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DEAD CAN DANCE : März 1988 - Heft 32

 

Die Bedeutung des Wortes “Warum” zu erklären wäre vielleicht ganz wichtig, aber nicht wichtig genug, um es auch tatsächlich zu tun.

Die Begleiter der Furcht haben Hände und Arme, stärker als deine eigenen. Aber sie haben keine Köpfe, aber auch sie sind stärker als dein eigener.
 

Warum etwas über die Dinge schreiben, die ich mit Dead Can Dance erlebt habe? Ich sehe plötzlich keinen Grund dafür. Wer ein Konzert gesehen hat, sollte wissen worum es geht. Leider ist es wohl doch nicht so. Vergleiche hinken grundsätzlich. Denn kein Gegenstand ist so mit seinem Namen verbunden, dass man ihm nicht einen anderen geben könnte, der besser zu ihm passt.

Wer etwas verstanden hat, sollte etwas verstanden haben, denn der nachfolgende Bericht ist beinahe so, als ginge es um etwas wichtiges.

Der Kopf ist immer schneller als die Hände, und deswegen berühren sich die sichtbaren Umrisse von Gegenständen einander in der Realität so, als formten sie ein Mosaik.

Willkommen in der Phantomlandschaft. Wir müssen leider draussen bleiben.

 

Wir treffen Dead Can Dance während des Soundchecks, der ja offenbar zu ihren Lieblingsbeschäftigungen gehört, weil sie meistens 5 Stunden dafür benötigen. Allerdings probt nicht die ganze Gruppe, nur der Drummer muss sich eine Stunde die Arme ausrenken, damit alle Ekkekte korrekt eingesetzt werden können. Ein anderer Teil der Band zerstört das Buffet, das von irgendeiner Klofrau, die wohl einen schlechten Tag hatte, liebevoll zusammengepuzzelt wurde. Wieder andere schlafen.

Lisa Gerrard schwebt so durch die Gegend und ärgert sich über die Berge von Schmutz, die in der Batschkapp (Frankfurt/Main) wohl zur Einrichtung gehören. Da ich auf schlafen und ärgern keine große Lust habe, beteilige ich mich erstmal an der Vernichtung des Buffets.

Dwer Cellist Gus Ferguson sieht ziemlich müde aus, und wäre fast in seinen Becher Kaffee gefallen. “Hm, du scheinst ziemlich müde zu sein!?”

Gus Ferguson / Dead Can Dance : “Es geht, müde, aber nicht zu müde. Wir kommen gerade aus Zürich, es war eine sehr lange Fahrt.”

New Life : “Wie war es in Zürich?”

 

Gus Ferguson / Dead Can Dance : (überlegt) “Etwas komisch, am Anfang waren die Leute sehr reserviert, wir dachten nur, dass wir auf der ganzen Tour noch keine so schlechte Stimmung hatten, aber am Ende war es plötzlich sehr laut und gut ... als es um die Zugaben ging. Das ist jetzt unsere vierte Woche und da fühlt man sich manchmal sehr beschissen, aber übermorgen haben wir einen freien Tag.”

New Life : “Was hast du in der letzten Zeit gemacht?”

Gus Ferguson / Dead Can Dance : “Ich habe mit Gordon Sharp zusammen an einer neuen Doppel-LP gearbeitet. Das war schon sehr interessant.”

New Life : “Oh ja, ich bin schon sehr gespannt auf die LP. “Camouflage Heart” ist eine meiner Lieblingsplatten, wie wird die LP sein? Ich hörte, sie soll “In This World” heissen?”

Gus Ferguson / Dead Can Dance : “Ja, das stimmt, sie ist sehr gut, es sind viele solo Piano-Songs darauf, aber auch sehr harte Lieder, sehr emotional. Es werden 2 getrennte Platten mit dem selben Namen sein, ich glaube, auf der einen Platte werden die weichen und auf der anderen die harten Songs sein. Sie müsste eigentlich schon erscheinen sein, Gordon hat jetzt 18 Monate im Studio gearbeitet. Ansonsten spiele ich noch bei “Band Of Holy Jos” mit. Macht viel Spaß!”

New Life : (Feststellung mit hochgezogener Augenbraue) “Ehrlich? Ich finde sie so typisch Englisch.”

Gus Ferguson / Dead Can Dance : “Ja, das stimmt, aber es ist ein guter Ausgleich zu Dead Can Dance. Da musst du auf der Bühne immer unheimlich konzentriert und voll bei der Sache sein. “Band Of Holy Jos” sind echt wild. Wir spielen Seemannslieder und machen viel Cabaeret.”

Leicht pikiert wende ich mich wieder meinem schimmlige Brot zu und übersetze ihm das eben gehörte. Darauf springt es aus meiner Hand und ertränkt sich in einem Haufen ranziger, ekelerregender Butter.

Draussen beim Soundcheck wird man langsam nervös, weil eine schwere Stahltür nichts anderes zu tun weiss, als ständig geräuschvoll ins Schloss zu fallen. Ausserdem klebt der Boden so mit den Überresten von dem, was man früher mal Bier nennen konnte, so dass jeder Schritt ebenfalls fürchterlich laute Geräusche macht. Das macht Lisa sehr nervös, aber noch viel nervöser macht es sie, dass man ihre Stimme gar nicht hören kann. Sie kann sich anstrengen so viel sie will, man kann ihre Stimme nur erahnen. Jeden Augenblick erwarten wir ihren Zusammenbruch. Ein neues Mikro wird getestet. Wieder gibt sie ihr bestes, doch der Erfolg ist der gleiche. Wird sie diesen Schlag überleben? Mann bekommt tatsächlich den Eindruck, dass sie den Auftritt absagen will. Geknickt verlässt sie die Bühne und überlässt die technischen Probleme den Soundleuten. Schnell mal nachschauen, ob sie sich nicht aus dem Fenster gestürzt hat, aber sie lächelt nur und schaut stumm in einen Spiegel. Was geht nur in diesem Kopf vor?

Irgendwie klappt doch noch alles. Um 21.04 Uhr ist der Soundcheck dann beendet und das Publikum wird eingelassen. Der Laden ist schnell voll und man quetscht sich schon in die Menge und knüpft schnell Kontakte zu anderen Leuten, weil man sich ja ziemlich nahe steht.

Das Ereignis beginnt : “Anywhere Out Of The World” heisst das erste Stück und trifft genau die Situation. Nicht wir, die Zuhörer und auch nicht die Band sind nicht “Anywhere Out Of The World”, sondern alle übrigen, die nicht dabei sind, die ausserhalb dieser Mauern stehen, sind irgendwo ausserhalb der Welt. Ein faszinierender Gedanke.

Lisa betritt die Bühne, und die ersten Männer fallen in Ohnmacht. Sie singt ein vollkommen neues Stück, sehr sakral, glitzernd vor schmerzlicher Schönheit. Irgendwo fliessen Tränen, es könnten meine eigenen sein, es könnten Perlen sein, aufgereiht auf einer Perlenkette um Lisas Hals gelegt. Die Augen starr auf die Inkarnation der Schönheit gerichtet. Das gleissende weisse Licht versengt das Gehirn und beleuchtet das Wesentliche. Die Ewigkeit des Momentes vergeht zu schnell, die strahlende Schönheit erlischt wie das Tageslicht, was bleibt, ist die Erinnerung, gerade genug, um im Dunkeln sehen zu können.

Eigentlich sind Konzerte jämmerliche Veranstaltungen. Man steht dicht an dicht, kann sich kaum bewegen und starrt auf einen Punkt, der meist zwei Meter über dem eigenen Kopf liegt; umgeben von Leuten, die alle vorgehen, sie wären rein zufällig da. Die Luft ist meist dafür geeignet, sie in Scheiben zu schneiden und ein Brot (oder eine Pizza) damit zu belegen.

Der Sound ist oft grauenvoll. Am Ende kämpft man durch klatschen und schreien und ähnlichem um die Gunst der Gruppe, vielmehr allerdings um die Anzahl der Zugaben, die aber trotzdem meistens unveränderbar bleibt. Obendrein ist die Band meist unpersönlich. Nein, es muss heissen : Die Leute, die in dem Schuppen arbeiten sind unpersönlich und ebenso unfreundlich. Die Gruppen begrüssen es meistens, wenn Leute nach einem Gig zum Reden kommen (oft wird das durch irgendwelche “Ordner” verhindert). Ausserdem, und das ist das wichtigste, Konzerte sind zu teuer und eine Verarschung ... trotzdem geht man immer wieder hin.

Dead Can Dance spielen 90 Minuten und jede ist ein wunderbarer Augenblick. Allerdings wissen (in Frankfurt) nicht alle, etwas damit anzufangen. Viele der anwesenden Amerikaner sind sowieso nur da, um möglichst schnell in der Ecke zu liegen.

Nach dem Konzert sehe ich hinter der Bühne Brendan mit dem gestressten Mitarbeiter von SPEX. Gestresst deshalb, weil man im glorreichen SPEX-Büro den werten Besuch anzukündigen vergessen hatte. Während des Soundchecks nervte er schon drandios, indem er jeden, der so rumstand hemmungslos ausfragte. Da ich seine arrogante Art genauso wenig abkann wie das arrogante Magazin, habe ich ihn zum Tourmanager geschickt, der bei allen Bandmitgliedern wegen seines äusserst netten Verhaltens besonders beliebt war (ich nenne ihn mal Ar***loch!). Naja, offensichtlich hat SPEXie es wohl doch noch geschafft. Brendan erzählte ihm, dass er für einen spanischen Film gedenke, die Musik zu schreiben und aufzunehmen. Als Dank für diese tolle Information, reichte das SPEX-M***stück Brendan ein Vorzeige-Exemplar ihrer Zeitung. Dabei handelt es sich um ein 4 Jahre altes Magazin, noch in schwarz-weiss und damals noch gutem Inhalt. Als ich beide darauf aufmerksam machte, wurde das SPEX-Wunderkind sehr sehr rot und ebenso still - verabschiedete sich und brachte sich vielleicht um ... .

Lisa Gerrard / Dead Can Dance : (sauer) “Ich kann es einfach nicht glauben, hast du gesehen wie dreckig der Laden war? Sie verdienen soviel Geld mit uns, mehr als wir, und du wirst in ein Dreckloch gestellt, indem du dich nicht waschen kannst - ich konnte noch nicht mal meine Tasche auf den Boden stellen!”

New Life : “Ich habe es leider getan und konnte sie hinterher nur operativ vom Boden entfernen.”

Wir essen in einem sündhaft teuren Lokal (Fischlokal). Die Band wollte uns einladen, was der liebe Tourmanager zu verhindern versuchte angesichts der lustigen Speisekarte. Eigentlich hätten Frank Wegmann und ich das volle Gehalt eines Dolmetschers bekommen müssen, denn wer weiss schon die ganzen exotischen Fisch- und Gemüsenamen zu übersetzen und somit ein ebenso zufällig-exotisches Essen zu bekommen. Jedenfalls hatte hinterher jeder das, was er nicht bestellt hatte. Lisa bekam eine schwingende Glaslampe vor den Kopf, was ihr wohl ziemlich wehgetan hat. Der Rest unterhält sich über Musikcomputer, Bier und schwingende Glaslampen.

Während der Fahrt von Frankfurt nach Bochum plauderte der Soundengineer René aus der Suppenschüssel ... : “Vor DCD war ich mit Anne Clark auf Tour ... .”

New Life : “Ohje, wie war´s denn so?”

Soundengineer René : “Grauenvoll lustig, die Frau ist schwer auf Dope, und wir hatten an den grenzen jedesmal totalen Stress.”

New Life : “Sie war in Deutschland mal ziemlich hip!”

Soundengineer René : “Ja, sie ist auch ganz nett. Jetzt hat sie auch ne richtige Band, in Holland kommen immer noch viele Leute zu den Gigs.

New Life : “Bist du mit einigen Bands besonders gerne oder weniger auf Tour?”

Soundengineer René : “Ich komme mit den meisten gut klar! Musiker sind nette Leute. Die hier sind besonders nett. Das einzige was schade ist, ich bin ständig unterwegs, habe keine Zeit. Nicht mal genug, um mir Platten zu kaufen.”

New Life : “Das ist natürlich fatal! Geht dir denn dieser Kaugummi-Soundcheck bei DCD nicht auf die Nerven? Ich meine 5 Stunden sind doch wohl etwas übertrieben?”

Soundengineer René : “Es geht. Das Problem ist, dass Lisa besonders viel Hall auf der Bühne haben will. Dadurch kommt es aber schnell zu Feedbacks, oder der Sound in der Halle ist zu leise. Sie wollen den Hall möglichst “feucht” haben. Manchmal will ich den Reverb dann am liebsten ins Wasser stecken, dann wäre es wenigstens Nass!”

New Life : “Ich glaube, Lisa war den Tränen nah, als es nicht funktionierte und sie nicht zu hören war. Sie hat ja auch ziemlich theatralisch reagiert ... .”

Soundengineer René : “Oh, das war noch gut gestern, wir hatten schon grössere Probleme. Aber sie ist O.K.. Du solltest mal den Soundcheck mit den Cocteau Twins erleben, wenn es mit Liz´ Stimme nicht sofort klappt, fängt sie wirklich an zu weinen. Sie ist sehr sensibel, Lisa dagegen ist hart im nehmen. Aber nach 3 1/2 Wochen Tour bekommt jeder so einen kleinen Tour-Koller ... Was hat Brendan da eigentlich für eine Kassette eingelegt?”

New Life : “Das dürfte Kurt Weil sein, er hat damals mit Bert Brecht zusammengearbeitet. Cabaret-Musik aus den 20er und 30er Jahren.”

Soundengineer René : “Ja, im Publikum sitzen bestimmt lauter Obersturmbannführer!”

New Life : “Hahahaha, bei den Texten würden sie aber nicht lange sitzen.”

Soundengineer René : “Ja, ich verstehe ein bisschen Deutsch. Es ist Untergrund-Cabaret, stimmt´s ?”

New Life : “Vielleicht konnte man es damals so nennen. Die Künstler mussten wirklich auf der Hut sein, denn die Nazis liessen sich so eine Verarschung nicht lange gefallen.”

Soundengineer René : “Also keine Obersturmbannführer?”

New Life : “Hmm, doch ein paar, aber getarnt. Sieh mal Dirk (der Tourmanager) scheints auch sehr gut zu gefallen, er windet sich in Krämpfen!”

Soundengineer René : “Er ist ein Ar***loch!”

Es sollte vielleicht erwähnt werden, dass der Tourbus ein riesiger Reisebus mit 2 Etagen, Video, Betten und allem möglichen Luxus ist. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem sie alle plus Instrumente in einem Minitransporter kamen, also ein riesiger Unterschied.

New Life : “Wer bezahlte eigentlich dieses Monstrum von Bus?”

Brendan Perry : “Wir ... , das heisst 4AD hilft uns dabei, aber wir zahlen es zurück. Erinnerst du dich an diesen Mini-Bus von letztem Jahr? Dieser hier kostet nur 150 Pfund mehr die Woche, und das war er uns wert. Man braucht unbedingt seinen eigenen Platz auf den man sich zurückziehen kann auf so einer Tour. Ausserdem fahren wir mit “Grierson Buses”, die Firma gehört dem Bruder von Nigel Brieson (23envelope) ... du verstehst?”

New Life : “So läuft der Hase also. Ich finde 4AD sollte sich nicht so anstellen, schliesslich sind sie schon eines der bestverdienenden Labels in England.”

Brendan Perry : “Ja, dieses Jahr können sie sich nicht beklagen ... .”

New Life : “MARRS sind in Deutschland bis auf Platz 2 in den Charts gekommen ... .”

Brendan Perry : “Oh, das ist gut. Deutschland ist ein grosser Markt. Es ist wirklich gut für 4AD.”

New Life : “Ich finde, wenn sie so viel Geld machen, könnten sie auch mal etwas mehr Geld in die Pressung und Qualität der Platten stecken. “Lonely Is An Eyesore” und “Within The Realm ... “ konnte ich nach einmal hören wegschmeissen ... .”

Brendan Perry : “Hmm, ehrlich gesagt, höre ich nur noch die CDs. Sie lassen die Platten in Frankreich pressen, vielleicht ist gelegentlich auch Recycling-Vinyl verwendet worden?”

New Life : “Es ist ärgerlich, du kaufst ein Platte für 40 DM, hast ein Heft mit tollen Fotos auf teurem Papier und alles ist edel, nur die Hauptsache, die Platte ist in Wirklichkeit eine Schallfolie.”

Brendan Perry : “Kauf die CDs! Haha. Wie findest du “Lonely Is An Eyesore”?

New Life : “Du sagtest mir, dass du zusammen mit Nigel Grieson am Film gearbeitet hast. Bist du damit zufrieden, und wo sind die Aufnahmen entstanden?”

Brendan Perry : “Ich habe mit Nigel am Drehbuch gearbeitet und einige Visionen mit ihm abgesprochen. Gedreht hat er aber alleine in Brighton und in Schottland. Ich habe ihm dabei freie Hand gelassen und naja, es ist nicht so geworden, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Botschaft, die ich erreichen wollte, ist nicht klar rübergekommen. Aber trotzdem, ich mag es eigentlich sehr. Ich kann dir eine merkwürdige Geschichte erzählen. Für die Schluss-Szene brauchten wir eine stürmische See, eine aufgebrauchte Natur. Nigel fuhr dafür nach Brighton ans Meer, um dort zu filmen. Zufällig war an dem Tag der stürmischste Tag im ganzen Jahr. Die Aufnahmen wurden grossartig. Das Meer war eine einzige Brandung. An diesem Tag sind 20 Menschen durch den Sturm ums leben gekommen. Einer davon war mein Cousin, der in seinem Auto von einem entwurzeltem Baum erschlagen wurde. Das war ganz in der Nähe, in der Nigel filmte. Mein Cousin war rein zufällig an dieser Stelle. Der Zusammenhang dieser Zufälle ist doch sehr seltsam. Wenn du den Film gesehen hast, wirst du es vielleicht verstehen ... .”

New Life : “Wir haben uns lange darüber unterhalten, ob der Protagonist am Ende des Filmes “Lonely Is An Eyesore” nun ertrinkt ob er sich in einem ekstatischen Akt mit der Natur vereinigt, um neu zu leben. So viele Leute, so viele Meinungen. Wie war deine Intention?”

Brendan Perry : “Nun, man kann nicht sagen, das eine oder andere ist richtig oder falsch. Man könnte seinen Tod aus verstehen als einen Akt der Vereinigung. Am Anfang des Filmes siehst du nur Natur. Wirklich schöne Bilder. Ohne Menschen. Da siehst du den Protagonisten (ist übrigens Nigels Bruder) wie er schlafend am Boden liegt, und seine Hand ausstreckt.”

New Life : “Mich haben diese Bilder etwas an Michelangelos Adam erinnert ... .”

Brendan Perry : “Ja, vielleicht ... also ich habe nicht diese Assoziation, aber die Grundaussage ist die gleiche. Der Mensch ist geboren, und noch völlig unschuldig. Aber dann ist da diese Szene, in der man eine Pfütze sieht und in ihr spiegelt sich der Himmel. Eine perfekte Symmetrie. Und dann tritt plötzlich der Fuss des Menschen in das Wasser, und die Symmetrie ist zerstört. Und gleichzeitig wird die Musik kräftiger und die Bilder werden hektischer.”

New Life : “Ich glaube Nigel und du, Ihr seid grosse Verehrer von Andrej Tarkovsky. Viele Bilder die ich aus seinen Filmen besonders wahrgenommen habe, haben wohl Nigel zu seinen Fotos und Filmen inspiriert. Ich denke da an diese langen Einstellungen aus “Stalker” und “Nostalghia” in denen die Kamera über das Wasser fährt, und man darunter Gegenstände sehen kann, die von der Zeit schon sehr abgenutzt sind. Das sind wunderschöne Aufnahmen, und sie verbreiten eine unwahrscheinlich melanchonische Stimmung. Siehst du auch Zusammenhänge?”

Brendan Perry : “Ja, ich kenne und schätze Tarkovsky sehr ... Sicher hat Nigel viele Ideen von ihm übernommen. Aber Nigel macht ja schon immer Aufnahmen mit Wasser und Licht ... .”

New Life : “Kennst du seine Filme?”

Brendan Perry : “Ja, “Maelstrom”, da habe ich auch noch mitgearbeitet. Und dann hat er noch andere Filme gemacht. Meistens schwarz-weiss Kurzfilme. Er ist sehr talentiert. Er will sie aber wohl nicht veröffentlichen. Ivo hat ihm glaube ich schon Angebote gemacht, die Nigel aber abgelehnt hat.”

New Life : “Jaja, die Introvertierten Künstler, die meist nur für sich arbeiten.”

Brendan Perry : “Es ist sehr schwer, etwas das man geschaffen hat, und nicht richtig mit dem Ereignis einverstanden ist, der öffentlichen Kritik auszusetzen. Auch wenn viel Menschen seine Arbeit schätzen, wäre es schlecht für ihn, weil er sich als Künstler sicher missverstanden fühlt.”

New Life : “Wie stehts mit deinen Filmmusiken?”

Brendan Perry : “Dieser spanische Film zu dem ich die Musik machen möchte, ist doch ein Projekt, aber ich glaube das bald etwas reelles daraus wird. Ich bin schon sehr gespannt auf diese Arbeit, weil Filmmusik genau das ist, was ich schon immer machen wollte. “Protagonist” war ja schon ein Anfang, aber es war ja eigentlich doch nur ein Video, unter mehreren, die auf “Lonely ...” zu sehen sind.”

New Life : “Das Video von XYMOX ist ja sehr peinlich ... ,”

Brendan Perry : “Ja, sie haben sich sehr viel Mühe gegeben auszusehen wie 1000 andere Gruppen von ihnen. Hier ich gebe dir mal das Demo iher neuen 12”.”

New Life : (Nach 15 Minuten Hörstress) “Oh Gott, ist ja zum Kotzen. Wie heisst das denn? “Scum” (= Abschaum)? Na, jedenfalls passt der Titel!”

Brendan Perry : “Haha, du hast recht. Es ist einfach keine Substanz mehr da. Es ist von John Rivers produziert. Mit Abstand das schlechteste von ihm.”

New Life : “Die Tour von XYMOX war gut besucht. 800 Leute in Bochum. Sie werden Popstars. Genau wie The Cure und New Order.”

Brendan Perry : “Sie klingen ja auch genau so. Die erste LP war echt gut. Sie verkaufen ja wirklich gut ... viel besser als wir.”

New Life : “Eure Tour ist aber auch im Vergleich zum Vorjahr um das doppelte besser besucht. Eure Beliebtheit steigt enorm. Es werden sogar schon DCD-Songs im Radio gespielt.”

Brendan Perry : “Wirklich? In GB kommen wir niemals ins Radio. Aber mit der Tour sind wir schon ganz zufrieden. Ich freue mich schon auf Berlin. Ich liebe diese Stadt, ausserdem wird es da ausverkauft sein.”

Aber erst einmal sollte in Bochum noch ein Desaster folgen. Die Zeche war sehr gut gefüllt und das Konzert war wie jeden Abend ein voller Erfolg. Anschliessend sagte das Ar***loch (Tourmanager), es seien nur 600 Leute dagewesen. Was eine glatte Lüge war, denn in die Zeche gehen 1400 Menschen, und ... .

Es gab ein Riesentheater. Lisa schrie den Tourmanager fürchterlich an, dass dieser sich ziemlich unwohl führte. Schliesslich gingen Lisas Drohungen dahin, nie mehr in Deutschland aufzutreten etc.. Die Stimmung war ziemlich hinüber. Keiner lässt sich gerne um Geld bescheissen.

Berlin war dann zwar ausverkauft, aber der Sound war fürchterlich. Lisa war mal wieder total aufgelöst : Es war ein Alptraum.

Abschied dann in Münster, ein Zusatzgig. Fein, fein, fein. Eine neue LP ist uns schon im März versprochen worden.

Frage : In welchem März?

 

 

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New Life - 13 Years Of Electronic Lust


01. Laibach - Geburt einer Nation 4:20
02. Front 242 - Quite Unusual 4:57
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05. Skinny Puppy - The Choke 5:00
06. Click Click - I Rage, I Melt 6:27
07. Die Krupps - Machineries Of Joy 6:31
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