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Pop & Wave I Dark Electro I Industrial I Gothic I Anhalt EBM I N.D.W.

Electronic Body Music I Synth Pop I Aggrepo I New Beat seit 1983.

 

 

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ÜBER DIE GESCHICHTE DES AGGREPO UND DIE ALTEN ZEITEN IM “DORIAN GRAY” :

 

 

Die erste Veröffentlichung nachdem der Begriff und gleichzeitig das Kürzel "Aggrepo" für "Aggresive Pop" seitens Talla 2XLC erfunden wurde, war die auf dem New Zone Label erschienene Maxi des Projektes "Umo Detic" mit dem Namen "Fahrenheit" im Jahre 1989. Das Mutterlabel von "New Zone" war das Bad Homburger Label "Music Research".

Bereits zwei Jahre davor, im Jahre 1987, wurde das Label "Techno Drome International" in Dorchheim gegründet, welches bereits Aggrepo Bands wie Robotiko Rejekto, Recall IV, Bigod 20, Scrot, Base Scan usw. bis zum Ende des Labels im Jahre 1985 veröffentlichte. Mutterlabel von "Techno Drome International" war das "ZYX Records"-Label.

Ein Jahr vor dem "New Zone" Label, d.h. im Jahr 1988 wurde auch schon das "BOY Records"-Label in Bad Kreuznach gegründet, dessen Mutterlabel "Future Sound Productions" war und ebenfalls durch das "ZYX Records"-Label vertrieben wurde.

Natürlich darf man hier auch Torsten Fenslaus Label “Abfahrt” vergessen, welches 1989 gegründet wurde, in Darmstadt beheimatet war und bis 1990 ein Teil von “ZYX Records” war und ab 1990 dann zu “Metronome” gehörte.

Bedingt dadurch dass alle vier Labels aus der Region Frankfurt kamen und diese Musik auch vornehmlich im frankfurter Techno-Club gespielt wurde, wurde für diese Musikrichtung neben dem Begriff "Aggrepo" auch der Begriff "Frankfurt Techno" oder auch der Begriff "Future Sound Of Frankfurt" verwendet.

International wurde "Aggrepo" auch in Spanien bei dem Label "Basic Mix" (Mutterlabel : Blanco Y Negro), "Blanco Y Negro" selbst und in Schweden bei dem Label "Metronome" veröffentlicht. In den USA veröffentlichte das Label “Oak Lawn Records” Bands wie 3 Times 6, Sons Of Nippon, Umo Detic, ... .

Was ist nun aber "Aggrepo"?

"Aggrepo" ist eine Verschmelzung von Synth-Pop und Italo-Disco, gepaart mit New Beat und Electronic Body Music. Der New Beat hatte nur eine sehr kurze Lebensspanne von 1987-1989, da er sich aus sich heraus nicht mehr entwickeln konnte und lebte zum Einen nur im Acid weiter und zum Anderen ebem im "Aggrepo".

Die Hochzeit des Aggrepo war zwischen 1989 und 1991, auch wenn es wie oben beschrieben auch schon 1987 von Techno Drome International veröffentlicht wurde. Es gab natürlich auch noch nach 1991 "Aggrepo"-Veröffentlichungen, besonders in Form von Samplern seitens des ZYX Records Labels.

Speziell das "New Zone" Label traf den Nerv der Zeit mit deren Veröffentlichungen und Talla 2XLC sorgte natürlich jedes Wochenende im Technoclub für die Promotion seiner "New Zone", "Zoth Ommog" und "Suck Me Plasma" Veröffentlichungen, was sich auch positiv auf die Verkaufzahlen auswirkte.

Für die damalige Zeit war der Sound des "New Zone" Labels mehr als hart und man konnte in ihren Veröffentlichungen besonders auch den Einfluss der Electronic Body Music heraushören. Auch wenn der Trance damals noch nicht erfunden war, konnte man aber auch auf diesen Veröffentlichungen schon etwas tranceartiges heraushören.

Charakeristisch war für den "Aggrepo" war das Samplen von Filmzitaten (z.B. in “Scope - Die Zukunft") oder Reden (z.B. “Deep Thought - Jugendklang”). Seltener war der Gebrauch von Sprachgesang wie z.B. bei “Tyrell Corp. - Running” oder “Klangwerk - Die Kybernauten” oder richtigem Gesang wie bei “ECO - Hass & Liebe”.

Eines der drei Labels von Talla 2XLC war das Label "Suck Me Plasma", welches als erste Veröffentlichung “Scope - Die Zukunft “herausbrachte. Je nach Sichtweise war enteder für die Aggrepo/EBM Fans alles nach der ersten Veröffentlichung unpassend, oder auch der Sicht der späteren Technos die erste Veröffentlichung. Warum “Scope - Die Zukunft” nicht auf “New Zone” herauskam, wird wohl ein ewiges Rätsel bleiben.
 

 

ALLZEIT AGGREPO TOP 20. DES NEW LIFE MAGAZINES :

 

01. Tyrell Corp. - Running (Metronome)
02. Umo Detic - Fahrenheit (New Zone)
03. Klangwerk - Die Kybernauten (ZYX Records)
04. Scope - Die Zukunft (Suck Me Plasma)
05. Enemies Of Carlotta - Der Feind (ZYX Records)
06. Robotiko Rejekto - Rejekto (Techno Drome Int.)
07. Sonic System - Will To Kill (BOY Records)
08. Time Modem - Die Zeit der Zusammenkunft (BOY Records)
09. Blind Vision - Don´t Look At Me (New Zone)
10. Konzept - Hypnautic Beats (New Zone)

11. ECO - Hass & Liebe (Teldec)
12. Master Program - Hallo (New Zone)
13. New Scene - Out Of Control (BOY Records)
14. Deep Thought - Jugendklang (BOY Records)
15. Commanding Language - Einsamkeit (Metronome)
16. Duce - Krieg oder Frieden (BOY Records)
17. 3 Times 6 - You Can Run (New Zone)
18. Hypnopedia - Hypnopedia 666 (BOY Records)
19. Ideas 4 Imitators - Der Komtur (CBS)
20. Out Of The Ordinary - Play It Again (Abfahrt)

 

EMPFEHLENSWERTE AGGREPO SAMPLER :

 

Technopolis 1

CD Welcome To The Technodrome02

Techno Trax

Erschienen : 1989
Label : New Zone
Tracklist bei [
Discogs ].

Erschienen : 1989
Label : Techno Drome Int.
Tracklist bei [
Discogs ].

Erschienen : 1990
Label : New Zone
Tracklist bei [
Discogs ].

Erschienen : 1991
Label : ZYX Records
Tracklist bei [
Discogs ].

 

 

 

 

CD World Of Techno

CD Welcome To Technology

CD Welcome To Technology 2

4CD Welcome To The Techno Club

Erschienen : 1991
Label : Blow Up
Tracklist bei [
Discogs ].

Erschienen : 1991
Label : BOY Records
Tracklist bei [
Discogs ].

Erschienen : 1992
Label : BOY Records
Tracklist bei [
Discogs ].

Erschienen : 1995
Label : ZYX Records
Tracklist bei [
Discogs ].

 

 

 

 

 

Über die damalige Zeit und sein Projekt Blind Vision sprach das New Life Magazin mit Andreas Fröse :

New Life : “1989 war es soweit : Deine erste Veröffentlichung "Bestialic Beat / Tanz den Teufel" erblickte das Licht der Welt bei "New Zone". In diesem Jahr erschienen ganze 9 Veröffentlichungen bei New Zone. Wie kam es damals dazu, dass Du "Bestialic Beat / Tanz den Teufel" bei "New Zone" veröffentlichen konntest?”

Andreas Froese / Blind Vision : “Da ich damals schon mit Talla befreundet war und wir seit 1984 zusammen im Technoclub aufgelegt haben wär es ganz leicht gewesen ihn zu fragen. Das wollte ich aber nicht, die Musik sollte schon die Qualität haben veröffentlicht zu werden und nicht nur wegen unserer Freundschaft. Ich begann 1986 Musik zu machen ohne Ihm davon zu erzählen. Als er dann irgendwann die ersten Ergebnisse hörte, hatte er mich gefragt ob ich bei Ihm auf dem Label veröffentlichen würde. Natürlich habe ich sofort zugesagt.

Ursprünglich sollte "Bestialic Beat / Tanz den Teufel" schon auf Talla´s Techno Drome International Label bei ZYX veröffentlicht werden. Als klar war das er eine eigene Plattenfirma gründen wird (Music Research), wurden einige Veröffentlichungen nach hinten geschoben. Da war ich dann auch dabei."

New Life : “Was war damals die Idee bei der Kreation der ersten Maxi, sowie der "Don´t Look At Me"? Warst Du von den Sounds inspiriert, die der Technoclub spielte?”

Andreas Froese / Blind Vision : “Weniger eine Idee, eher Inspiration. Als einer der DJs war ich mitverantwortlich welche Sounds im Technoclub liefen und gespielt wurde nur was mir persönlich gefällt. So ist es übrigens auch heute noch. Alles war offen, kein Konzept dahinter. Es gab ein paar Regeln die ich mir gesetzt hatte, kein Abklatsch von anderen Bands und keine musikalischen Wiederholungen aber das war es dann auch. Volle Kreativität voraus!"

New Life : “Was kannst du über die Szene 1989/1990 in Frankfurt sagen?”

Andreas Froese / Blind Vision : “Wenn man reflektiert muss man sagen dass es musikalisch eine super spannende und kreative Zeit war. Die Musiker kannten sich, waren teilweise sogar befreundet und man traf sich, plauderte über bevorstehende Projekte, oder feierte einfach zusammen im Club.

Insgesamt wuchs die Szene immer schneller und wurde größer und größer und der nächste Evolutionsschritt war vorprogrammiert. Einzelne Musikrichtungen traten in den Vordergrund, das elektronische Ganze das bis dahin den Zusammenhalt ausmachte trat in den Hintergrund. Schubladen gingen auf und plötzlich gab es eigene Partys für jede Musikrichtung."

New Life : “Den Namen "Aggrepo" für "Agressive Pop" hat ja Talla 2XLC erfunden, oft wurde aber auch "Frankfurt Techno" bzw. "The Sound Of Frankfurt" gesagt. Was hast Du bevorzugt?”

Andreas Froese / Blind Vision : “Aggrepo steht für Aggressiv Positiv nicht für Pop. Es sollte zum Ausdruck bringen das die Musikrichtung für positive Vibes steht auch wenn sie hart und aggressiv rüberkommt. Damit konnte ich mich nicht wirklich anfreunden. Für mich gibt es EBM, das trifft es einfach genau.

Für den typischen Frankfurt Beat der damaligen Zeit passt der Begriff Sound of Frankfurt am besten aus meiner Sicht."

New Life : “2003 erschien ja "Don´t Look At Me" nochmals unter dem Namen "E-Tron" bei einem Label namens "Dorian Gray". Warum die Namensänderung?”

Andreas Froese / Blind Vision : “Es kam eine Anfrage einen Trance angehauchten Remix von "Don´t look at me" auf dem Dorian Gray Label zu veröffentlichen. Ich fand die Idee zwar gut, aber ich wollte nicht den Namen Blind Vision verwenden. Das wäre nicht authentisch für mich gewesen. Mein alter Kumpel Vernon B. und ich gingen daraufhin ins Studio und machten den Remix. Vernon B. ist für mich einer der besten Produzenten die ich kenne."

New Life : “2018 erschien eine Blind Vision Vinyl Compilation namens "Look At Me" bei dem polnischen Label "Mecanica". Diese ist auf 350 Exemplare limitiert, wobei die ersten 111 Exemplare in orangenem Vinyl erhältlich ist.Wie kam es zu dieser Veröffentlichung, die es auch als Download-Version gibt?”

Andreas Froese / Blind Vision : “Nachdem 2014 eine CD mit remasterten Tracks auf Torben Schmidts Infacted Recordings veröffentlicht wurde, kamen viele Fragen weshalb ich nicht auch auf Vinyl veröffentlicht habe. Seitdem schwirrte der Gedanke durch meinen Kopf. Als dann César Moscoso von Mecanica Records mir seine Ideen vorstellte war ich gleich Feuer und Flamme. Das war das noch fehlende Puzzle-Teil. Gleichzeit findet man die Tracks des Albums und noch ein paar mehr erstmals offiziell als Download Version bei Mecanica. Eine runde Sache und ich bin César sehr dankbar dafür."

New Life : “Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Claus Larsen von Leaether Strip bei dem Stück D.D.F.? Für was steht D.D.F.?”

Andreas Froese / Blind Vision : “Claus war damals mehrere Male in Frankfurt und wir verstanden uns auf Anhieb gut. Irgendwann fragte ich Ihn ob er Lust hat zu singen und am nächsten Tag waren wir schon im Studio. Um unsere Freundschaft zu untermauern und als Hommage an D.A.F. nannten wir den Song. D.D.F. – Deutsch Dänische Freundschaft."

New Life : “Irgendwie hat doch jeder Musikschaffende irgendwelche nie veröffentlichte Lieder. Ist das bei Dir auch der Fall und wenn, kann man da noch eine Veröffentlichung (oder gar von ganz neuem Material) erwarten?”

Andreas Froese / Blind Vision : “Es gibt einige unveröffentlichte Tracks aus meiner über 30jährigen Schaffenszeit. Zum Beispiel Aus der Zeit mit Vernon B. existiert ein komplett produziertes Album das im Jahr 2000 auf Zoth Ommog veröffentlicht werden sollte. Da ich nie aufgehört habe zu produzieren kommen auch immer wieder neue Lieder hinzu. Ab und zu spiele ich ein paar davon bei meinen DJ Auftritten, aber bisher konnte ich mich noch nicht durchringen sie zu veröffentlichen."

New Life : “Am 10.12.2016 gab es ja die 32-jährige Jubiläumsveranstaltung des Technoclub, wo Du neben Talla 2XLC und Patrick Codenys von Front 242 aufgelegt hast. Was meinst Du zu dieser phantastischen Veranstaltung? Sollte es sie nicht jedes Jahr geben? Es war ja ziemlich voll an dem Abend, trotz fortgeschrittenen Alter der Besucher.”

Andreas Froese / Blind Vision : “Ich erinnere mich sehr gerne an den Abend, es war eine grandiose musikalische Zeitreise. Ich bin sicher dass sie wiederholt werden wird.

Wusstest Du dass dieses Jahr das Label Zoth Ommog 30 Jahre alt wird…?"

 

32 Jahre Technoclub.

Es war 1983, als Talla nach der Ausbildung als Industrie-Kaufmann bei Frankfurts führenden Plattengeschäft “City Music” einstieg und sich als Verkäufer somit täglich mit Musik zu befassen begann.

Seine Liebe galt seit jeher avantgardistischen Bands deutscher Couleur wie Kraftwerk, D.A.F. oder Liaisons Dangereuses.

Als er eines Tages mit einem Vertreter des deutschen Atatak-Labels (Doraus & Marina, Der Plan, ...) über Synthesizer ins Gespräch kam, lud ihn dieser spontan zu sich nach Hause ein, damit Talla sich mal auf einem Synthie probieren konnte.

Talla fand sofort gefallen an der Elektronik und begann sich sogleich Schritt für Schritt mit den allerneusten, synthetischen Instrumenten einzudecken.

Nach einer Weile des herumexperimentierens fand er in Ralf Hendrich (Ra Hen) einen Freund, der mit ihm die Faszination der neuen Musikrevolution verspürte.

Das Duo “Two Of China” entstand und erste, zaghafte Demos (Commission Dance) sollten den Weg zur Musikindustrie ebenen.

New Life : "Wie war das damals als Du mit Talla "Two Of China" gegründet hattest? Da schien es doch einige Mühe gemacht zu haben, ein Label zu finden. Woran lage es, waren die Sounds zu ungewöhnlich für die Zeit?"

 

 

Ra-Hen : Vor “Two Of China” gründeten wir Axodry ... das war Ende 1982 … .

“Two Of China” kam etwas später oder vielleicht auch zeitgleich… unsere allererste veröffentlichte Produktion war „Feel It Right“ von “Axodry”. “Two Of China” erschien etwas später. Zuvor hatte Westside noch den Song einer anderen Band veröffentlicht, der allerdings kommerziell nicht erfolgreich war. „Feel It Right“ wurde gleich ein Mega Erfolg in den Clubs… was dann die Grundlage für den Fortbestand von “Westside Music” war.

Talla und ich lernten uns übrigens auf der Arbeit kennen… Ich war ein Lehrjahr unter ihm… lernte auch Industriekaufmann :-)”.

Bei Bellaphon schliesslich wurden die beiden erstmals fündig : Zwei Mitarbeiter des deutschen Konzerns fanden Gefallen an den Aufnahmen. Schon seit längerer Zeit hatten die beiden davon geträumt , ein eigenes kleines aber feines Plattenlabel aufzubauen - nun schien ihm mit dem Sound von “Two Of China” endlich der richtige Zeitpunkt, bei Bellaphon den Hut zu nehmen.

“Westside Records” wurden gegründet und Talla und Ralf - allerdings als “Axodry - unter Vertrag genommen. Enthusiastisch ging man an die Arbeit zu einer Single, bedeutete es doch für alle beteiligten, für Plattenfirma und Band ein Neuanfang, ein Start in eine noch ungewisse Zukunft.

“Feel It Right” hiess die erste Maxi von Axodry und verkaufte sich als Erstlingswerk sensationelle 10.000 mal. Für beide, Westside und Axodry war das ein Erfolg der sofort zu weiteren Taten animierte, worauf dann auch bald die zweite, kommerzielle Maxi “Surrender” erschien. Der Verkaufserfolg gab ihnen auch diesmal wieder die Gewissheit auf dem richtigen Weg zu sein (12.000 Platten singen über die Ladentische!), wenngleich sich Talla mit dem neuen Produkt nicht so richtig anfreunden konnte : es war ihm zu kommerziell, zu sehr ItaloDisco. Was ihm vorgeschwebt hatte, war Techno-New Wave à la Y.M.O., Front 242 oder Depeche Mode. Die Folge dieser musikalischen Differenzen mit Ralf war schliesslich die Auflösung von Axodry.

New Life : "Wie verkraftet ein junger Mensch die plötzliche Erkenntnis : "Ich kann ja mit meiner Musik Geld verdienen!"?"

Ra-Hen : Der Song „Surrender“ von “Axodry” war letztlich der Grund dafür, dass wir gemeinsam “Two Of China” ins Leben riefen. Als Gegenentwurf zum kommerzielleren Italo Disco Sound, der aber als solcher von uns nicht bewusst inszeniert wurde.
Das mit dem Geld verdienen war relativ… Als Künstler haben wir relativ wenig davon gesehen. Vielmehr hatten wir vorher sehr viele tausende  DM in unser Equipment  investiert. Das war auch der Grund für spätere Streitigkeiten zwischen dem Label und mir. Aber der Erfolg war da… Und wir waren sehr motiviert weiterzumachen … .”

New Life : "Axodry fand ja dann quasi auf dem Höhepunkt des Erfolges sein Ende. Talla nutzte dann für die Zeit nach Axodry den alten Namen "Two Of China". Auf dem Cover der ersten Maxi "Telk Mee" kann man lesen, dass Du am Synth mitgewirkt hast. Eurer Freundschaft hat die Auflösung von Axodry also nicht geschadet?"

Ra-Hen : Der Song „Telk Mee“ entstand bei mir im Studio (das Bild von Talla auf der Coverrückseite zeigt im Hintergrund meinen SHARP Computer, auf dem ein sehr spezielles Sequenzer Programm lief. Talla hatte eine Idee und wir haben das in meinem Studio gemeinsam umgesetzt. Später sind wir dann zum abmischen und fertig produzieren in ein großes Tonstudio gefahren. Talla und ich haben immer gut zusammengearbeitet. Egal für welches Projekt das war…

Zu Muzic Research Zeiten hatten wir dann unser eigenes Studio zuerst in Frankfurt / Höchst und später dann in Bad Homburg.”

Inzwischen hatte Talla dicke Post bekommen : Der Name Talla war bereits eingetragener Künstlername eines anderen Musikers- ein anderer Name drängte sich auf. Doch Talla liess sich nicht so leicht in die Pfanne hauen. Um urheberrechtlichen Problemen aus dem Weg zu gehen, hängte er ganz einfach die völlig unbedeutende Formel “2XLC” an und aus “Talla” wurde “Talla 2XLC”. Unter diesem Namen ist das Allroundtalent inzwischen auch Discobesuchern zum Begriff geworden. In der Frankfurter Disco “Roxanne” an der Grossen Friedberger Strasse / Ecke Konstablerwache führte Talla Sonntags den beliebten Techno-Club ein und seit dem 18. Februar 1987 darf auch jeden Mittwoch jeweils von 19.00 bis 1.00 Uhr zu Technosound der etwas geschliffenen Art getanzt werden. Electrodrome nennt sich der Mittwochabend-Spass und gespielt wir Elektronik, new Wave, Avantgarde. In lockerer Regelmässigkeit treten dazu Live-Gruppen aus Frankfurt und Umgebung auf. Im November 1985 schliesslich, angespornt durch den Grosserfolg von “Tekno Talk” veröffentlichte Talla und Westside die Maxi “Generator 7/8”, die mit ihrem kritischen Text zur Technikgläubigkeit der heutigen Gesellschaft ein halbes Jahr vor Tschernobyl genau zum richtigen Zeitpunkt erscheint. Die Maxi findet 40.000 begeisterte Käufer und dürfte auch den hintersten und letzten New Life-Leser ein Begriff sein. Als Sänger für Maxi und kurz darauf erscheinende LP verpflichtet Talla den begnadeten Musiker Javelin mit dem er auch bei einem Frankfurter Musikfestival in der Music Hall zum ersten mal Live auftritt und prompt den grössten Erfolg einheimst. Die Erstlings-LP “Dynamics & Discipline”, die kurz nach der Maxi im Dezember 1985 erschienen ist, findet schon in den ersten Wochen 8.000 Käufer und ein Heer von begeisterten Musikkritikern (u.A. auch in NL!).

New Life : "Das Material was noch vorhanden war, passte ja gar nicht in das Konzept von "Two of China" und wurde dann für "Moskwa TV" genutzt und ebenfalls bei "Westside" erschien dann die Maxie "Generator 7/8" und das Album "Dynamics & Discipline" im Jahr 1985. Warum warst Du nicht mehr weiter dabei?"

Ra-Hen : “Zum Künstlernamen… Talla ist eine Abkürzung seines Familiennamens „Tomalla“. Also eine klare und logische Verkürzung, an der Talla alle Rechte dieser Welt besitzen sollte.

Ich war dabei… zusammen mit Kurt Ader, Talla und Axel Henningen habe ich gemeinsam den Song „Techno Talk“ sowie das Album „Dynamics and Diszipline“ komponiert und produziert. Alle Vorarbeit und die Kompositionen entstanden bei mir zu Hause in meinem Bedroom Studio :-) Erst während der Produktion von „The Art Of Fashion“ (ein Song, den ich sehr mag), bin ich auf Grund von Meinungsverschiedenheiten mit dem Label Westside ausgestiegen. Für diesen Song hatte ich noch Sequenzen programmiert. Mit Talla hatte das nichts zu tun. Später hatten wir ja dann gemeinsam als Music Research unser Label bei ZYX Records.”

New Life : "Es erschien ein Jahr später noch eine Axodry Veröffentlichung auf "Westside" namens "Save Me", 1988 "You" und 1991 "Loosing You". Warum dauerte es immer so lange bis mal wieder etwas neues von Axodry erschien?"

Ra-Hen : “Es dauert deshalb so lange, weil wir zeitgleich an unterschiedlichsten Produktion gearbeitet hatten. Nach “Loosing You” erschienen noch “The Time Is Right”, “This Is My Light” und “Ba A Fashionista”. “Axodry” steht für einen eher leichteren, aber nicht flachen modernen Electro Dancefloor Sound.

Dazwischen hatte ich noch an “Microchip League” und vielen anderen Produktionen für “Muzic Reaearch” gearbeitet… und es gab auch noch andere Projekte, bei denen ich gemeinsam mit Kurt Ader direkt mit ZYX zusammengearbeitet hatte.

Mit Kurt Ader habe ich in 2018 übrigens sein erstes Solo Album “Priority” produziert. Wir sind connected!”

New Life : "Blind Vision veröffentlichte letztes Jahr eine sehr feine Vinyl Compilation mit allen Hits. Du hast zwar auch für Axodry eine Compilation bei Infacted Recordings herausgebracht, aber nur als CD. Wie ist Dein persönlicher Eindruck : ist die CD kurz vor dem endgültigen Tod? Wer braucht dieses Medium noch im Zeitalter des Downloads und des Vinyl-Hypes?"

Ra-Hen : “Die erste “Blind Vision” habe ich gemeinsam mit Andreas Froese produziert. Die ultimative Robotiko Rejekto Double Vinyl wird in 2019 beim gleichen Label erscheinen.

Zu der Medienfrage … ich denke, es braucht alle möglichen Formate … Vinyl mag ich am liebsten … CD ist durchaus praktisch … an Downloads und Streaming verdient der Künstler faktisch kaum mehr Geld … und kann dadurch seine musikalische Arbeit oft nicht angemessen anerkannt bekommen. Ich setze bei meinen aktuellen Projekten in Zukunft verstärkt auf Vinyl und CD. Beides kann auf unseren Konzerten erworben werden.”

New Life : "Seit 1985 existierte die Future Dance Association, welche die verschiedensten Gruppen bei Westside locker vereinigte, koordinierte und promotete. Vor allem zu Promotionen wurde dann am 1. November 1986 die “F.D.A. Fan League” gegründet, die die Fans bei der F.D.A. vereinigten Bands mit Infos, billigen Platten, Aufklebern, News und Infos versorgte. Ausserdem gab einen F.D.A.-Shop, bei dem Artikel wie Poster, Platten, T-Shirts etc. zu bestellen sind. Hattest Du da irgendwie mitgewirkt?"

Ra-Hen : “An F.D.A. habe ich nur am Rande mit gewirkt… ich habe mich hauptsächlich um die Musikkomposition und Produktion gekümmert … .”

New Life : "Wie kam es dazu, dass Du mit der ersten Robotiko Rejekto ersten Single zu dem damals noch jungen Techno Drome International Label kamst?"

Ra-Hen : “Als “Muzic Research” hatten wir diesen Labeldeal mit ZYX und eines unserer Label hieß “Techno Drome International”.”

New Life : "Gibt es eine Geschichte zur Namenswahl Robotiko Rejecto?"

Ra-Hen : “Der Name Robotiko Rejekto basiert auf einer von Talla 2XLC und mir erfundenen rumänischen Science Fiction Geschichte über zwei Jungen, die mit Roboter-Technologie experimentieren.”

New Life : "Wie war denn damals die Szene in Frankfurt und speziell der Technoclub für Dich?"

Ra-Hen : “Den Techno Club habe ich geliebt und liebe ihn noch immer … . Obwohl ich kein klassischer Clubgänger war und bin. Aber was TALLA da initiiert hat, war und ist bahnbrechend und wegweisend.”

New Life : "Wir haben in einem anderen Artikel über die Electronic Body Music dargelegt, dass der Begriff EBM eigentlich erst benutzt wurde, nachdem Jürgen Laarmann vom Frontpage Magazin sich entschloss den Fokus auf die Berliner Techno- und Houseszene zu setzen und den Begriff "Techno" dafür weiter zu verwenden.  In einem Bericht des Hessischen Rundfunks, genauer gesagt in der Fernsehsendung "Mainline" wurde über den Technoclub berichtet. Darin kamen auch Besucher des Technoclubs zu Wort. Auf die Frage "Welche Musik hört ein Technofan?" sagt ein offensichtlicher EBMler : "Skinny Puppy, Klinik, A Split-Second, Ministry!". Da Talla im Hintergrund gerade Umo Detic´s "Fahrenheit" spielt, ist diese Frage dann ja (mindestens) 1989 gestellt gewesen, da die Maxi ja erst in diesem Jahr erschienen ist. Auch hier sieht man, dass der Begriff "Techno" nicht nur vor dem Erscheinen des "This is Electronic Body Music" Samplers benutzt wurde, sondern auch noch danach, genauer gesagt bis zur Spaltung des Frontpage Magazines.

Ereiferungen, seit wann es EBM gab, werden oft verwechselt mit mythischen Aussagen einzelner Bands den Begriff mal für die Bezeichnung ihrer Musik verwendet zu haben (z.B. von Ralf Hütter/Kraftwerk in einem Interview von 1978; Daniel Bressanutti (Front 242) über ihr eigenes Label “Another Mask Music” als Bezeichnung für IHRE Musik; Gabi Delgado bezeichnete seine Musik in einem Interview als “Körpermusik” (engl. “Body Music”). Auch wenn das zutrifft : EIN Schaf auf der Weide ergibt noch keine Herde! D.h. wenn eine Band mal im Laufe der frühen 80ern diesen Begriff z.B. in einem Interview für die Beschreibung ihrer Musik verwendet hat, so kann das NICHT als der ultimative Beweis für die Bezeichnung einer Musikrichtung gesehen werden. Erst wenn aus dem einzelnen musikalischen Schaf einer Herde wird, die sich unter diesem Begriff sammelt, dann - und nur dann - ist diese Bezeichnung relevant, denn das ist dann der Beginn einer Musikrichtung. Diesen Sammelbegriff gab es definitiv erst mit der Veröffentlichung des Samplers "This is Electronic Body Music" von Play It Again Sam/SPV. Die darauf vertretenden Bands sind aber Jahre vorher, sowohl auch einige Jahre noch diesem Sampler einfach als "Techno" bezeichnet worden (das kann man auch in den hier auf der Homepage veröffentlichten Interviews aus den 80er Jahren nachlesen).

Da suchen also irgendwelche Schreiber bei Wikipedia den "Beweis" dass es Dinosaurier vor Amöben gab ... . Was meinst Du dazu? Du bist ja Zeitzeuge!"

Ra-Hen : “Ja, ich bin Zeitzeuge und ehrlich gesagt haben wir uns damals nicht so wirklich Gedanken darum gemacht … . Fest steht, wir waren als Frankfurter ganz vorne mit dabei. Andere wichtige Impulse kamen aus Belgien und später Detroit. ”Techno” fand ich auch immer wenig passend als Umschreibung für unsere Musik. “EBM” trifft es einfach. Oder “Electro”.

Mein Buddy Mark IV von “Brigade Werther”, auf dessen erstem Album ich unterstützend mitwirkte, sagte einmal bei einem unserem ersten Auftritt von RR beim WGT in Leipzig zu mir… „wir haben doch einfach nur Musik gemacht… um Styles und Genres hatten wir uns keine Gedanken gemacht“. Wir hatten einfach alle damals Bock auf neue elektronische Musik. :-) “

New Life : "Nach der zweiten Robotiko Rejekto Single "Umsturz jetzt" bist Du ja dann für eine Veröffentlichung zu Tallas neu gegründetem Label "New Zone" gewechselt, die anderen Veröffentlichungen blieben aber bei Techno Drome International. Warum blieb es nur bei dieser einen Veröffentlichung bei "New Zone"?"

Ra-Hen : “Ehrlich gesagt … keine Ahnung … wir haben halt dauernd an irgendwelchen Projekten gearbeitet. Talla war und ist Meister im Erfinden von Namen und Konzepten.”

New Life : "1992 wurde es dann erstmal lange Zeit still um Robotiko Rejekto. Es erschienen 2012 das Album "Corporate Power" und die Single "Crying". Was war der Grund von 20 Jahre Stille um Robotiko Rejekto? Hast du andere Projekte gehabt, an denen Du in der Zwischenzeit gearbeitet hattest?"

Ra-Hen : “In der Zwischenzeit habe ich viel andere Musik komponiert und produziert … . Unter anderem sehr viel Ambient Musik und auch zwei Gothic Alben mit meinen Buddy Rainer Wagner unter dem Namen “Whispering Colours”.

Das zweite Album davon erschien auch wieder bei “Muzic Research”. Obwohl ich da schon lange nicht mehr dabei war. 

Ich wollte einfach diese andere Seite von mir ausleben … .”

New Life : "Kommen wir zurück zu "New Zone". Du hattest bei "New Zone" ja auch Veröffentlichungen mit "Sons Of Nippon" und "Technoid". Was kannst du uns dazu sagen?"

Ra-Hen : “Ich habe für “New Zone” einiges komponiert beziehungsweise produziert … . Stephen Westphal aka Stanislav Weslov (Sons Of Nippon, Technoid und CCCP) kam auf unser Label zu und ich produzierte die Songs mit ihm.

Talla und ich arbeiteten unter “Muzic Research” und “ZYX” an unterschiedlichsten Projekten.”

New Life : "Gibt es verkündbare Neuigkeiten seitens Robotiko Rejekto?"

Ra-Hen : “Zur Zeit arbeite ich mit Marco Drago aka Ivo Draganac aus New York an zwei komplett neuen Alben. 

ROBOTIKO REJEKTO

MICROCHIP LEAGUE 2.0

In den letzten Jahren habe ich gemeinsam mit Ava Nima, Fae Cross, Mark IV , Marco Drago ein Live Konzept erarbeitet, mit dem wir weltweit immer wieder auf Tour sind. Zuletzt waren wir im Februar 2019 in Namur, Belgien.

Und am 25. Und 25. Oktober 2019 spielen wir im Rahmen des darkMAD Festivals m Sala Groove, Pinto, Madrid. Nähere Infos auf meiner Website [ www.rahen.de ].”



1984 wurde der Technoclub von Talla 2XLC und Matthias Haibach gegründet, die erste Party fand am 2. Dezember statt. Später wurde das Team ergänzt durch Alex Azary und Michel Greulich. Der Name setzt sich zusammen aus Technologie und Club. „Technologie“ stand dabei für den technologischen Fortschritt und „Elektronik“ und sollte zum Ausdruck bringen, dass nur elektronische Musik gespielt wurde (anfangs vor allem Electropop und EBM, später wurden die Partys mit House, New Beat und frühem Techno vermischt).

Der Technoclub fand immer am Sonntagnachmittag im No Name in der Frankfurter Innenstadt statt. So wurde er auch zum ersten Afterhour-Club für die Besucher des Dorian Gray.

Der Ort der Veranstaltung wechselte vom No Name zum Roxanne (über der Frankfurter Zeil), zum Omen und schließlich ins Dorian Gray. Im Omen veranstaltete der Technoclub als einer der ersten Acid-House- und New-Beat-Partys in Deutschland.

1989 veröffentlichte das Technoclub-Team die erste Ausgabe des Fanzines Frontpage, das sich zu einem der bekanntesten deutschen Magazine für elektronische Musik entwickelte.

Eine club-eigene Compilation-Reihe mit Künstlern aus dem EBM-, Elektro-, Trance- und Techno-Umfeld erschien ab 1990 auf dem Label New Zone.

Über die Zeit im Technoclub sprachen wir mit Ramin Naghachian, der mit dem Projekt “3 Times 6” und deren Maxi “You Can Run” bekannt geworden ist, welches er zusammen mit Nouri Rachid, Producer und ex-DJ aus dem Dorian Gray in Frankfurt/Main ins Leben rief.

New Life : "Als zehnte New Zone Veröffentlichung erschien im Jahr 1990 eure legendäre Maxi "You Can Run". Wie kam es zu dem Projektnamen und was kannst Du uns über den Song an sich sagen?"

Ramin Naghachian / 3 Times 6 : "Nach dem Dorian Gray war ich immer voller musikalischer Ideen und bin manchmal auch währenddessen weg um gleich Musik zu machen. So entstand auch das Stück. Zu dem Songnamen kam es aufgrund des Sprachsamples, den ich von Lil´ Louis Stück “Blackout” genommen hatte. Den Projektnamen hatte sich mein Vater ausgedacht.”

New Life : "War es denn einfach bei "New Zone" unterzukommen?"

Ramin Naghachian / 3 Times 6 : "Ich hatte damals bei Logic Records mein erstes Studio und kannte Alex Azari, der ja mit Talla das New Zone Label betrieb. “You Can Run” war damals noch instrumental und Alex empfahl noch ein Sprachsample einzubauen, was ich dann auch tat. Das Stück lief testweise im Dorian Gray und kam gleich gut an. Durch Alex hatte ich dann mit Talla einen Deal ausgehandelt - den ich aber auch vorher schon kannte - und die Scheibe ging in Pressung.”

New Life : "Warum blieb "You Can Run" die einzige Veröffentlichung von 3 Times 6 bei "New Zone"?"

Ramin Naghachian / 3 Times 6 : "Ich konnte keine Nachfolgenummer mehr machen und das andere Lied namens “Eclipse” was noch nicht veröffentlicht war, wollte Talla nicht haben.”

New Life : "Neben New Zone veröffentlichte auch das amerikanische "Oak Lawn Records" Label eure Maxi. Wie kam es dazu?"

Ramin Naghachian / 3 Times 6 : "”Oak Lawn Records” bekamen das wohl durch Lizenzen von New Zone.”

New Life : "Dein Projekt Kollege Nouri Rachid war ja früher DJ im Dorian Gray. Was macht er heutzutage?"

Ramin Naghachian / 3 Times 6 : "Das wird bei Discogs falsch wiedergegeben. Nur weil ich damals die Studiomiete alleine nicht bezahlen konnte, übernahm Nouri die Hälfte der Mieteund kaufte mir auch mein überschüssiges Equipment ab. Auf dem Cover ist er zwar mit drauf, hatte aber gar nichts mit der Musik zu tun. Er hat heutzutage ein Restaurant ... .”

New Life : "Bleiben wir beim Dorian Gray, aber bei Tall 2XLC´s "Technoclub"-Parties. Wenn Du zurückdenkst. Wie kann man Leuten, die damals noch zu jung waren dagewesen zu sein, die Atmosphäre des "Technoclubs" beschreiben?"

Ramin Naghachian / 3 Times 6 : "Dunkel, düster, viel Nebel ... Pogo!”

New Life : "Warst Du bei dem wohl legendärsten Konzert im Technoclub, dem von Nitzer Ebb?"

Ramin Naghachian / 3 Times 6 : "Ja! Ich war damals Ordner und bei der Absperrung zur Bühne aktiv dabei (siehe Bild). Es war total überfüllt!”

New Life : "6 Jahre nach "You Can Run" erschien noch eine "3 Times 6" Veröffentlichung namens "I'm Gonna Make It". Musikalisch ist sie etwas komplett anderes als "You Can Run". Was kannst Du dazu sagen?"

Ramin Naghachian / 3 Times 6 : "Das hat nichts mit mir zu tun! Da hat wohl jemand den gleichen Namen für sein Projekt gewählt wie ich für meins!”

New Life : "Laut Discogs hast du ja, ähnlich wie Nouri Rachid, noch einen Haufen andere Projekte gehabt. Erzähl doch mal bitte etwas darüber."

Ramin Naghachian / 3 Times 6 : "Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll. Meine bekanntesten Projekte sind “Ramin” und “Afrotrance”. Ich habe noch ein Psytrance Projekt namens “Parasystem”. Desweiteren hatte ich drei Chillout Veröffentlichungen unter dem Projektnamen “Sad World” herausgebracht und noch etliches mehr.” [
Komplette Discographie ]

New Life : “Für weitere Informationen besucht doch bitte Ramins [
Webseite ].”

 

Ramin als Ordner beim legendären Nitzer Ebb Konzert im Technoclub im Jahre 1989 (oben an der Stange).


 

 

 

 

Technoclub Frankfurt Dorian Gray

ERÖFFNUNGSPARTY “TECHNO CLUB” :
16.9.1988 - Frankfurt - Dorian Gray :

Für einmal wird nicht über ein Live Konzert berichtet, sondern über die wirklich eindrückliche Eröffnung des neuen Techno Club in Frankfurt´s schönster Disco Dorian Gray. Wer früh genug da war, kurz nach 9, wurde mit einem Gratisdrink begrüsst, Presseleute in die sogenannte VIP-Lounge, wo - Kompliment an die Organisatoren des Techno Club - bereits Snacks und Gratissekt unbeschränkt zur Verfügung stand.

Dirk Ivens, seines Zeichens Sänger der belgischen Techno-Formation Klinik, hatte eine interessante Front 242 Videokassette mit Clips und Live-Ausschnitten mitgebracht, die dann auch im Videovorführraum gleich beim Eingang große Beachtung fand.

Zum Schmunzeln brachte mich der Umstand, dass zwar Hunderte von Front 242 Fans sich gebannt den Videostreifen anguckten, aber nicht im Geringsten merkten, dass sich neben Dirk Ivens auch zwei weitere prominente Gäste unter das Publikum gemischt hatten : Nhan von Nitzer Ebb und Patrick Codenys von Front 242 selbst!

Der Technoclub konnte zur Eröffnung dieser nun regelmässig am Freitag stattfindenden Institution mit einigen interessanten Exclusivitäten auf dem Plattensektor aufwarten : So wurde neben Front 242´s neuer Maxi “Headhunter” auch erstmals Nitzer Ebb´s “Control I´m Here” und Klinik´s “Fever” 12” gespielt. Zur großen Freude des mittlerweile auf 1000 Leute angewachsenen Publikums, das sich voll von den harten Technoklängen mitreissen ließ.

Ab Mitternacht etwa legten dann Talla und Alex, die beiden Macher des Techno Club selbst ihre Platten auf und bald konnte man sich kaum mehr vom Fleck bewegen, derart viele Menschen hatten sich freiwillig ins Gedränge gestopft.

Insgesamt über 1300 Eintritte wurden verzeichnet und damit dürfte dem Techno Club, nun am Freitag jeder Woche, wohl der verdiente Erfolg beschieden sein.



                                                                                                         Veröffentlicht im New Life : November 1988 - Heft 38

 

Nach der Schließung des Dorian Gray im Jahr 2000 fanden ab 2004 wieder regelmäßige Technoclub-Veranstaltungen statt, zunächst im Frankfurter Club Café Royal, später im Börsenkeller Stocks und im SoundZ in Rödermark.

Von Oktober 2006 bis April 2011 hatte der Technoclub eine Partyreihe im Frankfurter Club U60311. Danach wechselte man in das ebenfalls in der Frankfurter City gelegene Monza.

Zwei Jahre später erfolgte nach dem Umbau des Clubs in eine sogenannte Off-Location der Wechsel in den renommierten MTW Club in Offenbach. Hier finden nun an jedem ersten Samstag im Monat Events mit internationalen und nationalen DJs und Acts statt. Dabei werden sowohl aktuell weltbekannte DJs der Trance- und Progressive-Szene als auch rauschende Classic-Partys mit DJs von „damals“ präsentiert.

 

 

Kurz vor der Fertigstellung dieses Artikels erreichte uns ein T-Shirt Design eines Lesers für das legendäre “New Zone” Label.

 

Die in seinem Auftrag von uns an Talla gestellte Frage nach der Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer Kleinstauflage des oben abgebildeten T-Shirts blieb seinerseits leider unbeantwortet. Schade, schade, schade.

 

 

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New Life - 13 Years Of Electronic Lust


01. Laibach - Geburt einer Nation 4:20
02. Front 242 - Quite Unusual 4:57
03. Chris & Cosey - Driving Blind 5:50
04. Moev - Wanting 6:22
05. Skinny Puppy - The Choke 5:00
06. Click Click - I Rage, I Melt 6:27
07. Die Krupps - Machineries Of Joy 6:31
08. Mussolini Headkick - Your God Is Dead 3:52
09. Numb - Hanging Key 6:15
10. Psyche - Brain Collapse 4:08
11. The Klinik - Cold As Ice 6:11
12. Front Line Assembly - Landslide 4:45
13. Cassandra Complex - One Millionth Happy Customer (EBM-Mix 1994) 6:00
14. Nitzer Ebb - Let Beauty Loose 2:23
15. Severed Heads - New Life 4:07

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