalt EBM :

Nachdem die Electronic Body Music ab ca 1995 ins Koma gefallen ist reanimierte das Electric Tremor Label aus Dessau den DAF-lastigen EBM Stil ab 2004 mit Bands wie Jäger 90, den phantastischen Frontal, Pinsel Liest!, Container 90, Escalator, EkoBrottsMyndigheten, Kommando XY, AD:Key, A.D.A.C. 8286, Sequenz-E, Hatbrott, Tech Nomader, NordarR und vielen Bands mehr. 2017 stellten sie mit der letzten Veröffentlichung "T.A.N.K. - Return" leider ein.

Da sich dieses Label in dem anhaltinischen Teil von Sachsen-Anhalt befindet wird diese Musikrichtung innerhalb der Electronic Body Music nun als "Anhalt EBM" bezeichnet.

Am 6. August 2005 fand das erste Familientreffen Festival statt, welches sich (vornehmlich) der Electronic Body Music im Anhalt EBM Stil verschrieben hat und bis heute alljährlich stattfindet.

Neben dem Festival gab es diverse Partys und Konzerte im Beat Club in Dessau, die ebenfalls nicht mehr stattfinden.

Aus diesem Anhalt EBM entwickelten sich dank des Electric Tremor Labels weitere Unterarten, wie z.B. der schwedische EBM, der in zwei Fraktionen unterteilt werden kann :

-  Der Punk und Oi! lastige EBM.

- Der Future-Pop lastige EBM.



4. Dark-Electro :

Dark Electro bezeichnet einen auf der Grundlage der Electronic Body Music und unter Einfluss internationaler Post-Industrial-Formationen wie Skinny Puppy und The Klinik entstandenen Stil, dessen klangliche Schwerpunkte auf düsteren, partiell mehrschichtigen Flächensounds und elektronisch verfremdetem Gesang liegen. Tanzbarkeit nimmt hierbei eine untergeordnete Stellung ein. Der Einsatz gutturalen Gesangs (speziell Grunting und Screaming) lässt Ähnlichkeiten zum simultan aufkommenden Black-Metal-Revival deutlich werden −? eine jedoch eher zufällige Gemeinsamkeit.

Als Hauptvertreter galten yelworC aus München, die bereits kurze Zeit nach ihrem 1992er Debüt-Album „Brainstorming“ einen Split vollzogen. Projektinterne Differenzen brachten die langjährige Kooperation zum Erliegen. Aus der Trennung ging das Soloprojekt amGod hervor, mit dem Dominik van Reich alias Oliver Büttner den für yelworC typischen Sound konsequent fortführte. Der Stil etablierte sich zur selben Zeit mithilfe weiterer Veröffentlichungen von Gruppen wie Placebo Effect, Trial oder Mortal Constraint und wurde bis um die Jahrtausendwende durch Acts wie Seven Trees, Ice Ages und Tri-State repräsentiert.

Bedeutende Vertreter: amGod, Arcana Obscura, Disharmony, Ice Ages, Mortal Constraint, Placebo Effect, Seven Trees, Splatter Squall, Trial, Tri-State, yelworC.

Die permanente Entwicklung neuer und preislich erschwinglicher Instrumente (vor allem Synthesizer, Sampler und Sequenzer) bildete Mitte der 1980er-Jahre das Fundament für eine Reihe innovativer Strömungen in der elektronischen Musik, die aufgrund ihrer Vielfalt kaum greifbar erschienen. Etliche Kompositionen wurden zum Teil deutlich brutaler arrangiert, was nicht zuletzt durch die Verwendung stimmverzerrender Effektgeräte herrührt, die den Gesang der Vokalisten stark verfremdeten. Einige, zum Teil kaum mehr präsente Genres, die auf dieser Basis in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren ihren Ausgangspunkt nahmen, wurden in der Folge unter den Bezeichnungen Dark Electro, Hardcore Electro und Electro-Industrial zusammengefasst.

Da zunächst keine Notwendigkeit darin bestand, diese Stile bewusst voneinander zu trennen, etablierte sich Electro Anfang der 1990er Jahre schon bald als Sammelbezeichnung. Überdies ließ sich das musikalische Spektrum von Projekten wie Leæther Strip, X Marks the Pedwalk, Plastic Noise Experience, Cat Rapes Dog, Birmingham 6, Evils Toy, Abscess, Decoded Feedback, Forma Tadre und In Strict Confidence nur schwer auf einen Nenner bringen, sodass – bspw. zur musikstilistischen Umschreibung nordamerikanischer Formationen wie Skinny Puppy, Mentallo & The Fixer, Index und Velvet Acid Christ oder für europäische Projekte wie :Wumpscut: – gelegentlich Behelfsbezeichnungen wie Splatter Electro oder Endzeit-Electro Verwendung fanden. Dieser, über die erste Hälfte der 1990er-Jahre hinweg andauernde Zeitabschnitt gilt als vielseitige Epoche nach dem Ableben der EBM-Ära in Europa.



UNFASSBAR : ”OLDSCHOOL EBM” WENN ES KEIN “NEWSCHOOL EBM” GIBT!

Unverständlich ist die Verwendung des Begriffes "Oldschool EBM" für Electronic Body Music. Wer hat diesen Unsinn eingeführt? Wie kann man etwas innerhalb einer Musikrichtung als "Oldschool"bezeichnen, wenn es kein "Newschool" gibt?

Was soll denn "Newschool EBM" sein? Die Tekknopolka, die ein bestimmtes Label aus dem Rhein Main Gebiet mit angeschlossener Konzertagentur den Leuten beim Aufkommen der Tekknopolka dem Nachwuchs solch Musikrichtungen wie Cybertech, Aggrotech oder Techno Body Music als "EBM" verkaufen wollten? Fragte man diese planlos aussehenden laufenden Knicklichter und Ausdruckstänzer, was sie für Musikrichtung hören, bekam man als Antwort "EBM!", aha "Und was für Bands?". Dann bekam man unglaublicher Weise die Antwort "Hocico, Combichrist, ...!". Einem EBMler kam dann gleich die Galle hoch und der Drang dass sich die Faust den Weg in die Cyberfesse suchen wollte, konnte nur durch enorme Körperbeherschung unterdrückt werden.

Hat man dann etwas geforscht, bekam man von den DJ´s heraus, dass die DJ´s von diesem betreffenden Label derart unter Druck gesetzt worden, dass sie diesem Label ihre Playlisten schicken mussten, damit dieses sieht ob sie von den bemusterten Scheiben einen vorgegebenen Anteil am Abend gespielt haben, um ja weiter kostenlose Bemusterungen zu bekommen.

Soll das dieser "Newschool EBM" sein, der gemeint ist wenn man sich als EBMler selbst zu dem Ausdruck "Oldschool EBM" reduziert? Eine andere Möglichkeit gibt es ja nicht, d.h. man akzeptiert die Tekknopolka dann als "Newschool EBM"? Dann kann man auch alle möglichen anderen Musikrichtungen wie Obertonsingen, chinesische Oper, tibetanischer Volksmusik, ... als "Newschool EBM" zu bezeichnen, denn die haben genausoviel wie die Tekkno-Polka von Cybertech, Aggrotech, T.B.M., ... mit EBM zu tun, nämlich nichts!

Was hat das der Szene im Allgemeinen gebracht?

Ist man in den End80ern oder zu Anfang der 90er in eine Szene gestossen, hat man sich an den Älteren orientiert, denn für diese liessen als finanziell deutlich stärkere auch das Geld in den Läden.

Die Tekknopolka hat diese Tradition vollkommen zerstört. In der "Dark Area" in Kassel z.B. konnte man ab einem bestimmten Zeitpunkt als erwachsener Mann der locker 50-60 Euro am Abend ohne Eintritt dort liess, keinen Wunsch mehr äussern. Wenn überhaupt, dann kam der Wunsch morgens um halb vier. Warum auch immer bestimmten plötzlich irgendwelche 16jährigen Mädchen und planlose Ausdruckstänzer die Musik und ein Combimist wurde vom Hocico gejagt und umgekehrt, gefolgt von 1000 anderen Klonen. Diese. Die, die Musik plötzlich bestimmten hatten kein Geld und teilten sich zu zehnt am Abend eine Cola oder fragten immer nach einem kostenlosem Glas Leitungswasser, was dann später in der Disco verboten wurde auszuschenken. Dem Betreiber kann man nur vollkommene Geschäftsuntüchtigkeit bescheinigen, denn er muss ja gesehen haben dass die finanzstarken nach und nach wegblieben und dass es an der verordneten Tekknopolka lag. Wenn Nachwuchs in den End80ern oder frühen 90ern in die Szene gestossen sind, blieben die in der Regel auch der Musikrichtung treu. Von den 16jährigen zu Beginn des Tekknopolka-Mists sind aber mit “Glück” noch 10% dabei. Die anderen sind einfach weg. DAFÜR hat man dann eine ganze Szene ruiniert? Nur um die kostenlose Bemusterung eines Labels weiter zu bekommen die den Mist auch noch als EBM verkaufen wollten? Zum Glück ist wenigstens dieser Versuch kläglich gescheitert. Der Schaden für die Szene ist aber unwiederbringlich!

Glücklicherweise gibt es gute Festivals wie das Familientreffen, oder auch das W-Festival in Belgien, wo dann viele richtig grosse EBM Bands auftreten.

Real EBM forever! Fuck fake EBM!
 

 

Diese Woche wurde uns ein Plakat für eine erstaunliche Veranstaltung zugespielt, die als “EBM Night” beworben wird.

Dem Kenner wird sofort auffallen, dass die drei sich auf der Werbung befindlichen Bands nie und nimmer EBM Bands sind und wenn für zwei der drei Bands eher der Synthie-Pop als Musikstil zutrifft.

Wird nun auch versucht, ähnlich wie die Tekknopolka Stile Cybertech, Aggrotech, T.B.M, ... nun auch den Synthie-Pop als “EBM” zu verkaufen?

Auf Nachfrage bei der Veranstalterin, warum dieses als “EBM Night” beworben wird bekamen wir eine sehr kurz gehaltene schriftliche Antwort von einem Satz : “Die Bands sind nun klar und der Name der Veranstaltung hat sich geändert!

D.h. sie hatte entweder keine EBM Bands für ein EBM-Event gesucht, oder musste erst nachdem sie diese Bands dann gefunden hatte, erst ihren ursprünglichen Plan eines “EBM”-Events ändern? Fragen über Fragen ... .

Wie auch immer, der Name der Veranstaltung scheint bei den Facebook-Events geändert worden zu sein, aber die Flyer, die im Netz noch vorhanden sind, sprechen immer noch von einer “EBM Night”!

Bei der Erstellung des Flyers waren ja schon die darauf erwähnten nicht-EBM-Bands bekannt! Mit diesem Hintergrund ist es unfassabar, was man dann für einen Antwortsatz seitens der Veranstalterin bekommt! Merkwürdig, merkwürdig ... !

 

 

 

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KONTAKT :

 

 

 

COMPILATION : CD/Download

 

New Life - 13 Years Of Electronic Lust


01. Laibach - Geburt einer Nation 4:20
02. Front 242 - Quite Unusual 4:57
03. Chris & Cosey - Driving Blind 5:50
04. Moev - Wanting 6:22
05. Skinny Puppy - The Choke 5:00
06. Click Click - I Rage, I Melt 6:27
07. Die Krupps - Machineries Of Joy 6:31
08. Mussolini Headkick - Your God Is Dead 3:52
09. Numb - Hanging Key 6:15
10. Psyche - Brain Collapse 4:08
11. The Klinik - Cold As Ice 6:11
12. Front Line Assembly - Landslide 4:45
13. Cassandra Complex - One Millionth Happy Customer (EBM-Mix 1994) 6:00
14. Nitzer Ebb - Let Beauty Loose 2:23
15. Severed Heads - New Life 4:07

[
ZUM SAMPLER ]

 

MERCHANDISING :

 

 

T-Shirts, Longsleeve Shirts, Hoodies,
Sweat Shirts, Muscle Shirts, Bags,
College Jackets, Girlie Shirts, Tank Tops,
Longsleeve Woman Shirts, Woman Pullover in jeder Größe : [
ZUM SHOP ].

 

TECHNO CLUB :

 

Technoclub Frankfurt Dorian Gray


[ ALLES ZUM TECHNO CLUB ]

 

RADIO PROGRAMM :

 

Radio Programm useres Partnerradios "Radio Body Music" : [ HIER ]


ALLE RADIO-SHOWS :

- Im Rhythmus bleiben (Electronic Body Music, Anhalt EBM, Aggrepo).

-
Maximal Minimal (Minimal Synth, Minimal Wave, Coldwave, ...).

-
Mixed Pickels (Dark Electro, Synth Pop, Electro Pop, Minimal Electro, ...).

-
Music For The Masses (Depeche Mode : live, remixes, original songs and cover-versions).

-
New Beat - Dit is Belgisch! (New Beat).

-
Party Your Body (Italo Disco, Euro Disco, Euro Dance, Freestyle, Miami Bass, ...).

-
Pop & Wave (Electronic 80s, Synth Pop, Electro Pop, Future Pop, Coldwave, Darkwave, Gothic, Electronic Body Music).

-
Synthetic Electronic Sounds (Synth Pop, Electro Pop, Future Pop, ...).

-
Tanz mit dem Herzen (Neue Deutsche Welle, Minimal, Flexi Pop).


Hört das Radio auch bei :
Phonostar, iTunes/Mediaplayer, iPhone/iPad,
radio.de, Android, Windows Phone.

 

NEW LIFE LABEL :

 

Neon Lights - Angel Of The Night

Transponder - Kampf Sieg oder Tod

Neon Lights - Go Back In Time

Neon Lights - Thats What I Do

Transponder - All You Need Is EBM

Transponder - Dance Motherfucker

Transponder - My Way Back Home

Transponder - When We Return To Bleiburg

Transponder i Domagoj Pintaric - Deda Jovan

Transponder - Velika Smradija

Transponder - Sto Bog Da I Sreca Junacka

 

 

 

Alle Veröffentlichungen sind als CD, Vinyl und Download-Veröffentlichungen erhältlich.

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