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A SPLIT-SECOND : FEBRUAR 1989 - Heft 40

 

A Split-Second ist wohl die Band aus Belgien, die im Moment von allen als als die grosse neue Hoffnung gehandelt wird. Wer Belgien mit Techno in Verbindung bringt, kommt um zwei Namen nicht mehr herum : Front 242 und eben A Split-Second!

Obwohl ... während sich die meisten Kritiker einig sind über A Split-Second´s Stellenwert innerhalb der immer stärker ausufernden Techno-Szene, scheinen die potentiellen Käuferschichten die Band immer noch links liegen zu lassen, zumindest jedoch wird gerade A Split-Second hierzulande wenn nicht gemieden, so doch kaum beachtet!

Daran vermochte auch A Split-Second´s Beitrag zum vielbeachteten “Electronic Body Music”-Sampler nur bedingt was zu ändern : “On Command” ist eindeutig einer der stärksten Songs des Samplers und war als erster Song der zweiten Seite auch dementsprechend platziert.

Ein Wendepunkt in der Karriere und dem Bekanntschaftsgrad der Band gerade auch in Deutschland, hätte eigentlich die Teilnahme A Split-Seconds am letztjährigen Techno-Festival in der Frankfurter “Batschkapp” werden sollen. Doch weit gefehlt : A Split-Second , als Hauptact an dritter Stelle eines 3er-Packs gesetzt, wurden von den beiden Vorgruppen Vomito Negro und The Klinik regelrecht an die Wand gespielt. Das zeigte sich besonders krass bei “The Klinik”, die als Vorgruppe vom hell begeisterten Publikum zu drei (!) Zugaben gedrängt wurden.

 

Für A Split-Second reichte der Applaus lediglich zu einer Zugabe (“Mambo Witch”), was allerdings - hauptsächlich daran lag, dass das Publikum nach zwei hervorragenden Bands, die beide jeweils eine gute Stunde oder mehr spielten, schon etwas Abnutzungs- und Ermüdungserscheinungen aufwies. A Split-Second jedenfalls vermochten live-mässig 100%ig zu überzeugen, was Besucher des Techno-Festivals das am 6. November 1988 in der ehrwürdigen Räumen der Frankfurter “Batschkapp” unter grossem Publikumsauflauf über die Bühne ging, gerne bestätigt werden ... .

 

Bei keiner Band tanzte die Menge so ausgelassen wie bei A Split-Second. Interessant vielleicht auch die Tatsache, dass die Band auch von eingefleischten Techno-Freaks voll akzeptiert wird, obwohl sie gerne und oft Gitarren zur Unterstützung ihrer Techno-Beats verwenden. Ein neuer Trend etwa? Ist die Gitarre, die “straight” gespielte wohlgemerkt - nach den bereits geläufigen gesampelten Gitarre plötzlich wieder Salonfähig geworden?”

A Split-Second wurde 1985 von Mark Ickx und Chrismar Chayell gegründet, nachdem sie sich bereits 1980 kennengelernt hatten.

Ickx experimentierte vor der Gründung mit Film und Video, während Chayell schon in anderen Bands Keybaord spielte. Im Demo-Studio Chayells und im Top-Studio von Gent, ihrer Heimatstadt, spielten die beiden dann ihre erste Maxi mit den Titeln “Flesh” und “On Command” ein, die im September ´86 bei Antler Records veröffentlicht wurde.

Ermutigt, dass sich die 12” zu einem kleinen Club-Hit entfaltete, entstand im Januar ´87 die erste LP “Ballistic States”, die auch später mit teilweise anderen Versionen und anderen Titeln unter dem Namen “Neurobeat” auf Line Records erschien. Live-Auftritte folgten und in Spanien gaben sie sogar zwei erfolgreiche Tourneen, untertützt durch den Gitarristen Swan, wo sie vor 2.000 bis
6.000 Leuten auftraten. In der Zwischenzeit wurde die Maxi “Smell Of Buddha” mit “Colonial Discharge” als Titelstück veröffentlicht, die an die bisherigen Erfolge nahtlos anknüpfte.

Die beiden wollten nun aber weg von ihrem bisherigen musikalischen Konzept, welches ja eigentlich nur aus normalem Synth-Pop bestand, und die Maxi “Scandinavianl Bellidance” war dafür der Wegbereiter. A Split-Seconds Stücke waren von nun an experimentierfreudiger und ungeschliffener und auch die Texte hoben sich wohltuend vom gewöhnlichen Body Music-Genre ab.

Als Vorreiter auf die “...From The Inside”-LP folgte die “Mambo Witch”-Maxi, dem wohl besten Werk der Band. Im September 1988 folgte dann das ALbum “...From The Inside”, ein weiteres Meisterwerk in musikalischer sowie textlicher Hinsicht!

Oliver Köble von “Glasnot” hat in unseren Auftrag mit Marc Ickx von A Split-Second die eine oder andere Frage zu A Split-Second geklärt.

Oliver Köble für New Life : “A Split-Second scheint mir zur Zeit steil auf dem Weg nach oben ... .”

Marc Ickx / A Split-Second : “Ja, das kann man so sagen, sogar in Amerika beginnen sich die Leute zu interessieren. Da sind wir auf Wax Trax Records und die hatte 10.000 Vorbestellungen für unser neues Album. Die vorab ausgekoppelte Maxi war sogar in den Independent-Charts, weil sie von vielen University Radio-Stationen gespielt wurde.
In England gab und gibt es einige Missverständnisse, unsere Musik betreffend. Die Engländer fahren jetzt, wie du vielleicht weisst, völlig auf New Beat ab. Die haben also unsere Maxi auf 33 anstatt auf 45 Touren laufen lassen und so wurde sie zum Hit. Und jetzt hängt man uns auch noch an, wir wären eine der Gruppen, die mit New Beat angefangen haben. Aber das ist alles Quatsch, das stimmt absolut nicht. Wir sind eher ein Opfer des New Beats!”

Oliver Köble für New Life : “Was ist New Beat?”

Marc Ickx / A Split-Second : “New Beat ist eine ziemlich hohle, stupide Musik, ich kann mich überhaupt nicht damit identifizieren. Der New Beat ging davon aus, dass irgendein hohler DJ plötzlich auf die gloriose Idee kam, Maxis anstatt auf 45 auf 33 Touren abzuspielen. Die Leute fuhren völlig darauf ab. Mittlerweile werden aber auch New Beat-Songs mit dem gleichen Verzögerungs-Effekt geschrieben. Sie bestehen nur aus Drums und einer Bass-Linie und vielen Samples, aber keine Texte und Null Inhat. Es ist halt Tanzmusik, die aufs Minimalste reduziert wurde. Durch diese ganz einfache und leere Struktur kommen die Tanzenden in eine Art Trance.
Es liegt mir aber nunmal nicht, so leere Musik zu machen. ich wehre mich deswegen entschieden dagegen, als New Beat-Band behandelt zu werden.”

Oliver Köble für New Life : “Das neue Album “...From The Inside” ist doch sehr discomässig.”

Marc Ickx / A Split-Second : “Du musst unterscheiden zwischen Maxi und LP. Die Maxis sind bei uns immer nur zum Tanzen. Auf dem Album hingegen findest du dann ein umfassenderes Konzept. Da sind Stücke drauf, wie “The Last Wave” und “From The Inside”, die du nun wirklich nicht als Tanzmusik bezeichnen kannst.”

Oliver Köble für New Life : “Wie kommt ihr als Live-Band an?”

Marc Ickx / A Split-Second : “Wir haben es schwer, als Live-Band akzeptiert zu werden, wegen dieser New Beat-Sache. Belgische Diskotheken verlangen von uns zum Beispiel immer, dass wir total mit Playback auftreten. Aber wenn du sowas machst, verlierst du jede Glaubwürdigkeit gegenüber dem Publikum:”

Oliver Köble für New Life : “Welchen Anteil haben die Backing-Tapes bei euren Live-Konzerten, was kommt wirklich vom Band, was wird live gespielt?”

Marc Ickx / A Split-Second : “Der Bass und die Drums kommen vom Tape und einige Samples auch. Alle Keyboards, Gitarren und das meiste der Percussion und aller Gesang sind live. Wir bannen grundsätzlich nur das auf Band, was man einfach nicht spielen kann. Manche Stücke haben eine Bassline, die aus sechs verschiedenen Bassounds zusammengemischt sind, das kann man live einfach unmöglich in der Dichte, in der Qualität bringen!”

Oliver Köble für New Life : “Wo habt ihr eure grössten Erfolge gefeiert?”

Marc Ickx / A Split-Second : “Wir haben zwei Tourneen in Spanien hinter uns, aber im restlichen Europa müssen wir uns erst noch hocharbeiten, vor allem Live-mässig! Wir verkaufen zwar viele Platten, aber als Live-Band müssen wir uns noch beweisen.”

Oliver Köble für New Life : “Wie kamt ihr gerade nach Spanien?”

Marc Ickx / A Split-Second : “In Spanien gibt es sehr viele Diskotheken und Clubs, wo diese Art von Musik gespielt wird, und es gibt sehr gute Auftrittsmöglichkeiten. Der Plattenmarkt ist sehr klein, aber die Disco-Szene ist stark. Sogar “Aroma di Amore”, eine belgische Band, die flämisch singt, sind in Spanien erfolgreich. Ja, die Spanier, stell dir vor, die haben unseren Manager gefragt, ob er Grauzone kenne, weil sie mit denen eine Tour machen wollen. Ha ha ha, erhrlich, ha!”

Oliver Köble für New Life : “Cheyell (A Split-Second-Member) hat eine Solo-Maxi aufgenommen, die total nach Italo-Disco klingt. Hattest du etwas mit dieser Maxi zu tun?”

Marc Ickx / A Split-Second : “Nicht direkt! Er nahm einen meiner Songs vom “Ballistic Statues”-Album und bearbeitete ihn auf seine Weise. Er ist eben in erster Linie Produzent und er hat einen kommerzielleren Geschmack als ich. Unsere Zusammenarbeit ist von daher recht fruchtbar, weil wir zwei sehr unterschiedliche Ansichten zusammenbringen.”

Oliver Köble für New Life : “Wie teilt ihr euch die Arbeit an A Split-Second auf?”

Marc Ickx / A Split-Second : “Es ist so : Ich entwickle eine Idee, und Cheyell feilt sie dann im Studio bis ins Detail zurecht. ich schreibe ziemlich spontan und auch unbewusst. Meistens erkenn ich erst einige Zeit hinterher, irgendetwas in dem, was ich da komponiert habe. Ich kann nichts intellektuelles schreiben, aber ich schätze Musiker sehr, die es können. So mag ich zum Beispiel alle Texte von Robert Smith von The Cure, weil er sehr viel Gefühle in seine Texte einfliessen lässt.”

Oliver Köble für New Life : “Was hältst du allgemein von Gitarrenmusik?”

Marc Ickx / A Split-Second : “Es schockiert immer die meisten Leute, wenn ich es ihnen sage : Mindestens zwei Drittel meiner Plattensammlung besteht aus Heavy Metal! Ich habe auch Platten von Brian Eno. Mein frühen Idole waren dagegen lustigerweise Tangerine Dream, Roxy Music bis zu ihrem “Viva”-Album, Black Sabbath und die Stranglers. Es gibt nur eine Musik, die mich absolut nicht interessiert und das ist Reggae!”

Oliver Köble für New Life : “Wie stehst du zu Rap und Hip Hop?”

Marc Ickx / A Split-Second : “Das kann durchaus eine Musik sein, die mal Abwechslung schafft. Die ersten Rap-Sachen von Grandmaster Flash hatten damals einen wirklich sozialen Hintergrund. Aber diese Musik hat sich allzu schnell erschöpft und klingt heute irgendwie nur noch leer und langweilig!”

Oliver Köble für New Life : “Ist elektronische Musik in deinen Augen der wichtigste Musiktyp der Gegenwart?”

Marc Ickx / A Split-Second : “Ich möchte gar nicht so strikt zwischen elektronischer und anderer Musik unterschieden. Die Leute, die auf Gitarren stehen, interessieren sich nicht für uns, weil wir elektronische Musik machen, und die Elektronik-Fans nehmen uns nicht ernst, weil wir eine Gitarre dabei haben. Es kommt nicht darauf an, welche Instrumente du benutzt, sondern wie du sie benutzt. Du kannst nämlich allzu leicht auch mit Synthesizern die altbackenste Musik spielen ... .”

 

 

12" LP : A Split Second

12" LP : Ballistic Statues

12" LP : From The Inside

12" LP : Neurobeat

 

 

 

 

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New Life - 13 Years Of Electronic Lust


01. Laibach - Geburt einer Nation 4:20
02. Front 242 - Quite Unusual 4:57
03. Chris & Cosey - Driving Blind 5:50
04. Moev - Wanting 6:22
05. Skinny Puppy - The Choke 5:00
06. Click Click - I Rage, I Melt 6:27
07. Die Krupps - Machineries Of Joy 6:31
08. Mussolini Headkick - Your God Is Dead 3:52
09. Numb - Hanging Key 6:15
10. Psyche - Brain Collapse 4:08
11. The Klinik - Cold As Ice 6:11
12. Front Line Assembly - Landslide 4:45
13. Cassandra Complex - One Millionth Happy Customer (EBM-Mix 1994) 6:00
14. Nitzer Ebb - Let Beauty Loose 2:23
15. Severed Heads - New Life 4:07

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